“Liebes Team, ist da eventuell was an den Behauptungen dran?” Diese oder ähnliche Fragen kommen seit Tagen schon bei uns an.

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Mimikama: Information

Die Antwort ist so einfach, wie sie auch unbefriedigend ist: wir wissen es nicht! Und das möchten wir deutlich sagen. Wir können es auch nicht wissen, da es sich für uns nicht prüfen lässt. Wir können nur eines machen: alle Informationen hierzu zusammentragen, ohne diese am Ende auszuwerten.

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(Screenshot: Facebook, öffentlicher Status, abgebildetes Schaubild by Cahit Kaya)

Anlass zu all diesen Fragen ist das in sozialen Medien stark verbreitete Schaubild von Cahit Kaya mit folgendem Untertitel:

Osama Abdul Mohsen war der Mann, der in Ungarn an der Grenze von einer Kamerafrau getreten wurde und daraufhin aus Mitleid einen Trainerjob in Spanien erhielt. Keiner kam auf die Idee seine Identität zu überprüfen. Hätte man dies nämlich getan, wäre klar geworden, dass er ein Extremist ist. Aber dann wäre die schnelle PR der Gutmenschen nicht möglich gewesen. So spielte man die gewohnte Opferkarte aus und hat nun wohl einen Mann zur Ikone der Flüchtlingswelle gemacht, der laut den Kurden Syriens selbst an einem Massaker an Kurden und Vertreibungen beteiligt war.

Die kurdische PYD gab am Samstag nämlich bekannt, dass es sich bei Osama Abdul Mohsen um einen Extremisten handelt, der 2004 nach einem Fußballspiel maßgeblich dazu beitrug, dass syrische Truppen 50 Kurden ermordeten. Zuletzt war er für die Al Nusra Front aktiv, die immer wieder Verbrechen gegenüber Alawiten, Christen und Kurden begeht und diese aus Syrien zu vertreiben versucht.

Die Gutmenschen machen wie immer den Bock zum Gärtner. Heißt: der Terrorist wird hier als armer Flüchtling gefeiert, während er selbst unzählig Menschen verfolgte und zur Flucht trieb.

Er ist der Fluchtgrund, aber kein Flüchtling!

Fehler, Gruppe existiert nicht! Überprüfen Sie Ihre Syntax! (ID: 1)

Was wir dazu gefunden haben:

Wir haben zusammengetragen, was wir gefunden haben:

  • der Mann heißt Osama Abdul Mohsen
  • der Mann ist Syrer
  • der Mann ist geflüchtet
  • der Mann war aufgrund des Vorfalls mit einer Fotografin in den Medien

Das geht deutlich aus allen Medien hervor. Mittlerweile ist er in Spanien angekommen und hat einen Job als Fußballtrainer in Spanien.

  • der Sender RUDAW gibt an, Mohsen stehe im Zusammenhang mit Unruhen aus dem Jahr 2004

Der Sender RUDAW gab am 21.09.2015 die Meldung heraus, dass es sich bei dem Mann nicht um einen “normalen” Flüchtling handelt, sondern um einen Terrorkämpfer, der ein Unterstützer der Nusra-Front ist. RUDAW ist ein pro-kurdischer Sender. Diese Informationen hat der Sender von der PYD, einer kurdischen Partei in Syrien und Mitglied der syrischen Oppositionsgruppe. Ferner wird ausgesagt, dass er eine Rolle bei den Unruhen in Qamischli 2004 gespielt habe, bei denen mindestens 32 Menschen ums Leben gekommen sind 160 Menschen wurden verletzt wurden. Mohsen war zu der Zeit Trainer des Fussballclubs Al-Fotuwa und nach PYD-Angaben der Anstifter der Krawalle gewesen.

  • der Islamkritiker Cahit Kaya verbreitet dieses Bild

Cahit Kaya beschreibt sich selbst auf seiner Facebookseite als “EX-Moslem, Kurde, sozialliberal, säkular humanistischer Aktivist und Atheist, mit großer Abneigung gegenüber Gutmenschen und manchmal einfach nur nervig.” Dabei beruft Kaya sich auf RUDAW als Quelle.

  • eine Gegendarstellung in der New York Times

In einem Telefoninterview gegenüber der New York Times sprach sich Mohsen gegen die Vorwürfe aus.

Was wir nicht haben

Neben der Angabe der PYD haben wir keine Quellen vorliegen, um eine entscheidende Aussage zu treffen. Es gibt nur die Aussage von RUDAW, welche sich auf die PYD bezieht. Mehr haben wir nicht.

Ebenso haben wir auch keine belegbaren Beweise, dass Mohsens Eigenangaben stimmen. Insofern stehen hier 2 Aussagen gegenüber, die jeder einzelne für sich persönlich abwägen muss. Daher werden wir das Schaubild weder dementieren, noch als wahr deklarieren.

Was wir gerne entgegen nehmen

Um eventuell doch noch ein Ergebnis zu erlangen, nehmen wir gerne jegliche Art von belegbaren Quellen entgegen.

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