An dieser Stelle möchten wir uns beim NDR Panorama-Team bedanken, das uns 2 Tage lang hier in Wien begleitet und unsere Arbeit dokumentiert hat.

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Kampf im Netz gegen unbekannt agierende Störer, ja das ist ein Teil unserer Arbeit. Auf dieser täglichen Arbeit sehen wir viele Unwahrheiten, viele falsch dargestellte Informationen und am Ende auch viele Wahrheiten, die in dem Ganzen durcheinander schwer zu erkennen sind.


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Warum das alles so wichtig ist

Wir leben nicht mehr in den 80ern oder 90ern des letzten Jahrtausends. Wir können und dürfen nicht mehr zwischen „realer“ und „virtueller“ Welt unterscheiden, denn wir sind mittlerweile so weit vorgedrungen, dass beide Welten ineinander übergegangen sind. Die Realität diktiert das Virtuelle, das Virtuelle wirkt auf die Realität. Es ist Eins geworden. Aber in den Köpfen vieler noch nicht bewusst geworden.
Lange wurde die Macht der sozialen Netzwerke belächelt, ja selbst heute winken viele Menschen an entscheidenden Stellen die Inhalte von Facebook, Twitter oder WhatsApp ab. Doch damit setzen sie sich selbst auf den Sockel einer vergangenen Zeit: politisch, gesellschaftlich und auch familiär sind wir an einer Stufe angekommen, in denen soziale Netzwerke einen selbstverständlichen Bestandteil in unserer Kommunikation darstellen.

Soziale Medien sind nicht einfach nur eine Plattform für Selbstdarsteller oder Menschen ohne Freunde, sondern haben einen Stellenwert wie das Telefonieren, vielleicht sind soziale Netzwerke derzeit auch im Begriff, das Telefonat abzulösen und sich als vorherrschende Art der Kommunikation darzustellen. Allein die Messenger, ob WhatsApp, Snapchat oder von Facebook (und natürlich auch alle anderen) haben natürlich die Kommunikationsrate rasant erhöht und das flächendeckend verfügbare Internet hat dazu geführt, dass wir immer und überall auf Messengern und Netzwerken erreichbar sind.

Gerade die Vernetzung hat sich verändert, leider oftmals zum Negativen. Einzelmeinungen haben ihre Pendants gefunden und sind laut geworden. Geheime Stimmen, welche gegen die Gesellschaft arbeiten, schreien aus der Anonymität heraus und erreichen Menschen, die sie sonst nie erreicht hätten und mobilisieren so zerstörerische Kräfte. Wut, Hass und Gewalt wird über das Netz gesät und auf den Straßen geerntet.

Gerade diese Aspekte wurden lange Zeit verkannt, als dann der „Aufstand der Anständigen“ gefordert wurde, war es im Grunde bereits zu spät. Destruktive Kräfte waren bereits in der Offensive und haben einfach schneller geschaltet. Denn sie haben gelernt: wer zuerst etwas behauptet, hat immer den Vorteil auf seiner Seite. Der Fake, die Falschmeldung, allein weil dramatischer, hat grundsätzlicher eine höhere Reichweite und auch leider oftmals den längeren Atem.

Das funktioniert natürlich auch nur, wenn ein gewisser Nährboden vorhanden ist, wenn eine bestimmte Erwartungshaltung dem Empfänger der Botschaften innewohnt.

Es fühlt sich ein wenig wie „Brot und Spiele“ an: wer das größte Drama, die absurdeste Story, den „heftig“sten Skandal erzählt, der kommt mit dieser Statusmeldung am weitesten. Das haben dummerweise nicht nur Privatpersonen bemerkt, sondern teilweise leider auch Medienstellen. So nutzen Verlage und Zeitungen maßlos das Netz und „scheißen“ förmlich ihre Inhalte. Anders kann man es leider nicht mehr nennen.

Wir haben ein wenig die Informationskultur verloren, gerade weil viele Menschen nicht mit den Möglichkeiten der sozialen Netzwerke vertraut sind, weil an vielen Stellen eine gewisse Medieninkompetenz vorhanden ist. Was auch durchaus nachvollziehbar ist.
Die Journalistin und Autorin Ingrid Brodnig hat jüngst erst das Internet und seine Diskussionskultur mit den frühen Stunden des Automobils verglichen: wir haben einfach derzeit noch keine richtigen Airbags, kein ESP und auch kein ABS.

Wir sind der gleichen Ansicht und gehen an dieser Stelle sogar noch einen Schritt weiter: wir haben nicht allein einen Mangel an Sicherheits- und Schutzsystemen, sondern dummerweise von vorn herein sogar die Möglichkeit, mit hohen Geschwindigkeiten fahren zu können. Wir haben einfach derzeit die Möglichkeit, mit 300 Sachen vor die Wand zu fahren. Ohne Airbag oder Bremsassistent.

Mit den Schäden müssen wir ebenso klar kommen, denn wir haben auch keine Versicherung. Wir sind grundsätzlich auf uns allein gestellt. Wir haben lediglich wenige rudimentäre, jedoch wirksame Sicherungssysteme: unseren Verstand, unsere Vernunft und in einem gewissen Umfang auch unsere Ethik. Das müssen wir einfach nutzen und dem entgegen setzen, was uns manipulieren will, was uns von Mensch zu Unmensch formen will.
Daher ist es nicht allein wichtig, dass wir technische Sicherheitssysteme entwickeln, sondern auch zusätzlich Regeln für den Straßenverkehr, also Regeln für ein Miteinander in Netzwerken und dem Internet einhalten. Wir dürfen niemals das „Menschsein“ verlieren, wir dürfen niemals vergessen, dass auf der anderen Seite des Monitors ebenfalls ein Mensch sitzt. Ein Mensch, der nicht belogen werden will, ein Mensch, der einfach nur kommunizieren will.

Und wenn ein wenig von all den vielen Worten hängen geblieben ist, dann hoffen wir, ist es die Erkenntnis dessen, dass man nicht immer vorne weg schreien muss, dass man prüfen sollte, ob die dargereichte Information auch korrekt ist, dass man sich eben im Netz auch so verhalten sollte, wie man sich auf der Straße verhalten würde. Respekt, Anstand, gerne auch mal einen Schritt Abstand und vor allem eine große Portion Vernunft sind ein guter Ratgeber in der Navigation durch das Internet und die sozialen Medien.

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