Alle Welt diskutiert über Fakenews und darüber, wie diese Wahlen manipulieren oder Demokratien gefährden können. Doch im Schatten dieser Diskussion verbreiten sich auf Facebook völlig andere Fakenews.

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Es sind jene Falschmeldungen, die es in dieser Art bereits vor Donald Trumps Äußerungen gab. Es sind jene Fakenews, die bereits vor Jahren schon Fakenews waren, ohne so genannt worden zu sein. Es handelt sich um Statusbeiträge, die sich als News geben und mit erfundenen Schlagzeilen bei Facebooknutzern negative Gefühlslagen provozieren.

Mit Hilfe dieser Emotionen wollen sie Reaktionen hervorrufen, die gleichzeitig dazu führen, dass man den Beitrag anklickt und im Idealfall auf die dahinter steckende Fakenews hereinfällt. Um dieses Ziel zu erreichen, wird zum einen Reichweite auf Facebook erworben, zum anderen werden Teaserbilder und falsche Schlagzeilen konstruiert. Nochmals: dieses Problem ist nicht neu!

image

In den letzten Wochen bekommen wir vermehrt Nutzerhinweise auf diese gesponserten Beiträge auf Facebook. Gesponsert bedeutet in diesem Falle, dass der Verfasser dieser Statusmeldung Facebook dafür bezahlt, dieser Statusmeldung mehr Reichweite zu geben. Daher muss sich niemand wundern, wenn man diese Fakenews Statusmeldungen eingeblendet bekommt. Das ist so gewollt.

Woran erkennt man diese Fakenews?

Es handelt sich hierbei um kommerziell betriebene Fakenews. Diese kann man an bestimmten Merkmalen erkennen. Diese Fakenews haben einen pseudoredaktionell erstellten Inhalt, der keinerlei Wahrheitsgehalt hat und auch gar nicht die Intention hat, wahr zu sein. Es geht darum, Emotionen bei den Lesern hervorzurufen. Dies geschieht immer häufiger mit Themen, die auf Angst, Wut oder Sozialneid basieren. Die Leser sehen ihre Vorurteile bestätigt und glauben den frei erfunden Inhalten.

An dieser Stelle kommt die optische Darstellung ins Spiel, denn die Teaser der Fakenews und deren Webseiten sind auch optisch ein Fake. Bereits die Teaser auf Facebook sind so konstruiert, dass sie in Form Nachrichtenmeldung erscheinen. Hierbei werden Screenshots aus dem TV verwendet, auf denen man echte Nachrichtensprecher sieht und die Fakenews selbst thematisiert wird. Diese Methode soll die Nachricht authentisch machen.

Das zweite optische Element ist dann die Fakenews selbst. Diese Webseiten lehnen sich sehr gerne an Namen und Optik echter Newswebseiten an. Dabei ist es irrelevant, welche Verlage und Redaktionen genutzt werden, Hauptsache es wirkt authentisch. Wir haben bereits Fakenews gesehen, die sich als Bild oder Rheinische Post ausgaben, aber auch Fakenwes mit erfundenen seriös klingenden Namen wie „Das Finanz Blatt” Es ist also wichtig für Fakenews, dass sie sich selbst in Form einer News/Nachrichtenwebseite darstellen, welche jedoch letztendlich keine ist.

Bei den Schlagzeilen und auch dem pseudoredaktionellem Inhalt wird mit Angst, Verlangen, hin und wieder auch mit Wut und Hass gespielt. Neid ist ein nicht unerheblicher Faktor, denn der Inhalt dieser Falschmeldungen will häufig auch etwas verkaufen, mit dessen Hilfe der Neid überwunden werden kann. Daher befinden sich in diesen pseudoredaktionellen Artikeln häufig sogenannte Affiliate-Links. Bei diesen Links handelt es sich um Provisionsprogramme, die ein Seitenbetreiber nutzen kann, um Geld zu verdienen. Es ist also schlichtweg eine Werbemethode.

Klickt jemand auf einen dieser im Text angepriesenen Links und meldet sich jemand irgendwo daraufhin an, nimmt an einem Gewinnspiel teil oder schließt einen Abodienst ab, bekommt derjenige eine Provision, der den Link in seinen Text eingebaut hat. Man kann also davon ausgehen, das die Autoren derartiger Fakenews auch gleichzeitig die Partner und Inhaber solcher Provisions-IDs aus den jeweiligen Codes sind. Dem Verfasser der Fakenews ist es somit schlichtweg egal, ob der eigene Inhalt korrekt ist. Es geht darum, Werbung anzuzeigen bzw. Werbelinks wirksam einzubauen

Je besser sich eine Story verkauft, desto mehr Menschen dürften auf eine Registrierung anspringen.

Kommerziell betriebene Fakenews

Es ist also eine Geldmaschine, die an verschiedenen Stellen einzelne Gewinner beinhaltet, an einer Stelle jedoch viele Verlierer. Gewinner sind die Betreiber von Fakenews. Sie kassieren Werbegelder und Provisionen. Ebenso sind die Werbenden Gewinner, da sie Neukunden verbuchen können. Auch Facebook gewinnt, da die bezahlte Reichweite ein Einkommen darstellt.

Verlierer sind die Leser, im schlimmsten falle jene Leser, die aus der Fakenews sogar eine Message für sich nehmen und diese verbreiten. Nicht unbedingt als geteilten Inhalt, sondern als gefühlte Wahrheit.

-Mimikama unterstützen-