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Wer träumt nicht davon? Berühmt werden, Star sein, und alles nur, weil man toll aussieht. Die Medien machen es ja mit den Castingshows vor (jaja). Warum sollte es dann nicht auch über einen Aufruf bei Facebook klappen?

Und immer wieder gibt es Seiten, die locken: “Zeig dich! und werde ein Facebookstar” – so lautet es in unserem Beispielfall. Es geht hierbei um eine Veranstaltungsseite, bei der (speziell junge) Nutzerinnen und Nutzer dazu angeregt werden, Fotos von sich zur Schau zu stellen.

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Addet euren Veranstalter und ihr werdet das Titelbild der Veranstaltung

Klare Ansage, welche schon deutlich zeigt, worum es geht: Like- und Klickgeilheit. Einen echten Preis, einen echten Gewinn oder auch nur halbwegs die Chance auf eine Modelkarriere gibt es hier nicht.

Stattdessen fühlen sich speziell Minderjährige angesprochen, sich selbst zu “vermarkten” und auch dem Hohn und Spott der Öffentlichkeit auszusetzen.

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Status: Öffentlich

Die ganze Show läuft natürlich nur mit öffentlichem Status ab. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser dubiosen Veranstaltung daher auch auf anderen Seiten und außerhalb von Facebook sichtbar. Diese Gefahr scheint den betroffenen Personen jedoch nicht bewusst zu sein.
Dabei sind die Warnungen und Botschaften anderer Personen bei der Veranstaltung mehr als eindeutig:

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Erst denken, dann uploaden

Nein, das waren nicht wir, auch wenn man es meinen könnte. Hier warnt ein Nutzer ganz klar davor, dass eine Schaustellung in dieser Veranstaltung Konsequenzen haben kann.

Zum einen liest man diese Konsequenzen direkt in der Gruppe, und zwar in den Kommentaren. Diese werden zwar schnell mit “Hater” abgetan und auch gerne vom Verfasser verharmlost, aber ob sie tatsächlich so aufgenommen werden, ist fragwürdig.

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“Vorsicht du könntest auch hier landen !!”

Eine interessante Warnung, welcher ein Link vorangeht, den wir hier unkenntlich gemacht haben. Dahinter steckt eine Facebook-Gruppe, die zwar nicht so ganz ernst gemeint ist, jedoch in seiner Ausführung zu einem drastischen Mittel greift:
Die öffentlichen Bilder dieser Gruppe werden geteilt und mit zynischen Kommentaren versehen.

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In dieser Gruppe findet man eine Vielzahl der Bilder wieder. Ein Protest dagegen wird nur schwer möglich sein, auch wenn einige Nutzer dies bereits angekündigt haben und auch mit Anzeige drohen.

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Nun, dummerweise wird eine Anzeige wenig nutzen, da hier die regelkonforme Facebook-Funktion des Teilens genutzt wird. Lediglich die Kommentare sind grenzwertig.

Die erfahrenen ZDDKler haben es auch wahrscheinlich schon gemerkt:
Diese Geschichte klingt sehr ähnlich wie seinerzeit jene zu den Profilen von Uschi G. und Knick Knack. Auch hier haben unbekannte mit den normalen Facebookmitteln gezeigt, wie die öffentlichen Bilder von Kindern missbraucht werden können.

Die Zwei Gesichter in de Veranstaltung

Allein nun minderjährige Facebooknutzer zu rügen, weil sie unvorsichtig mit ihren persönlichen Fotos umgehen, ist an dieser Stelle jedoch dem Thema nicht genüge getan. Die Veranstaltung hat noch ein zweites, sehr unschönes Gesicht:
die teilweise sehr unhöflichen bis beleidigenden Kommentatoren.
Es scheint ein Sport geworden zu sein, die Bilder direkt zu “haten”, ja stellenweise sogar weit unter der Gürtellinie zu kommentieren.

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Kleiner Hinweis: dies sind noch die “netteren” Kommentare, die wahrlich üblen Beleidigungen verkneifen wir uns an dieser Stelle. Wir schreiben an dieser Stelle ausdrücklich: das ist nicht der richtige Weg, mit den Teilnehmern der Gruppe umzugehen. Uns ist durchaus bewusst, das hier die Trollkultur am Werke ist, jedoch ist es mehr als fraglich, ob die, teilweise recht jungen, Mitglieder der Veranstaltung damit umgehen können.

Ein weiteres Problem: der Re-Upload von bearbeiteten Bildern

Dies ist scheinbar ein weiterer “Sport” in der Veranstaltung geworden, dass die geposteten Bilder der Gruppe bearbeitet werden und mit obszönen Zeichnungen versehen werden. Hinweis von uns: es handelt sich dabei um eine Verletzung des Urheberrechts, welche auch tatsächlich vom Urheber geahndet werden kann! Daher können wir nur dringlich schreiben, dass dies der falsche Weg ist, in der Veranstaltung Unruhe zu stiften.
Im Klartext: Auch wenn das Teilen eines Öffentlichen Bildes bei Facebook eine legitime Funktion ist, so ist eine Bearbeitung inklusive Re-Upload illegal!

Dieses Verhalten der Veranstaltungsgegner verurteilen wir wir aufs Schärfste!
Ein netter Hinweis auf die Gefahr, welche die Veranstaltung birgt, kann man tolerieren – so wie eventuell auch eine konstruktive Trollerei. Jedoch die aktuell dort verwendeten Beleidigungen und Diffamierungen sind nicht tolerabel!

 

Ein weiteres Gefahrenbild: Loverboys

Im Zuge der Bearbeitung sind wir auf das Stichwort “Loverboy” gestoßen. Loverboys – was ist das?

Loverboys sind Zuhälter mit Don-Juan-Allüren, die meist selbst noch Teenager sind und minderjährige Mädchen im Alter ab 11 Jahren in die Prostitution zwingen. Loverboys sprechen von der großen Liebe, machen großzügige Geschenke, schleichen sich im Freundeskreis ein, suchen sich ihre Opfer vor Schulen, in der Nähe von Jugendtreffs oder im Web.

Opfer sind Mädchen aus ganz normalen Familien.

Loverboys gehen sehr strategisch vor, achten anfangs sogar darauf, dass die Mädchen Hausaufgaben machen und nicht schwänzen, damit die Eltern möglichst lange nichts merken.
Wer einmal in die Fänge eines Loverboys gerät, hat nur wenige Chancen wieder von ihm los zu kommen. Die Mädchen werden von ihrer Familie entfremdet, von Freunden des Loverboys vergewaltigt, zur Prostitution gezwungen und verschwinden oft spurlos.

(Quelle: http://www.no-loverboys.de/loverboys/wer-ist-ein-loverboy/)

Niemand weiß, wer hinter den Profilen steckt, die man added. Der “süße Typ”, der einen anschließend ständig lieb und nett anschreibt, kann jemand ganz anderes sein, als man denkt.

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(Screenshot: http://www.no-loverboys.de/loverboys/wer-ist-ein-loverboy/)

Daher ist durchaus Vorsicht geboten, welche “neuen Freunde” die einzelnen Personen aus dieser Art von Veranstaltung ziehen.

Weiterführende Info zum Thema Loverboys auf:
Weisser Ring

EILOD

No Loverboys

Unser Rat

… für alle Beteiligten: löscht die Bilder aus der Veranstaltung! Dann können sie auch nicht woanders genutzt werden. Bitte auch nicht an Veranstaltungen wie dieser teilnehmen. Das Internet vergisst nicht, und diese Bilder können auch Jahre später noch in falschen Zusammenhängen herumgeistern. Speziell bei der Jobsuche kann dies äußerst unangenehm sein und dann ein großer Stein auf dem Weg in die Zukunft sein.

Kleines Update

Man hat unseren Bericht vorzeitig entdeckt und in der Veranstaltung gepostet. Mir als Autor ganz recht – es muss da hingehen, wo es Sinn macht.

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Autor: Andre, mimikama.at