Wir werden immer wieder gefragt, woher Fakes und Falschmeldungen stammen. Ob es da ein System gäbe, ob da irgendwelche Strukturen hinter stecken. Ob da jemand im Dunkeln die Fäden zieht.

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Doch eigentlich ist es oftmals ganz einfach: viele Falschmeldungen entstehen einfach aus falschen Beobachtungen oder missverstandenen Informationen. So wie in Mechernich (NRW), wo laut Nutzeraussagen auf Facebook das SEK in Mechernich nach einer Geiselnahme im Kindergarten diesen gestürmt haben soll und in “wild west Manier” geschossen habe.

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War es diese kleine Frage und die darauf folgenden Antworten, die nun den Kindergarten in Mechernich zu Schauplatz eines Geiseldramas machten?

– Wss ist am Kindergarten los?SEK

– Geiselnahme wie ich gehört habe. Da ist alles aufgefahren. Polzeiabsperrung,Krankenwagen und SEK

– Welcher Kindergarten?

– Oh man hört man denn gar nichts anderes mehr

– Wat is los in mechernich

– Is auf jeden Fall geschossen worden.Herrrlich Wid West in Mechernich

Im weiteren Verlauf der Kommentare geht es dann um Terror, Gutmenschenpack und so weiter. Soll aber an dieser Stelle nicht weiter interessieren, denn am Ende war es dann doch nicht ganz so, wie in den Kommentaren zunächst spekuliert.

Die Realität

Der Polizeibericht liest sich dann wieder anders als die Userspekulationen:

Spezialeinheit beendet Bedrohungslage

28.03.2017 – 14:36

53894 Mechernich (ots) – Heute Vormittag (28.03.2017, 10.36 Uhr) erhielt die Polizei Kenntnis von einer Bedrohungslage im Kernstadtbereich Mechernich. Der Mann drohte sich selbst mit einem Messer das Leben zu nehmen. Im direkten Einwirkungsbereich dieser Person befanden sich zwei leibliche Kinder. Durch die Hinzuziehung von Spezialkräften konnte der Mann überwältigt werden. Die Kinder konnten unverletzt in Obhut genommen werden. Vor dem Erscheinen der Polizei sowie während des Einsatzzeitraumes verletzte sich der Mann immer wieder selbst mit einem Messer. Aufgrund dieser oberflächlichen Verletzungen wurde der Mann ärztlich versorgt. Zurzeit wird er auf der Intensivstation vorsorglich ärztlich beobachtet. Danach erfolgt eine Einweisung in eine geschlossene psychiatrische Abteilung.

Das Problem an der ganzen Geschichte: diese Art von Falschmeldungen auf Facebook verärgern die Polizei. Der Pressesprecher der Polizei im Kreis Euskirchen, Lothar Willems, wird in der Kölnischen Rundschau wiedergegeben: [1]

„Solche Falschmeldungen können gerade bei aktuellen Ereignissen die Arbeit der Polizei behindern.“

Siehe dazu auch:

31-Jähriger droht mit Selbstmord und löst SEK-Einsatz aus

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