Die Zuganzeige mit Abfahrtszeit "inschallah"

Faktencheck: Die Zuganzeige mit Abfahrtszeit „inschallah“

Von | 13. Dezember 2019, 10:48

Der Zug fährt ab, so Allah es will…

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…eine Aussage, der sich so mancher Berufspendler mit einem bittersüßen Lächeln vielleicht anschließen kann. Auch wenn die Deutsche Bahn mal ein Vorbild der Pünktlichkeit war, so sind diese Zeiten doch schon länger her: Verspätungen und Ausfälle sind an der Tagesordnung. Fairerweise muss man dazu sagen, dass die Bahn nicht immer daran selbst schuld ist, nervig ist es aber schon.
Umso erfrischender deshalb die augenscheinliche Zuganzeige, die gar keine Abfahrtszeit oder Verspätung mehr angibt, sondern nur noch ein lapidares „inschallah“ („In schā‘ Allāh“ oder auch „n schā’a llāh“ = „So Allah will„) vermeldet.

Auf Twitter wird sich darüber amüsiert…

„Zug kommt inshallah“. Super integriert die@DB_Bahn

…und empört.

„Gestern auf der Anzeige im Hauptbahnhof Köln: „Zug kommt inschallah“. Ist das noch zu fassen?! #Islamisierung
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Aktuelles Top-Thema:

Es klingt schon so, als ob der Nutzer, welcher nun eine Islamisierung der Deutschen Bahn befürchtet, dies sogar live gesehen und fotografiert hat.
Wir Spoilern an dieser Stelle schonmal: Er hat das bestimmt nicht gesehen und fotografiert!

Davon ausgehend, dass der Nutzer den Tweet am 12. Dezember schrieb, müsste die Anzeige am 11. Dezember („gestern“) zu sehen gewesen sein. Allerdings wurde auch bereits am 8. Dezember darüber getweetet.

Es geht aber noch früher: Bereits am 5. Dezember erschien ein Artikel auf der Seite „Noktara“ über diese Inschallah-Anzeige der Deutschen Bahn.
Demnach soll der Pressesprecher der Deutschen Bahn gesagt haben, dass man Abfahrtspläne, Fahrtzeiten und Abfahrtsgleis nur noch als unverbindlich ansehen sollte.

“Wenn man erst verstanden hat, dass das Schicksal eines jeden Menschen bereits geschrieben steht, dann ärgert man sich auch nicht mehr über Verspätungen. Im kosmischen Sinne ist nämlich jeder genau da, wo er zu diesem Zeitpunkt sein soll und manchmal ist das eben der Wartebereich am Gleis. So gesehen gibt es gar keine Unpünktlichkeit. Wir sind einfach nur zu verblendet, um die Weisheit hinter einer vermeintlichen Verspätung zu erkennen.”

Wird die Deutsche Bahn jetzt also „islamisiert“?

Fast hat man diesen Eindruck. Fast. Denn weiter heißt es im Artikel, dass als nächste Schritte der Alkoholkonsum in Zügen untersagt wird und Schwarzfahren in Weißfahren umbenannt wird, um dunkelhäutige Fahrgäste nicht zu diskriminieren.

Na? Wird langsam klar, was das für ein Artikel ist?

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„Noktara“ ist ein Satireportal!

Soll aus Rücksicht auf Muslime die Stadt Essen in Fasten umbenannt werden? Fordert die AfD, dass Muslime im Bus hinten sitzen? Und verklagt Ferrero die AfD wegen eines blauen Schoko-Osterhasens?

Die Antwort lautet: Nein, nein und wieder nein. Es handelt sich dabei um Schlagzeilen des Satire Portals „Noktara“. Die Seite wird von Muslimen aus Deutschland betrieben. Mit einem Augenzwinkern werden auf Noktara.de „Nachrichten aus dem Morgenland, schon heute“ präsentiert.

In der FAQ-Sektion der Seite steht ebenfalls:

„Im Gegensatz zur restlichen Lügenpresse, geben wir wenigstens zu, dass unsere Meldungen frei erfunden sind und aus Tausendundeiner Nacht stammen. Oftmals haben unsere Nachrichten jedoch einen realen oder tagesaktuellen Bezug.“

Fazit

Nein, die Deutsche Bahn wird nicht „islamisiert“, es wird nicht künftig „inschallah“ auf den Anzeigetafeln stehen. Das Foto stammt aus dem Artikel einer Satire Seite.

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