Was ist dran an dieser WhatsApp-Nachricht, welche vor dubiosen Anrufen warnt? Wir können dazu zweierlei Auskunft geben!

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Die Möglichkeit, dass es eine Warnung in einer nicht näher definierten Radiosendung zu dieser Art der Betrugsmasche gegeben hat, ist recht wahrscheinlich. Auch wir haben in den vergangenen Tagen diese Warnung inhaltlich aufgegriffen.

Mittlerweile hat es diese Warnung augenscheinlich zu der Form eines Kettenbriefes gebracht, welcher über WhatsApp verbreitet wird. Es ist auch damit zu rechnen, dass derselbe Text auch auf Facebook als Statusmeldung auftauchen könnte.

So liest man:

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Die Nachricht lautet im Klartext:

Kam gerade im Radio. Die Verbraucherschützer warnen vor dubiosen Anrufen in denen man zum Beispiel gefragt wird, ob man den Anrufer gut verstehen kann.
Und wenn man dann mit „Ja“ antwortet ist es schon passiert. Dieses „Ja“ wird dann später aus diesem Telefonat heraus geschnitten und an anderer Stelle wieder eingefügt. Zum Beispiel bei einem Satz: Wollen Sie diesen Vertrag wirklich abschließen? Am besten einfach auflegen!

Leitet diese Nachricht auch an andere weiter, damit die nicht auf diese neue Masche hinein fallen.

Im Kurzen wird dort der folgende Inhalt beschrieben, vor dem tatsächlich an mehreren Stellen (auch international) gewarnt wird:

Der Anrufer fragt „Können sie mich hören?“ – an dieser Stelle mit „Ja“ zu antworten, kann unangenehme Folgen haben.

In den USA ist diese Methode seit geraumer Zeit bekannt und mittlerweile laut eines Berichtes des öffentlichen kanadischen Rundfunks auch nach Kanada gelangt.

Nach einem Bericht des Magazins „Heise“ ist der Trick jetzt auch in Europa angekommen. Die Anrufer gaukeln dabei dem potentiellen Opfer zum Beispiel ein technisches Problem mit ihrem Telefon vor und fragen dann „Können sie mich jetzt hören?“ einziges Ziel dieses Verbaltheaters eine Bandaufnahme der Antwort „Ja“.

Zusammenschnitt

Aus allen Aufnahmen des Angerufenen wird dann ein Zusammenschnitt gebastelt, um den Eindruck zu erwecken, dieser habe eine teure Bestellung aufgegeben. Zum Kreis der potentiellen Opfer gehören sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen. Mit Hilfe der gefälschten Aufnahmen versuchen die Täter später ihre Opfer zu Zahlungen zu bewegen, oder sie beauftragen, notfalls auch nur angebliche, Inkassobüros mit der Beitreibung der Schuld.

schlechte Bonität als Drohung

Gehen die Aufträge an ein echtes Inkassounternehmen, dann hat dies, zumindest für eine Weile, den Nachteil, dass es zu einer schlechteren Bonitätsprüfung des Opfers führt. Hieraus können sich durchaus Probleme mit den Banken ergeben, bei Privatpersonen ebenso zu höheren Versicherungssummen, weniger Erfolg bei der Arbeits- oder Wohnungssuche. Selbstredend kann die Bonitätsbewertung korrigiert werden, aber das ist ein langwieriges und mühseliges Unterfangen.

Derartiges Unbill erhöht selbstverständlich die Bereitschaft zu zahlen erheblich.

Doch auch ein “ABER!”

Bei all den gut gemeinten Warnungen dürfen wir eins nicht vergessen – dass ist auch der Grund, warum zu beginn des Textes “Wir können dazu zweierlei Auskunft geben” geschrieben steht: diese Warnung wurde ebenso durch die Faktenchecker von Snopes untersucht und die weisen jedoch auch darauf hin, dass es eine Reihe von Warnungen in den Medien gibt, jedoch sie den Eindruck haben, dass es sich bei dieser Warnung um ein hypothetisches Verbrechen handeln könnte. Snopes hat bisher keine bestätigten Fälle auf die eigenen Anfragen bekommen. Sie schreiben:

The “Can you hear me?” scam for now seems to be more a suggestion of a hypothetical crime scheme than a real one that is actually robbing victims of money. In messages we left with the BBC, the FTC, and the Consumer Federation of America, we asked a question absent from all the news reports we’ve encountered about this scam: “Are there any documented cases of people being victimized in this manner?” We have not yet received any affirmative response to those queries.

Um also das Gesamtbild zu wahren: JA, es gibt die Warnungen. Diese sind bisher speziell im deutschsprachigen Raum als Warnungen zu verstehen. Gleichzeitig darf man aber auch den Snopes-Hinweis nicht unter den Tisch fallen lassen, weil auch hier noch kein Klarer Fingerzeig, bzw. eine Rechnung vorliegt, die nach diesem Modell zustande gekommen ist.

Vergleiche: Can you hear me Scam?

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