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Der Giftcocktail im Hausmüll: Alte Batterien und Akkus

Tom Wannenmacher, 7. Dezember 2020
Artikelbild: Syda Productions / Shutterstock
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Wo braucht man nicht überall Batterien oder Akkus – die Liste ist endlos! Wenn die Dinger dann alle sind, landen sie meistens im Müll. Und da erwachen sie dann zu ihrem zweiten Leben als Giftschleuder.

-Eine Information unseres Kooperationspartners von Chekced4you.de-

Im Handy, im Wecker, in Taschenlampen, auf dem Mainboard des Rechners, in Uhren, in der Spielekonsole … in der Tat wird die Liste ganz schön lang, wenn man mal zu sammeln anfängt.

Batterien erzeugen Strom auf chemischer Basis. Und daher ist da so einiges drin: Besonders Cobalt und Mangan sind umweltbelastende Schwermetalle, die sowohl für den Menschen als auch für Tiere und Ökosysteme giftig sind – und über Tiere und Umwelt auch wieder indirekt den Menschen erreichen können. Nickel, Zink oder Lithium können ebenfalls die Umwelt schädigen und sind außerdem Rohstoffe, die man eigentlich noch ganz gut gebrauchen könnte. Dann wären da neben vielen anderen Batterie-Zutaten auch noch solche ätzenden Leckerchen wie Kalilauge oder Schwefelsäure.

Hausmüll-Verbot

Im Hausmüll sind Batterien sowieso verboten. Es halten sich nur zu wenige dran. Laut Umweltbundesamt wurden im Jahr 2019 etwa 55.905 Tonnen Gerätebatterien und Akkus in Deutschland verkauft. Davon wurden rund 52 Prozent wieder über Sammelboxen oder auf Recyclinghöfen gesammelt! Die andere Hälfte wurde in den Hausmüll oder – schlimmer noch – wild in die Landschaft geworfen. Oder sie „schlafen“ noch zu Hause, weil sich einfach keiner drum kümmert.

Jede Menge Abgabestellen

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Nun will man natürlich nicht jedes mal zur Sondermülldeponie latschen, wenn mal eine Batterie alle ist. Muss man aber auch gar nicht: Man kann sie sammeln und meistens schon im Laden um die Ecke wieder loswerden. Mittlerweile gibt es über 200.000 Abgabestellen – im Handel und bei den Kommunen –, die Batterien zurücknehmen. Das muss jedes Geschäft machen, das Batterien verkauft. Meistens stehen dafür grüne Sammelboxen im Kassenbreich. Wenn ihr keine Box seht, fragt einfach mal nach.

Auch größere Akkus aus Laptops oder anderen Geräten kann man im Handel abgeben, wenn sie nicht mehr nutzbar sind. Daheim sollte man aber nicht erst allzu große Mengen ansammeln und darauf warten, dass sie irgendwann auslaufen und sich den Weg zur Wohnung darunter freiätzen ;-). Lieber in einer kleineren Schachtel oder einem Glas sammeln und nach einiger Zeit zum Shopping mitnehmen und ausleeren. Der Effekt erscheint für den Einzelnen zwar gering (kennt man ja: „was sollen die paar Batterien im Müll schon schaden?“), aber in der Summe mit vielen anderen …

Was passiert mit den extra gesammelten Batterien?

Die so gesammelten Batterien werden aber nicht einfach nur gut verschlossen irgendwo versenkt oder vergraben. Vielmehr werden die Dingerchen sortiert und dann je nach Machart unterschiedlich verwertet. Die Sortierung hat mit der ihnen innewohnenden Chemie zu tun: Nickel-Cadmium-, Lithium-, Zink-Kohle-Batterien/Akkus usw. So können Stoffe wie Cadmium, Nickel oder Zink recycelt und für neue Batterien oder auch andere Dinge verwendet werden. Stahl wird gesammelt und anfallende Schlacke findet im Straßenbau einen neuen Einsatzbereich. Nur weniger als ein Prozent der zurück gegebenen Batterien wie Spezialbatterien und nicht identifizierbare Batterie-Gemische müssen heute noch über den Sondermüll entsorgt werden.

Mit der Rückgabe schont man die Umwelt sogar doppelt: Wenn man Recyclingmaterial hat, muss man weniger neue Erze zur Metallgewinnung aus der Erde holen. Bergwerke sind Unternehmen, die die Natur in ihrer Umgebung häufig stark verschmutzen. Da ist es gut, wenn man mit der Batterierückgabe dafür sorgen kann, dass es nicht so viele davon gibt.

Wenn die Batterie also erst mal zurückgegeben wurde, lässt sich eine Menge damit machen und das ist weitaus besser, als die kompletten Batterien einfach in die Umwelt zu knallen.

Brandgefahr durch Lithium-Ionen-Akkus

Immer mehr Akkus in Geräten sind sogenannte Lithium-Ionen-Akkus. Sie können besonders gut Energie speichern. Daher findet man sie in jedem Handy. Doch die gespeicherte Kraft auf kleinem Raum birgt auch ein Brandrisiko. Immer wieder kommt es vor, dass Geräte mit einem defekten Lithium-Ionen-Akku anfangen zu brennen. Daher ist es wichtig darauf zu achten, dass die Akkus nicht beschädigt werden oder etwa aufgeblähte Akkus, wie sie bei manchen Smartphones vorkommen, schnell auszutauschen. Um einen Kurzschluss zu vermeiden, sollten die Kontaktstellen des Akkus mit Klebeband abgeklebt werden bevor man sie in die Sammelbox gibt. Bei Batterien ist das nicht nötig, weil sie weniger Power haben.

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Quelle: Checked4you
Artikelbild: Syda Productions / Shutterstock


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