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Laut einem Bericht im „Spiegel“ spricht die Verbraucherorganisation Foodwatch von einer erheblichen Verunreinigung mit aromatischen und gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen, unter anderem im „Kinder Riegel“ der Firma Ferrero und in den für Aldi produzierten Schokohappen „Sun Rice“.

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Neben Massen an Zucker (eine 100 Gramm – Tafel beherbergt 52,5 Gramm Zucker) und einem kaum messbaren Anteil an Milch, kommt also noch Mineralöl da, sogar mehr als in den im März getesteten Adventskalendern und Osterhasen.

Mineralöl?

Dieses natürlich vorkommende Gemisch aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen, sorgt dafür, dass alles in der Weltwirtschaft reibungslos läuft. Nicht der Handel oder die internationalen Beziehungen, aber die Motoren von Autos, Schiffen und Flugzeugen zum Beispiel. Da gibt es die gesättigten Kohlenwasserstoffe (englisch „Mineral oil saturated hydrocarbons“) MOSH und die aromatischen Kohlenwasserstoffe („Mineral oil aromatic hydrocarbons“) MOAH, eben jene MOAH stehen im Verdacht krebserregend zu sein.

Im Mai 2015 prüfte das Bundesinstitut für Risikobewertung, ob der auch Kosmetika (Hautcremes, Lotionen, Körper- und Gesichtsreinigungsmitteln, Sonnencremes, Selbstbräunern, Deos, etc.) verarbeitet wird, eine Gefahr für die Gesundheit darstelle. Das Ergebnis damals „Nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand sind gesundheitliche Risiken für Verbraucher unwahrscheinlich“. In der Kosmetik und Pharmazie eingesetzte Mineralöle müssen einige Erfordernisse erfüllen, sie müssen extrem rein und verträglich, farblos, sowie geruchs- und geschmacksfrei sein. Diese sogenannten Weißöle werden, weil sie, so vermutet man, so unschädlich und ungefährlich sind, auch in der Lebensmittelindustrie benutzt, zum Beispiel in Schokolade.


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Die Stiftung Warentest hatte Spuren von Mineralöl in Schokolade aus Adventskalendern und Foodwatch in Osterhasen nachgewiesen. Bei den Tests fanden sich Rückstände der potentiell krebserregenden MOAH (aromatische Mineralöle) in geringen Konzentrationen in acht von zwanzig Hasen verschiedener Hersteller.

Wie kommt das Zeug in die Schokolade

Auch in der Lebensmittelindustrie werden Mineralöle als Schmiermittel für Maschinen, aber auch in Verpackungen eingesetzt. Foodwatch benennt als Verunreinigungsquellen den Transport von Kakao in belasteten Jutesäcken und den Kontakt mit ölenden Maschinen. Auch von den Farben auf Kartons aus Altpapier kann eine Belastung ausgehen. Während der Lagerung gelangen die Substanzen aus dem, mit mineralölhaltigen Farben bedruckten, Recyclingpapier in die Schokolade.

Von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit werden MOAH als „möglicherweise krebserregend und erbgutverändernd“ eingestuft. Vom Bundesinstitut für Risikobewertung kommt die Erklärung: „Das Vorkommen von Mineralölbestandteilen, insbesondere von MOAH, in Lebensmitteln ist prinzipiell unerwünscht.“

Keine Grenzwerte

Allerdings gibt es für Mineralölrückstände in Nahrungsmitteln bisher keine gesetzlichen Grenzwerte. Hersteller und Händler bemühen sich seit Jahren darum diese Stoffe aus der Lebensmittelproduktion zu verbannen, so der „Spiegel“.

Aldi Süd und Lidl sollen ihre Lieferanten aufgefordert haben, alle Verunreinigungsquellen zu identifizieren und nur noch mineralölfreie Produktionsmittel zum Einsatz kommen zu lassen.

Wenn man bedenkt unter welchen Umständen teilweise Kakao angebaut und geerntet wird, um dann möglichst billig auf den Weltmarkt zu kommen, wird es ein langer Weg zu einer absolut mineralölfreien Schokolade werden und der Weg fängt bei uns an, erst wenn wir bereit sind mehr für eine Tafel Schokolade oder die Dose Kakao auszugeben, erst dann wird sich eventuell auch in den Herkunftsländern ändern.

 

Quellen: