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Bis vor wenigen Wochen war den meisten Menschen die Plattform YouNow noch völlig unbekannt, bis sie in den Medien einen großen Aufschrei erzeugt hat.

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Seit dem ist YouNow für viele Menschen ein rotes Tuch und auch wir haben vor, die Gefahren dieser Plattform aufzuzeigen, aber auch aufzuklären, was YouNow eigentlich ist und wie man YouNow bewusst und vernünftig nutzen kann. Um diesem Themenfeld gerecht zu werden, nehmen wir uns ein wenig mehr Zeit und bearbeiten Thema für Thema in mehreren Berichten.

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YouNow ist nicht der Teufel, sondern genau das, was die Nutzer daraus machen. Und da werden wir ansetzen und unter anderem auch genau schauen, was die Nutzer machen.

So funktioniert YouNow

Heute werde wir ganz sachlich nüchtern die Funktionsweise des Portals betrachten um zu verstehen, wie das Portal arbeitet und wie die Nutzer es nutzen. Denn es ist sinnlos über eine Sache zu schimpfen, die man nicht kennt und nicht versteht. Gerade weil man etwas nicht versteht, sollte man nicht verurteilen.

YouNow ist eine Streamingplattform. Streaming, dass bedeutet, dass die Daten (in diesem Fall Video und Audio) live fließen. YouNow arbeitet hier nach dem klassischen Zuschauer – Darsteller Prinzip. Die Zuschauer sind in diesem Fall die passive Seite. Sie sind reine Konsumenten, welche jedoch die Möglichkeit haben, mittels Tastatur ein Feedback zu geben oder fragen zu stellen. Der Zuschauer sendet keinerlei Videodaten von sich! Entgegen der Meinung vieler, dass jeder eine Kamera am Laufen hat, so wie es z.B. bei Skype ist, hat bei YouNow ausschließlich der Darsteller seine Kamera am laufen. Dieser sendet (Broadcaster) und kein anderer. Der Zuschauer kann sich also recht anonym halten. Das diese Anonymität natürlich ausgenutzt werden kann, werden wir nochmal näher beschreiben.

Der Darsteller hingegen  sendet, er ist live. Der Darsteller ist auch für den Inhalt seiner Widergabe verantwortlich, da er im Grunde selbst entscheidet, was er von sich gibt. Das ist ein zweischneidiges Schwert, da in diesen Freiheiten sowohl die Vorteile, aber auch die gefahren des Portals liegen.

Einfachste Bedienung

Wer eine Facebook, Twitter oder Google+ Account hat, kann sich über diesen einloggen. Es gibt kein extra Registrierungsformular.

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Mit diesem Login werden automatisch die öffentlichen Angaben des jeweiligen Accounts übernommen, so dass man auch hier darauf Acht geben muss, was in den Einstellungen zu sehen ist. In den Settings sollte man daher unbedingt alle Angaben prüfen.

Auch hier ist der positive Aspekt der Einfachheit gleichzeitig ein potentieller Kritikpunkt, denn man verknüpft eines seiner bestehenden Konten mit dem Dienst.

Die Inhalte

Hier ist spiegelt sich weiter die Einfachheit des Portals wieder. Die Inhalte sind im Grunde auf den ersten Blick überall identisch: die einzelnen Broadcaster reden frei aus ihrer Situation heraus, wie ihnen der Mund gewachsen ist oder beantworten die Fragen ihrer Zuschauer. In vielen Fällen ist das äußerst platt und wenig originell. Aufgrund des Rangsystems (welches wir auch noch näher und kritisch betrachten werden) versuchen nun einige Broadcaster mit spektakulären und intimen Details viele Zuschauer zu bekommen.

Und an dieser Stelle beginnt nun die große Schwachstelle des Portals. Eine große Menge an Minderjährigen Teilnehmern redet sehr freizügig über das eigene Leben, beantwortet Fragen oder lässt es zu, sich von einzelnen Personen diktieren oder “haten”  zu lassen.

Interessante live-Verknüpfung

YouNow ist in seinen Funktionen eine Kombination aus Facebook, Twitterelementen und YouTube – nur halt live. Es gibt wie bei Facebook eine eigene Pinnwand, an der man Beiträge und Bilder posten kann und andere kommentieren können. Diese hat jedoch nicht die hohe Gewichtung wie Facebook. Man kann problemlos Fans von anderen werden, ohne eine Freundschaftsanfrage stellen zu müssen, quasi wie ein Follower bei Twitter.

Letzten Endes ist jedoch die Broadcastfunktion (senden) das Hauptmerkmal der Plattform. YouTube live mit Interaktion. Zusätzlich vergangene Broadcasts abrufbar.

Worauf wir schauen werden

Thematisch werden wir noch auf die Vor- und Nachteile des Portals eingehen, und auch deutlich anhand der aktuell meistvertretenen Inhalte die Schwächen und Kritikpunkte von YouNow beleuchten.

Medienkompetenz und Kontrollinstanzen werden auch ein Thema sein. In diesem Bereich werden wir auch Eltern und Nutzern ein paar Hinweise geben, wie man Gefahren und auch No-Gos umgehen und vermeiden kann.

Am Ende wollen wir aber auch die juristischen Probleme der Broadcaster bei YouNow darstellen, hierzu werden wir, wie immer, unsere Partner von GGR Rechtsanwälte zu Wort kommen lassen.

YouNow ist nicht der Teufel, jedoch muss ein besonderes Bewusstsein im Umgang mit dem Portal aufgebaut werden. Gewisse Verhaltensregeln müssen aufgestellt werden und auch von administrativer Seite eingehalten und Verstöße je nach Schwere geahndet werden. Hier ist bei diesem jungen Portal mit viel Potential auch sehr viel Arbeit zu verrichten, die YouNow derzeit speziell im deutschsprachigen Raum noch gar nicht bewältigen konnte.

Autor: Andre, mimikmama.at