Ein großes Problem in den sozialen Netzwerken ist der Wegfall der diskussionsbereiten Mitte. Immer öfter ist die Diskussion in die Extreme gerissen.

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Ganz speziell bemerkbar in der Diskussion um Asyl- und Flüchtlingsthemen: hier driften Diskussionen schnell in die Extrempositionen aller Seiten ab, am Ende ist ein vernünftiger Austausch mein Meinungen kaum mehr möglich. Darunter leidet jedoch die Informations- und Diskussionskultur: wer beschimpft wird, mag ungerne weiterreden oder wütet halt selbst zurück. Erreicht wird dadurch gar nichts, außer dass man sich den Extremen selbst hingegeben hat.

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(Bild mit freundlicher Genehmigung durch erzaehlmirnix)

Doch das eigentliche Ziel, dass man auf Missstände oder Probleme hinweisen möchte, wird gerade oftmals aufgrund der Extremdarstellungen verfehlt. Eine erfundene Vergewaltigung hier, ein erfundener Toter Flüchtling da: Die Wahrheit stirbt zuerst !

Doch wer argumentieren möchte und auch ernst genommen werden möchte, sollte sich von falschen Argumenten fernhalten, oder aber sich am Ende nicht wundern, warum man nicht ernst genommen und erhört wird.

Bahnhofsklatscher, “besorgter Bürger”, Gutmensch

Schlagworte, die wir alle kennen. Schlagworte, die im wahrsten Sinne Schlagworte sind und auch auschlaggebend für den Verlauf und die Einordnung des Gesprächspartners sind. Ziel ist es ja im Grunde gar nicht, die eigene Position zu stärken, sondern den Gegner zu beschmutzen. Das geschieht, indem man diesen Gesprächsgegner in eine extreme Ecke stellt. “Du Nazi”, “ihr Teddybärenwerfer” sind alles im Grunde Beschreibungen, welche in einer Diskussion nichts zu suchen haben sollte, da sie nichts anderes als Brandbeschleuniger sind.


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Zu der extrem polarisierten Diskussionskultur kommt noch eine Portion Hysterie und fertig ist der nächste Streit in den Kommentaren. Doch muss das sein?

Müssen wir eine Hasskultur pflegen?

Das ist eine der großen Fragen an diesem Tag. Hasskultur? Von den Seiten zerrt sie an uns, sie zieht uns in die Extreme. Die Hasskultur ist kein einseitiges Phänomen, sondern das Ergebnis der Reibungsenergie zwischen zwei Extremen. Und je extremer die Seiten werden,  je mehr man in diesem Zerreisspiel teilnimmt, desto größer wächst die Hasskultur.

Eine kleine Idee zum Abschluss des Safer Internet Tages, ja vielleicht auch eine kleine Utopie, aber wie wäre es, wenn man einfach mal darauf verzichtet, seinen Diskussionspartner mit Worten wie “Nazi”, “Gutmensch”, “besorgter Bürger” oder “Bahnhofsklatscher” zu umschreiben, sondern einfach nur über das Thema selbst diskutiert?

Wir bedanken uns  bei erzaehlmirnix für den zur Verfügung gestellten Comic!

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