Kannst du uns einen kleinen Gefallen tun? Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und hilfreich findet, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama.at auch weiterhin geben. Folgende Möglichkeiten bieten wir an: via PayPal,via Steady, via Banküberweisung

Morgens halb 10 auf WhatsApp.

- Sponsorenliebe | Werbung -

Es ist eine Last: Immer häufiger empfangen WhatsApp-Nutzer virale Werbelinks, die etwas versprechen, was sie in dieser Form nicht einhalten können. Fies ist auch, dass diese vorformulierten Nachrichten das Vertrauensverhältnis zwischen zwei Personen ausnutzen, indem sie suggerieren, dass die Nachricht von dem Bekannten persönlich verfasst sei und somit vom Empfänger als glaubwürdig eingestuft wird.

Nach Milka oder Haribo ködern nun virale Werbenachrichten mit dem möglichen Erhalt einer Knoppers-Box. Wichtig: Knoppers (Storck) hat mit dieser Nachricht und dem Ablauf rein gar nichts zu tun!

Ich habe gerade eine kostenlose Box Knoppers erhalten, du kannst dir auch eine holen, indem du den Link besuchst. Bedanke dich später bei mir.

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Was hier passiert:

Man bekommt von einem Kontakt via WhatsApp die oben abgebildete Nachricht zugesendet! Es handelt sich bei dieser Nachricht um den sogenannten Gewinnspielköder. Dieser Köder gaukelt ein Gewinnversprechen vor und suggeriert, dass man im Grunde den Gewinn bereits in der Tasche habe. Sie vermitteln die Leichtigkeit der Teilnahme und locken auf eine Webseite. Der Köder ist der virale Einstieg in den Gewinnspielablauf. Sobald man dem Link folgt, öffnet sich eine Webseite auf dem Smartphone.

Diese Webseite zeigt sich als vermeintliches Gewinnspiel mit einer Fragerunde. Sie soll lediglich den Charakter eines Gewinnspiels vortäuschen. Wir nennen diesen Schritt auch die Brücke. Die Brücke zeigt sich in Form eines Fake- Gewinnspiels, in dieser Brücke wird einem zumeist der Gewinn direkt versprochen, es wird getäuscht und mit gefälschten Elementen gearbeitet.

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Diese Brücke ist letztendlich auch eine illegale Komponente, da die gegebenen Versprechen nicht eingehalten werden und der Aufbau sowie die Darstellung sich geschützter grafischer Elemente bedient. Das Corporate Design bestehender Firmen und deren Produkte werden gnadenlos ausgenutzt, auf der Brücke gibt man sich auch gerne als die dargestellte Firma aus. Ziel der Brücke:

a) Viralität erzeugen (Beispiel: Leite dieses Gewinnspiel an 20 Kontakte weiter).
b) Ein Link wird eingebaut, der zu dem vermeintlichen Gewinn führen soll.

Hier wird man übrigens auch aufgefordert, dieses Fake-Gewinnspiel an mehrere Kontakte bei WhatsApp zu senden.

Und so endet das Ganze:

Als dritten und abschließenden Schritt wird man auf ein sogenanntes Affiliate-Programm verlinkt. Man verlässt die Brücke über einen Link, der einen Partnercode beinhaltet, welcher zu einem Provisionsprogramm gehört. Es handelt sich hierbei um ein Affiliate, welches nach Möglichkeit inhaltlich mit dem in der Brücke verlaufenen Fake-Gewinnspiel korreliert. Wir nennen diese abschließende Verlinkung den Ausgang.

Merke: Der Ausgang selbst, also die Affiliates, auf die verlinkt wird, ist nicht illegal! Es handelt sich dabei um Geschäftsmodelle, bei denen der jeweilige Anbieter solcher Programme seine Vertriebspartner durch Provisionen vergütet. Diese Vertriebspartner werden vom Anbieter durch einen Identifikationscode erkannt, so dass jeder neu registrierte Teilnehmer an dem Affiliate Gewinnspiel auch dem Vertriebspartner zugeordnet werden kann.

Derjenige, der die Brücke gestaltet, entscheidet übrigens beliebig, welches Partnerprogramm er als Ausgang benutzt. Häufig finden wir auch Systeme vor, welche die Herkunft und die Geräteangaben des Teilnehmers auslesen und somit spezifisch auf unterschiedliche Provisionsprogramme leiten. Daher kann man nie eindeutig sagen, welches Provisionsprogramm am Ende aufgerufen wird, im schlimmsten Fall landet man auf dubiosen WAP-Billing Geschichten oder undurchsichtigen Abo-Serviceleistungen.

Fazit:

Das Versprechen, eine Knoppers-Box zu bekommen, bleibt unerfüllt. Stattdessen landet man am Ende in viralen Provisionsprogrammen. Wer also diese Art von Nachrichten empfängt, sollte sie gekonnt ignorieren!

-Mimikama unterstützen-

Weil du diesen Bericht zu Ende gelesen hast…

Kannst du uns bitte einen kleinen Gefallen tun? Mehr Menschen denn je lesen die Artikel von mimikama.at, aber die Werbeerträge sinken rapide. Anders als andere Organisationen haben wir keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle Interessierten so offen wie möglich halten. Der unabhängige Enthüllungsjournalismus von mimikama.at bedeutet jedoch harte Arbeit, er kostet eine Menge Zeit und auch Geld. Aber wir tun es, weil es wichtig und richtig ist, in Zeiten wie diesen Internetnutzer mit transparenten Informationen zu versorgen. Wir hoffen, dass du es schätzt, dass es keine Bezahlschranke gibt: Unserer Auffassung nach ist es demokratischer für Medien, für alle zugänglich zu sein und nicht nur für ein paar wenige, die sich dieses "Gut" leisten können. Durch deine Unterstützung bekommen auch jene einen Zugang zu diesen Informationen, die es sich sonst nicht leisten könnten. Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und mag, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama.at auch weiterhin geben.

Folgende Unterstützungsmöglichkeiten bieten wir an: via PayPal,via Steady