“N-24 hat das Video nach kurzer Zeit wieder vom Netz genommen.” “Vielleicht war es einfach zu ehrlich?”  Wurde hier wirklich Zensur betrieben?

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Hat Herr Wendt in einem Interview am 29. September 2015 auf N24 so viel gesagt, dass der Sender das Video aus der Mediathek löschen musste? Der Vorwurf auf Facebook lautet:

N-24 hat das Video nach kurzer Zeit wieder vom Netz genommen. Aber es wurde von aufmerksamen Beobachtern auf YouTube hochgeladen. Seitdem wird es immer wieder von YouTube gelöscht. Warum? Weil Rainer Wendt, der Chef der Polizeigewerkschaft, die Wahrheit sagt. Wenn Ihr die Möglichkeit habt, ladet Euch das Video runter und verbreitet es weiter.

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(Screenshot: Facebook, öffentlicher Status)

Zunächst: die Worte von Wendt sind primär nicht anzuzweifeln, dazu gibt es auch keinen Grund. Als Gewerkschaftssprecher hat er für die Interessen der Polizei einzustehen und auch darauf hinzuweisen, wenn sich die Polizei in einer schwierigen Lage sieht. Seine Angaben stammen aus Polizeiberichten.

Zur Person Wendt

Rainer Wendt wurdeam 29. November 1956 in Duisburg geboren und ist ein deutscher Polizeibeamter. Seit 2007 ist er zudem Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG). Gleichzeitig ist er seit über 40 Jahren Mitglied der CDU und Mitglied im Bundesvorstand des Deutschen Beamtenbundes, in dem er die Fachkommission Innere Sicherheit leitet. (Quelle: Wikipedia)

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Zu dem Zensurvorwurf

Dieses Video, welches hier angesprochen wird, ist nicht in der Mediathek auf N24 zu finden. Das stimmt, das ist korrekt. N24 äußerte sich dementsprechend gegenüber MEEDIA:

„Dieses Video war niemals in der Mediathek und wurde dementsprechend auch niemals gelöscht.“ Das Interview sei im N24-Livestream gelaufen und für 24 Stunden abrufbar gewesen. „Wir verwehren uns dagegen, dass man im Netz solche Behauptungen aufstellt, ohne bei uns nachzufragen“, sagt die N24-Pressesprecherin Kristina Faßler. „Sorgfaltspflicht gilt auch für kleinere Blogs.“Die Aussagen, die Herr Wendt dort wiedergibt, sind deutlich und auch ungekürzt. Jedoch sind diese Aussagen aus dem Video weder ein Geheimnis, noch so zensurverdächtig, wie es derzeit angeprangert wird.

Die Aussagen von Herrn Wendt sind überall im Netz zu finden, der Focus hat sie sogar punktuell aufgelistet! (siehe Focus vom 02. Oktober 2015)

Ebenso findet man Herrn Wendts Aussagen in verschiedenen Fernsehinterviews auf verschiedenen Sendern, sogar auf N24 mehrfach. In jedem Interview gibt er logischer- und konsequenterweise den identischen Inhalt wieder. Einige Beispiele:

Und jetzt wird es besonders interessant!

In jedem Video spricht Herr Wendt deutlich von den Problemen, mit welchen die Polizei zu kämpfen hat. Das darf und soll auch jeder wissen, daran gibt es nichts zu löschen.

Warum sollte man seine Forderungen nach mehr Polizeikräften zensieren? Seine Aussagen gab es bereits vor der Flüchtlingsdebatte, als Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) ist die Forderung nach mehr Sicherheitskräften und auch deren Interessen ja quasi sein Job (siehe: Rainer Wendt zur Sicherheitslage in Deutschland auf Phoenix ). Auch in diesem Video gibt er sich regierungskritisch.

Man kann also durchaus sagen: Herr Wendt hat das immer schon gesagt, ihm hat nur scheinbar niemand zugehört!

Ebenso ist das, was Wendt sagt, nichts Neues. Amnesty International hat zum Beispiel schon 2013 auf Missstände aufmerksam gemacht, welche in Flüchtlingslagern vorherrschen. Das war zwar nicht Deutschland, jedoch gleicht es sich mit den Worten von Wendt:

Al Zaatari ist mit rund 120’000 syrischen Flüchtlingen inzwischen das grösste Flüchtlingslager in Jordanien. Die Bewohner berichten vom täglichen Kampf, um die einfachsten Bedürfnisse stillen zu können. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser, die hohe Kriminalitätsrate und die mangelnde Sicherheit im Lager gehören zu den grössten Problemen.

Frauen und Mädchen im Zaatari Camp leben in ständiger Angst vor sexueller Gewalt. Einige erzählten, dass sie aus Angst vor Übergriffen und Vergewaltigungen nachts nicht die Toilette aufsuchen. Andere berichten von jordanischen Männern, die im Lager regelrecht auf «Brautschau» gingen.

(Quelle: Amnesty International)

Zu beachten ist aber auch

Herr Wendt sagt das auch nicht nur in der Flüchtlingsdebatte, er vertritt diese Aussage zu jedem sicherheitsrelevanten Thema. Er hat zu jeder Situation eingeworfen, wie gefährlich sie ist. Niemand streitet seine Worte ab, die sind gewiss wohl gewählt, aber Herr Wendt tritt seit Jahren in sicherheitskritischen Fragen mit starken Ausdrücken auf, Fussballfans dürften seine Forderungen bekannt sein:

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(Screenshot: Kicker.de aus 2009)

Zensurvorwurf?

Um das Thema zu schließen: ein Zensurvorwurf ist Quatsch. Die Aussagen von Herrn Wendt stehen und sind vielfach zu finden. Die Aussagen sind in erster Linie auch nicht anzuzweifeln, denn es ist einfach sein Job, sich zu sicherheitskritischen Themen zu äußern und sich für die Interessen der Polizei einzusetzen, was bis hin zu lebensgefährlichen Namensschildern geht.

Eine Vielzahl der Interviews und Auftritte kann man bei Youtube finden, viele davon sogar auf den offiziellen Kanälen einzelner Sender: https://www.youtube.com/results?search_query=rainer+wendt

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