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Yahoo scheint in den E-Mails seiner Nutzer herumgeschnüffelt zu haben, oder besser gesagt Yahoo hat herumschnüffeln lassen.

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Es ist nicht neu, dass US-Internet- und Kommunikationsfirmen Kundendaten an Geheimdienste weitergeben, aber erstmals wurde eine solche Überwachung in Echtzeit öffentlich bekannt. Was sicher nicht im Sinne von Yahoo liegt. Denn nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters hat Yahoo auf Anweisung der US-Behörden die eingehenden E-Mails aller Yahoo Kunden durchsucht. Der Internet-Konzern habe damit im vergangenen Jahr einer geheimen Anordnung der US-Regierung Folge geleistet, sagten drei mit der Sache vertraute Personen der Agentur.

Software-Tool

Yahoo entwickelte auf Anfrage von Geheimdiensten im letzten Jahr heimlich ein Softwareprogramm/Tool, das E-Mails entsprechend durchsuchbar und auch von den Geheimdiensten FBI/ NSA abrufbar waren. Mit diesem Tool, können alle verschickten und empfangenen E-Mails von Yahoo Nutzern gescannt und nach einer bestimmten Zeichenkette durchforstet werden. Das erstellte Tool wurde dort so geheim gehalten, dass nicht einmal der Sicherheitschef, damals Alex Stamos, darüber Bescheid wusste. Als Konsequenz verließ er 2015 Yahoo und ist seitdem bei Facebook tätig. Zwar wurde das Tool wohl auf einer rechtlichen Grundlage geschaffen, aber Experten sind der Meinung, Yahoo hätte dagegen kämpfen müssen, da eine solche breite Überwachung in keinem Verhältnis steht.

Dass Unternehmen Daten herausgeben müssen, wenn es das Gesetz fordert, ist logisch und nachvollziehbar, aber hier geht es ja nicht um einen konkreten Fall, sondern um eine generelle Überwachung aller E-Mails auf bestimmte Aktivitäten. Unklar blieb, welche Daten Yahoo an die US-Behörden übergab oder ob auch andere Internet-Konzerne beteiligt waren. Zudem ist nicht bekannt, ob sich auch andere Internetkonzerne einer solchen Anordnung der Geheimdienste gebeugt haben. Yahoo erklärte auf Anfrage lediglich, man halte sich an die Gesetze der USA. Die NSA verwies auf das Büro des Direktors der US-Geheimdienste, das eine Stellungnahme ablehnte. Auch Vertreter der E-Mail-Provider Google und Microsoft lehnten Stellungnahmen ab.

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