Eine Vielzahl von Anfragen auf unserer Facebookseite können wir nicht beantworten, da wir einfach keine Antworten von denen bekommen, die wir anschreiben.

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An anderen Stellen wiederum überrascht es uns, wenn wir offene und klare Antworten bekommen. So wie bei folgender Anfrage:

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(Screenshot: Facebook, öffentlicher Status)

Zunächst: es geht um einen Artikel aus der Huffington Post vom 14. Oktober 2015 mit der Überschrift “Ich ließ vier Flüchtlinge bei mir wohnen. Und dann passierte es”. Zugegeben, die Überschrift lässt zunächst ein Clickbaiting erahnen und man kann davon ausgehen, dass dieser Titel auch bewusst nach diesen Kriterien gewählt wurde.

Fehler, Gruppe existiert nicht! Überprüfen Sie Ihre Syntax! (ID: 1)

Zweifel in den Kommentaren

Bereits bei uns in den Anfragen gab es Zweifel an dem Artikel, gerade in Bezug auf die Thematik von erfundenen Findern, wo sich hier nun zeigt: es ist bei reinen Geschichten kaum mehr möglich zu unterscheiden, was erfunden und absichtlich ins Netz gesetzt wurde und was der Wahrheit entspricht.

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(Screenshot: Facebook, öffentlicher Status)

Ähnliche Zweifel gibt es auch an anderer Stelle. Auf der Suche nach Veröffentlichungen des Artikellinks auf Facebook zeigen sich mehrere Kommentare in dieser Richtung:

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(Screenshot: Facebook, öffentlicher Status)

Andere Quellen

Selbige Autorin hat bereits eine Woche vorher, am 08.Oktober, in einem Artikel beiläufig erwähnt, dass sie eine Familie bei sich Wohnen ließ, welche aus Serbien stammt und in Deutschland eher den Status „Wirtschaftsflüchtling“ trägt.

Ich nahm sie und ihre Kinder auf. Zwei Tage wohnten wir zusammen.

Hier erfährt man, dass es sich um Roma handelt. Die Herkunft Serbien sagt ebenfalls, dass es sich nicht um Kriegsflüchtlinge handelt, sondern um eine Volksgruppe, welche in Europa als Minderheit lebt.

Direkt nachgefragt

Wir haben daher die Autorin direkt angeschrieben und sie zu unserer Nutzeranfrage befragt und auch auf die Fragen in den Kommentaren hingewiesen.

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Ebenso haben wir noch mit der Autorin telefonieren können.

Krampfhafte Politisierung

Neben der Flüchtlingsdebatte erleben wir in den sozialen Netzwerken derzeit eine krampfhafte Politisierung. Die Aufnahme dieser Familie erfolgte ohne jegliche politische Motivation, sondern eher aus humanitären Gründen.

Was ist denn nur los derzeit? Warum wird jeder sofort in eine Ecke geschoben? Nicht jeder, der Bedenken und Ängste trägt, ist direkt ein fremdenfeindlicher Wutbürger aus dem rechten Spektrum, ebenfalls ist nicht jeder, der aus humanitären Gründen eine Hilfe für richtig ansieht, direkt ein linksversiffter Grüngutmensch. Wann versteht man endlich im Netzwerk, dass man moderat eine Ansicht wiedergeben kann, ohne gleich mit einen politischen Kampfmittelräumungsdienst beleidigt zu werden.

Dies ist ein Phänomen, welches früher nicht so existierte, bzw. nicht in den Vordergrund trat. Auf einmal gelten heute jedoch Menschen als “politisch”, die eigentlich nur “humanitär” sind. Bei der Bearbeitung dieses Artikels fiel mir eine freiwillige Aktion aus meiner Schulzeit ein, genauer aus dem Dezember 1994, als wir in einem der Versmolder Flüchtlingsheime mit den damals dort wohnenden Flüchtlingsfamilien eine Adventsfeier abhielten. Mitte der 90er kamen ebenfalls hunderttausende Kriegsflüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Mitteleuropa, damals hat jedoch niemand von uns als “politisch” gegolten, nur weil wir geholfen haben. Die Geschenke waren Schülerspenden von uns, die Weihnachtslieder kamen live von Vanja (Gitarre) und mir (Trompete).

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Damals kamen wir mit dieser Aktion ebenfalls in die Zeitung, jedoch beschimpfte uns niemand als “Gutmenschen”. Im Gegenteil, meine Oma (selbst Vertriebene aus Ostpreußen) war sogar stolz auf mich. Wir waren schließlich alle Schüler, die zum einen die Aktion freiwillig durchgeführt haben, zum anderen fanden wir es menschlich richtig. Politik hat uns in dem Moment überhaupt nicht interessiert. Daher kann man eigentlich nur sagen:

Cool down!

Es ist nicht alles immer politisch, es ist nicht immer “gegen andere” gemeint. Gerade wenn man sich für andere einsetzt, ist das nicht dazu gedacht, um wiederum anderen, die das nicht möchten, eins auszuwischen. Und erst recht ist nicht alles immer politisch gemeint.

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