Analyse zur Achterbahnfahrt, die angeblich tödlich ausgegangen ist!

Tom Wannenmacher, 30. Oktober 2014

Auf Facebook mach wieder einmal ein Statusbeitrag die Runde, die die Neugier der User erweckt. Der Titel: „16 Menschen sind tot in einer Achterbahn-Unfall bestätigt, die im Europa Park aufgetreten sind! „(sic!)

Der Statusbeitrag sieht dazu so aus:

Achterbahn1

Klickt ein User auf den Play-Button bzw. auf dem Statusbeitrag auf Facebook, dann wird er auf eine externe Webseite umgeleitet.

Hier bekommt der User dann dieses Video bzw. die Vorschau nochmals angezeigt.

Ein wiederholter Klick auf den Button, löst die „TEILEN“ Funktion aus:

Achterbahn2

Der Unfall selbst!

Hat der User das vermeintliche Video geteilt passiert der eigentliche „UNFALL“, denn die Kettenreaktion nimmt nun auf Facebook seinen Lauf. Tausende User bekommen nun o.a. Statusbeitrag zu sehen und das Ganze beginnt wieder von vorne.

Achterbahn4

Nun gibt es zwei unterschiedliche Varianten!

Variante 1: User wird auf eine Sexpartner-Seite und
Variante 2: User wird auf eine nachgebaute YouTube Seite umgeleitet

Variante 1: User wird auf eine Sexpartner-Seite umgeleitet

Achterbahn5

Was ist nun mit dem Video?

Weit und Breit keines zu sehen. Das Einzige das ein User zu sehen bekommt, ist eine Sex- und Datingwebseite.

Facebooknutzer sollen hier animiert werden, sich anzumelden. Um das ganze sehr real aussehen zu lassen, werden hier die IP Adressen der User ausgelesen. Die Damen, die man auf diesen Bilder zu sehen bekommt wohnen nämlich genaue in jener Stadt, wo auch der Nutzer beheimatet ist (welche Zufall!)

Steigt der User nun auch noch auf den Betrug ein und beantwortet laufend die nachkommenden Fragen, dann kann sich der User am Ende für diese Seite registrieren!

Achterbahn8

Achterbahn9

Variante 2: User wird auf eine nachgebaute YouTube Seite umgeleitet

Sieht so aus:

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Der User muss nun sein Alter bestätigen. Angeblich müsse er mindestens 13 Jahre alt sein, um das Video sehen zu können. Dazu muss der User wiederum 2 Links folgen!

Beide Verweise enden bei dubiosen Gewinnspielen, wo der User seine Handynummer angeben muss:

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Fazit:

Es gab zu keinem Zeitpunkt ein Video zu sehen.  User werden hier unter Vorgabe falscher Tatsachen in die Falle gelockt.

Variante 1: Sexpartnerseite

Die Recherche ergab weiters, dass die Betreiber der o.a. Seite mit einem 14 Tägigen Probeabo werben und das sich trotz fristgerechter Kündigung dennoch verlängert. Die Folge: Es werden 89,90€ fällig!

Variante 2: Gewinnspiele

Bei beiden Gewinnspielen, wir nehmen an das dies Partnerprogramme sind, wo es für die Betrüger Provision gibt, können User in die Abofalle tappen!

In die Falle getappt?

Wenn du das Video “unabsichtlich” geteilt hast, dann entferne sofort wieder den Statusbeitrag aus der Chronik und informiere bitte deine Freunde über dein Missgeschick. Gerne kannst du dazu auch diesen Bericht mit deinen Freunden teilen!

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell
war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur
Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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