Wurden über 180 Brandstifter in Australien verhaftet?

Wurden über 180 Brandstifter in Australien verhaftet? (Faktencheck)

Von | 13. Januar 2020, 10:28

Die Feuer in Australien sollen noch ganz andere Ursachen haben: Brandstiftung in größerem Maße.

So zumindest wird von mehreren Seiten behauptet. Mancher geht noch weiter und schreibt von „linksgrünen Brandstiftern“, die die Brände entfachten, um Argumente für die Klimadiskussion zu haben. Über 180 Brandstifter sollen bereits in Australien verhaftet worden sein.

Bildquellen: Info Wars, Nau, Epochtimes

Bildquellen: Info Wars, Nau, Epoch Times

Die Schlussfolgerungen einiger Seiten und Accounts: Viele Brände wurden absichtlich entfacht, es gäbe gar keinen Zusammenhang zum Klimawandel.

Woher stammen die Zahlen?

Diese sind nicht einmal aus der Luft gegriffen, sondern haben tatsächlich eine seriöse Quelle:
Eine Sondereinheit der New South Wales berichtete, dass sie seit Ende letzten Jahres bereits gegen mehr als 180 Personen wegen Buschfeuer-Vergehen rechtliche Schritte eingeleitet hat.

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Es hilft, mehr als den ersten Satz zu lesen!

Anscheinend machten sich einige Leute zwar die Mühe, zumindest den Bericht der NSW-Police Force anzuklicken, lasen aber nur den ersten Satz und bastelten dann ihre eigenen Theorien.
Der Bericht geht nämlich noch ein wenig genauer auf die Zahl ein:

So wurden also seit dem 8. November insgesamt gegen 183 Personen (davon 40 Jugendliche) in Australien wegen 205 Buschbrandvergehen rechtliche Schritte eingeleitet – von Verwarnungen bis Strafanzeigen.

  • 24 Personen wegen vermeintlich absichtlich angezündeter Buschfeuer
  • 53 Personen wegen vermeintlicher Nichteinhaltung des totalen Brandverbotes
  • 47 Personen wegen Wegwerfens angezündeter Zigaretten oder Streichhölzer

Die restlichen 59 Personen wurden wegen geringerer Vergehen zur Anzeige gebracht (unabsichtliches Verhalten, Unachtsamkeit, geirngere Verdachtsfälle).

Die Strafe in Australien für absichtlich entfachtes Buschfeuer liegt bei bis zu 21 Jahren Haft, das Entzünden eines Feuers bei totalem Feuerverbot bei bis zu 12 Monaten Haft und/oder einer Geldstrafe von 5.500 Dollar.

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Fazit

Aufgrund der Größe und der Vielzahl von Bränden stieg auch die Anzahl der Anzeigen gegen Brandschutzvergehen, so fließen auch beispielsweise eine Verwarnung gegen einen 9-jährigen Jungen mit ein, der anderen Kindern mit einer Lötlampe beim Spielen ein Grasfeuer entfachte, ein 27-jähriger Mann, der sich im Fowler-Reservat ein Feuer machte, um Tee zu kochen und ein 35-jähriger Mann, der ein Barbecue entzündete und dabei Zaunpfähle verbrannte.

Jedoch wurde nicht gegen über 180 Personen wegen Entzünden von Buschfeuern ermittelt, es handelt sich rein um die Gesamtzahl der Brandschutzvergehen seit November 2019!

Artikelbild: Shutterstock / Von SS studio photography

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