Das Kunstprojekt bei der FFF-Veranstaltung

Faktencheck: Wurden FFF-Teilnehmer für Auftritt bezahlt?

Von | 4. Dezember 2019, 10:57

Bezahlte Demonstranten – Ein gefundenes Fressen für alle, die gegen die Thematik bestimmter Demonstrationen sind.

Und so lachen sich nun auch viele Gegner der „Fridays for Future“-Bewegung ins Fäustchen, denn die Schlagzeilen von diversen Seiten sind (fast!) eindeutig: Die Demonstranten bei FFF werden zumindest teilweise bezahlt, Schlussfolgerung: Es sind also in Wirklichkeit gar nicht so viele „echte“ Demonstranten.

Hier einige der Schlagzeilen:

Schlagzeilen zur FFF-Demo

Quellen: LVZ, Welt, RND, Watson

Doch wie es oftmals so ist: Vielen Nutzern genügt die Überschrift alleine, um sich eine Meinung zu formen. Bei einem Blick in die Artikel hätte sich nämlich gezeigt, dass sämtliche Seiten einhellig darüber berichten, dass nicht etwa FFF selbst junge Menschen für das Demonstrieren bezahlte, sondern ein eigenständiger Verein!

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Die große Bühne genutzt

Bei dem Verein „NuKLA e. V.“ (Naturschutz und Kunst Leipziger Auwald e. V.) handelt es sich um einen lokalen Verein, welcher die Idee umsetzte, am Rande der FFF-Veranstaltung am 29.11.2019 in Leipzig eine Mahnwache mit dem Titel „Auwald for Future – Schweigen im Walde“ durchzuführen.
In einem von dem Verein veröffentlichten Video sieht man die genutzten Plakate und die Aktion selbst:

Der Redebeitrag des Vereins am Rande der FFF-Demo wurde ebenfalls von dem Verein auf seiner Webseite veröffentlicht.

Die Intention des Vereins liegt auf der Hand: Sowohl FFF als auch NuKLA e. V. treten für den Naturschutz ein, allerdings werden mehr Menschen Interesse an dem Anliegen des Vereins zeigen können, wenn dieser seine Kunstaktion am Rande einer großen Veranstaltung aufführt.

Die bezahlten Statisten

In einem Gespräch mit der „Welt“ bestätigte der Vereinssprecher Wolfgang Stoiber auch, dass Menschen für den Auftritt bezahlt wurden, wehrt sich aber gegen den Begriff „Demonstranten“, da es sich seiner Aussage nach um ein Kunstprojekt handelte, wofür man die große Bühne der FFF Demonstrationen nutzte.

Auf den Plakaten ist auch deutlich erkennbar, dass speziell der Schutz des Auwalds im Zentrum derer Forderungen steht. Jedoch nahmen tatsächlich nicht die Vereinsmitglieder selbst an dem Projekt teil, sondern bezahlte Statisten, die je 50 Euro dafür bekamen.

So waren die Vereinsmitglieder zwar anwesend, jedoch nicht selbst aktiv. Aufgrund des gehobenen Alters der Mitglieder wollten sie lieber in der Nähe der Kunstaktion als Ansprechpartner fungieren, wie laut der „Welt“ aus einem anderen Interview hervorgeht.

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Fazit

Der Verein bezahlte die Statisten aus der Vereinskasse, so „RND„. Die „Leipziger Volkszeitung“ betont zudem, dass die Organisatoren der Leipziger „Fridays for Future“-Veranstaltung nichts von dem Kunstprojekt wussten und dementsprechend betroffen sind, dass „bezahlte Demonstranten“ nun mit der Bewegung in Verbindung gebracht werden.

Nochmal deutlich: Nicht FFF-Teilnehmer wurden bezahlt, sondern Statisten für das Kunstprojekt eines Vereins am Rande der Veranstaltung!

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