WhatsApp-Gruppen: Und wie kommuniziert ihr so mit der Familie?
WhatsApp-Gruppen: Und wie kommuniziert ihr so mit der Familie?

WhatsApp für die Kommunikation in der Familie? Mittlerweile weit verbreitet. Und das meist nicht nur in einem Chat, sondern gleich in einer Vielzahl an Gruppen.

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Wie unser Kooperationspartner Safer Internet berichtet, ist es in vielen Familien gang und gäbe alle möglichen Familienangelegenheiten via WhatsApp zu klären.

Obwohl die Kinder oft noch zu jung sind, um WhatsApp offiziell nutzen zu dürfen. Manchmal findet alles in einer Gruppe statt, oft aber auch in vielen getrennten Gruppen.

Typen von Familien-WhatsApp-Gruppen

„Wo bist du? Was gibt es zu Essen?“

Derartige Gruppen dienen der Organisation der Kleinfamilie. Hier werden knapp und ohne große Formalitäten alltägliche Organisationsfragen, die die Familie betreffen, geklärt. Meist gehören zu diesen Gruppen all jene, die auch physisch zusammenleben. In Patchwork-Familien ist es daher nicht ungewöhnlich, mehrerer solcher Organisations-Gruppen anzugehören. Die Beteiligung an dieser Gruppe ist in der Regel für alle Mitglieder verpflichtend – auch für jene, die sonst eher schwer zu kontaktieren sind.

„Das haben wir gemacht“

In diesen Gruppen sind oft größere Familienverbände – teils auch aus verschiedenen Ländern – vertreten. Hier wird meist mehrsprachig oder primär über Bilder kommuniziert. Es geht darum, einander am Laufenden zu halten. Oft werden Bilder der Kinder oder von gemeinsamen Aktivitäten und Ausflügen gepostet. Negative Nachrichten haben hier keinen Platz – diese werden entweder in anderen Gruppen oder im direkten Kontakt übermittelt.

„Hab dich lieb!“

Miteinander in Kontakt zu sein, einander scheinbar belanglose Dinge zu schicken, kann auch als Zeichen von Nähe und aneinander Denken gewertet werden. Es werden nicht nur eigene Inhalte, sondern auch sog. Memes oder Kettenbriefe geteilt.

Diese können albern oder lustig sein – primär geht es darum, andere zu unterhalten. Es können aber auch Bilder vom Garten, der Natur oder von Autos sein. In manchen Familien haben hier Fotos von Essen einen hohen Stellenwert. Wenn man schon nicht miteinander essen kann, so lässt man einander zumindest virtuell daran teilhaben.

„Happy Birthday, liebe Tante!“

Vor allem in großen Familien gibt es oft eine Person, die den Überblick über alle anstehenden Geburtstage wahrt. Sie stößt in der Regel den Reigen der Gratulationen an, ein Feuer der Glückwunschbekundungen ist dann die Folge.

„Rund um die Schwangerschaft, den Hausbau oder die Elternbetreuung“

Oft entstehen auch Familiengruppen, die sich einem bestimmten Thema widmen: Von Schwangerschaftstipps, Hausbau, Kindererziehung oder den Umgang mit Pflegebedürftigen wird hier alles Mögliche besprochen. Es werden Organisationsfragen geklärt und Tipps aus dem Alltag geteilt.

„Gedenkgruppen“

Familienmitglieder, die sehr prägend für eine Familie waren, werden nach ihrem Tod nicht selten in eigenen Gruppen weitergedacht. Oft schreibt man sich zu speziellen Anlässen, wie Geburtstag oder Todestag, manchmal aber auch einfach, um gemeinsam zu überlegen, was die betroffene Person zu einem bestimmten Thema gesagt, gedacht oder gemacht hätte.

„Hier streiten wir über Politik“

Über kaum etwas lässt sich besser streiten als über Politik – auch in WhatsApp und durchaus auch im Familienverbund. In machen Familien werden dazu eigenständige Gruppen gegründet, um andere nicht zu nerven.

„Hater-Gruppen“

Diese Gruppen dienen dazu, sich über andere Personen auslassen zu können – z. B. über die schwierige Schwiegermama oder den eigenwilligen Onkel. Diese sind selbstverständlich nicht Teil der Gruppe.

„Vorbereitungsgruppen“

Natürlich gibt es auch viele Gruppen, die nur kurzweilig sind und vor allem dazu dienen, gemeinsame Aktivitäten, Events, Feste etc. vorzubereiten. Hier werden im Falle auch Personen außerhalb der Familie miteingeschlossen.

Hinweis:

Die Nutzung von WhatsApp ist in Österreich erst ab 16 Jahren erlaubt. Dennoch ist der Messager-Dienst auch unter deutlich Jüngeren weit verbreitet.

Umgang mit Konflikten

In allen Familien gibt es Konflikte. Manche sind tiefer, andere eher kurzfristiger Natur. Diese Konflikte spielen selbstverständlich auch in der Online-Kommunikation ein Rolle. Auch sind nicht alle Familienmitglieder gleichermaßen erfahren und routiniert im Umgang mit der Online-Kommunikation oder geben dieser eine andere Wertigkeit.

Das Problem: In Familien gibt es selten unparteiische Schiedsrichter/innen oder Mediator/innen, die im Falle solcher kleinerer oder größerer Konflikte eingreifen können.

Kinder nicht in emotionale Konflikte bringen

WhatsApp-Chats bringen besondere Herausforderungen für die Loyalität der Kinder mit sich. Die Gruppen werden oft von den Kindern eingerichtet, da diese schneller sind als die Erwachsenen. Treten in der Gruppe Konflikte auf, werden die Kinder in eine schwierige Position gedrängt.

Sie fühlen sich dafür verantwortlich, denn sie haben die Gruppenmitglieder schließlich miteinander vernetzt. Wie können sie nun, wo sie zu all den „Streithanseln“ in der Gruppe einen guten Kontakt haben, in so einem Fall reagieren? Hier ist es wichtig, dass die beteiligten streitenden Erwachsenen kompetent reagieren und die Kinder nicht zum Spielball ihrer Probleme machen.

Eventuell ist es hier ratsam, Konflikte in den Offline-Raum zu heben und persönlich auszusprechen.

WhatsApp ist hilfreich, aber nicht alles

WhatsApp-Kommunikation innerhalb von Familien kann sehr vielschichtig und ertragreich sein. Wichtig ist aber: Sie ersetzt die Face-to-face-Kommunikation nicht, sondern kann diese lediglich ergänzen. Wird ein guter Umgang miteinander (vor allem in Konfliktsituationen) gefunden, so kann diese Art der Kommunikation für alle Generationen gleichermaßen chancenreich sein.

Mit Maß und Ziel

Zu viele Gruppen, können vor allem bei Kindern zur Überforderung führen. Sie haben das Gefühl, jeder Zeit erreichbar und kommunikativ sein zu müssen. Ein Handy, das dauernd Nachrichtentöne von sich gibt, kann nur schwer beiseite gelegt werden. Vereinbaren Sie unter Umständen Regeln und legen Zeiten fest, zu denen nicht in die Gruppe geschrieben werden soll. Merken Sie, dass es ihrem Kind zu viel wird, nehmen Sie ihm den Druck, auf alles reagieren zu müssen.

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