Werbewelle auf Facebook: „Höhle der Löwen"

Werbewelle auf Facebook: „Höhle der Löwen“

Von | 12. September 2018, 10:45

Seit Monaten beobachten wir gesponserte Posts auf Facebook, bei denen es sich um echte Fake-News handelt.

An diesen Fake-News verdient Facebook verdient natürlich mit, denn gesponserte Einblendungen lässt sich die Plattform gut bezahlen. Dabei werden auffallend häufig Bilder aus der Show „Höhle der Löwen” für irreführende Werbung genutzt.

Man kann Werbeanzeigen auf Facebook übrigens daran erkennen, dass sie den Hinweis „Gesponsert” tragen. Der folgende Teaser beispielsweise ist so ein gesponserter Post, der letztendlich nichts anderes als eine Fake-News ist. Er wird sogar als vorgeschlagener Beitrag beworben:

Screenshot Mimikama.at

Screenshot Mimikama.at

Egal ob mit diesem auf Facebook dargestellten Teaser oder in anderen sehr ähnlich gelagerten Fällen: Es handelt sich um kommerzielle Fakenews. Nach einem Klick auf den Teaser bei Facebook öffnet sich eine Webseite, die sich in Form einer Zeitungsmeldung präsentiert. Die angezeigte Webseite stellt einen pseudoredaktionellen Artikel dar, der lediglich die Leser dazu verleiten soll, die eingebauten Werbelinks anzuklicken. Hier findet man einen Inhalt vom Charakter eines journalistischen Artikels vor. So liest man beispielsweise:

Bei ihrem Auftritt in der erfolgreichen VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen” warben zwei Studienfreunde für ihre Idee von einer automatisierten Bitcoin-Handelsplattform mit dem NamenBitcoin Code. Die Idee war simpel: dem Durchschnittsmenschen die Möglichkeit geben, vom Bitcoin-Boom zu profitieren, selbst wenn er keinerlei Investitions- oder Technologieerfahrung hat.

Reputationsschäden

Auf dieser Webseite wird mit mehreren bekannten Logos und Namen gespielt, um eine Scheinauthentizität aufzubauen. Spiegel, Yahoo, BILD, Focus und T-Online werden hier direkt mit in den Zusammenhang gerissen, obwohl sie rein gar nichts damit zu tun haben:

Screenshot Mimikama.at

Screenshot Mimikama.at

Was wir hier jedoch vorfinden, ist eine klassische kommerzielle Faknews. Da der Inhalt absolut frei erfunden ist, spricht man hierbei von fabricated content. Wir wiederholen daher nochmals:

  • Kommerzielle Fake-News enthalten einen pseudoredaktionell erstellten Inhalt, der keinen Wahrheitsgehalt hat und auch nicht haben muss. Ebenso muss der Inhalt auch in keinem Zusammenhang mit der Schlagzeile stehen.
  • Sie stellen sich in Form einer News / Nachrichtenwebseite dar, die jedoch letztlich keine ist.
  • Der Inhalt spricht ein Verlangen / eine Angst (in diesem Falle nur Verlangen) an.
  • Dem Verfasser ist der Inhalt egal, es geht darum, Werbung anzuzeigen, bzw. Werbelinks wirksam einzubauen

Hingeschaut:

Die Webseite selbst besitzt kein Impressum, keine Datenschutzangaben oder sonstige Herkunftsmerkmale. Es geht in dem Artikel auf der Webseite darum, ein Produkt so werbewirksam wie möglich in Szene zu setzen. In dem Text, aber auch daneben und darunter wird massiv ein Bitcoin-Trading Modell beworben. Dazu gehören am Ende auch eine hohe Anzahl vermeintlicher Nutzerkommentare, die darüber berichten, wie erfolgreich dieses Modell sei. Was hier aussieht wie ein hoher positiver Interaktionsgrad, ist nichts anderes als ein Bestandteil der Werbemasche.

Screenshot mimikama.at
Screenshot mimikama.at

Folgt man den Produktlinks, die in dem pseudoredaktionellen Text auf der Webseite eingebaut sind, landet man in einem Affiliate Verkaufsprogramm. Am Ende steht dort eben eine dubiose Bitcoin-Trade Methode. Das bedeutet, wer auch immer den pseudoredaktionellen Artikel verfasst hat, dürfte ein Interesse daran haben, dass die Leserschaft sich bei diesem Modell anmeldet. Dazu ist es wichtig, dass die Fake-Geschichte im Vorfeld so glaubwürdig wie möglich klingt, gleichzeitig aber auch ein hohes Viralitätspotential besitzt.

Übrigens ….

Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!

Screenshot Mimikama.at

Screenshot Mimikama.at

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