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Oh, das machen ja doch ganz schön Viele…

- Sponsorenliebe | Werbung -

„Aufgrund eines Fehlers in unserer Redaktion, sind wir gezwungen dieses Gewinnspiel neuzustarten, daher verlosen wir jetzt ZWEI Mobile Eigenheime als Entschuldigung.” Bei so einem unsinnigen Satz müssten sich doch eigentlich alle Nackenhaare steil stellen, oder? Leider ist das nicht so, im Gegenteil: Dieses (nach eigenen Angaben) Gewinnspiel verzeichnet rund 10 Teilnehmer pro Minute. Es ist faszinierend, man kann zuschauen, wie die Teilnehmerschar im Minutentakt wächst und wächst.

Die Teilnahmebedingungen auf der Facebookseite „Familienerlebnisse” zeigen sich hierbei klassich amüsant, ja richtig cool ist da schon das Argument „aufgrund eines Fehlers verdoppeln wir den Gewinn”:

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Die Teilnahmebedingungen im Klartext:

Aufgrund eines Fehlers in unserer Redaktion, sind wir gezwungen dieses Gewinnspiel neuzustarten, daher verlosen wir jetzt ZWEI Mobile Eigenheime als Entschuldigung. Teile einfach diesen Post,kommentiere mit „Eigenheim“ und schreibe uns eine Nachricht mit „teilnehmen“, falls du Interesse hast.
Die Verlosung endet in 48 Stunden! Die Gewinner werden von uns benachrichtigt: Like unsere Seite, Familienerlebnisse , um weitere Updates zu erhalten.

Am liebsten möchte man es allen Menschen zurufen, ja sie quasi wachrütteln: Hey, liebe Freunde, was macht ihr da? Warum glaubt ihr, dass ihr hier ein Haus gewinnen werdet?

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Fake-Gewinnspiele kann man recht einfach erkennen:

Ein Blick auf den Veranstalter reicht da völlig aus. Folgende Merkmale sind bei seriösen Gewinnspielveranstaltern vorhanden:

  • Inhaber der Seite / Ansprechperson
  • Impressum
  • Kontaktmöglichkeit
  • Teilnahmebedingungen

Bei der genannten Seite gibt es keine Angaben zu diesen Punkten.

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Unsere Checkliste zum Erkennen von unseriösen Gewinnspielen auf Facebook:

  • Nutzer werden zum “Liken” und “Teilen” gezwungen.
  • Es gibt kein (glaubwürdiges) Impressum,
  • keine Teilnahmebedingungen,
  • keine Kontaktmöglichkeit.
  • Kein korrektes Unternehmen vorhanden.
  • Seite existiert erst sehr kurz.
  • Es werden keine Gewinner bekannt gegeben.
  • Gewinne werden von Sponsoren zur Verfügung gestellt, die “nicht genannt werden wollen”.
  • Die Gewinne werden mit kopierten Bildern aus dem Internet beworben.
  • Achte bei bekannten Unternehmen auf den häufig vorhandenen blauen Verifizierungshaken hinter dem Seitennamen im Titelbild.

Was noch passieren kann

Merke: Warum gibt / gab es dieses Gewinnspiel? Natürlich steckt hinter diesen Seiten ein finanzielles Interesse. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man aus erfolgreich verlaufenden Fakegewinnspielen Profit schlagen kann. Angefangen von eher harmlosen Seitenverkäufen bis hin zu bösen Abofallen ist alles drin. Wir haben bisher bei sehr sehr vielen Fake-Gewinnspielen beobachten können, dass diese Art der Gewinnspiele immer recht ähnlich verlaufen. In einer ersten Stufe verführen sie mit ihrer einfachen Teilnahme. Man soll einen hochwertigen potentiellen Gewinn teilen und liken. Kann jeder, das ist keine Hürde. Damit werden Menschen angelockt.

Möglichkeit „Seitenverkauf” / „Likefarming”

Mit Hilfe dieser Lockveranstaltungen wird dann die Seite “gezüchtet”. Der Seitenbetreiber arbeitet daran, die Fanzahlen in die Höhe zu treiben. Ab einem bestimmten Punkt findet sich diese Seite dann zum Verkauf. Die Fans wundern sich lediglich irgendwann, welche Inhalte sie nach dem Verkauf zu Gesicht bekommen und warum sie diese Seite je gelikt haben.

Möglichkeit „Affiliate”

Ab einer bestimmten Teilnehmerzahl wird die Beschreibung des Gewinnspiels verändert. Die Teilnahmebedingungen bekommen einen Zusatz und meist wird ein Link eingefügt, den man besuchen soll. Dort warten dann irgendwelche Partnerprogramme, über welche der “Veranstalter” Provisionen einsackt. Im harmlosen Fall sind es Partnerprogramme, die den Teilnehmern einen Haufen Werbung bescheren, im extremen Fall verbirgt sich für die Besucher via Smartphone eine WAP-Billing Abofalle hinter dem Link (bei welcher der Veranstalter natürlich ebenso Provisionen kassiert). Hin und wieder findet man diese hochgezüchteten Facebookseiten dann auch bei eBay zum Verkauf angeboten.

Egal, was da noch passiert: Den angepriesenen Gewinn gibt es nicht! Daher merke Dir: Es ist niemand da, der dieses Haus, dieses Wohnmobil, diesen Audi, 100.000 iPhones oder 50.000 PS4 verlost. Nein, es gibt sie nicht, diese ritterlichen Wohltäter des Netzes. Sie sind eher Gaukler, die ihre Nutzer dazu verleiten, brav wie Klickvieh aus der Hand zu fressen.

Na und – so ein Klick kostet doch nichts!

Ja, das stimmt. Ein Klick auf verführerischen Gewinnspielseiten kostet dich meistens nichts (wenn es nicht mal wieder eine Abofalle ist, die dahinter steckt). Wenn Du “es kostet nichts” rein über materielle Werte definierst, dann wird es wohl so sein.

Aber etwas kosten kann mehr als nur Geld sein, denn was es Dich hier kostet, ist unbezahlbar: Es kostet Dich die Würde – es kostet Dich Deine Glaubwürdigkeit.

Es kostet Dich Deinen Namen, wenn Du an schmierigen Gewinnspielen teilnimmst, bei denen Du in Deinem Inneren eigentlich weißt, dass sie Mist sind, aber Dein Verlangen so groß ist, dass Du am Ende doch klickst.

Es ist Dein innerer Zwang, dem Du unterliegst und alle Menschen können Deine Niederlage sehen – sie können alle sehen, dass Du Dich der hohlen Verlockung hingegeben hast. Und es wäre uns ein Leichtes, Dich hier öffentlich an den Pranger zu stellen. Alle würden Deinen Avatar und Deinen Namen sehen, denn Du hast Dich ja selbst dort verewigt und gezeigt, dass Du Dich der Seite hingegeben hast.

Du verrätst allen Deine finanzielle Situation, Du verrätst uns Deine Lebensplanung, selbst Deine Lieblingsfarbe nennst Du uns und dein Geburtsdatum. Und für was? Für eine kleine lumpige Hoffnung, ohne großen Einsatz etwas zu gewinnen, für ein Stückchen Spannung „im Internet”? Für Dein Vertrauen in irgendwelche unbekannten Hinterleute, die Dir doch eigentlich gar nichts schenken wollen?

 

Nein, Geld kostet Dich der Klick hier nicht. Aber wenn Du Dich in Zukunft fragst, warum Dich der ein oder andere Mensch nicht mehr so ganz ernst nimmt, dann hast Du vielleicht doch teuer gezahlt.

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