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Wagen wir mal einen Blick in die Kindergartengruppe unserer Kinder, da sitzen sie munter spielend beisammen, doch schon im nächsten Moment beginnt es in einer Ecke zu schwelen. Nein, kein wirklicher Brand, dazu sind die anwesenden Pädagogen und Pädagoginnen doch zu aufmerksam und vor allem die Kinder natürlich viel zu vernünftig.


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Nein, was dort schwelt sind innerbetriebliche Störungen, Misstöne in der munteren Welt der Kleinen. Margit und Nele finden Sven und Lutz aber mal sowas von doof, weil sie Hunde lieber mögen als Katzen. Der Streit droht zu eskalieren, da ruft die Oberkindergartenpädagogin zur Hofpause.

ZDDK / Mimikama Kommentar Dieser folgende Kommentar ist kein „ZDDK“, sondern spiegelt die subjektive Sichtweise des Autors wieder. Wer also KEIN Interesse daran hat, einen Kommentar zu lesen, darf an dieser Stelle die Seite schließen. Dieser Kommentar basiert auf unserem Artikel „Impfgegner lassen Wissenschaftler auf Facebook sperren“ (hier)

Eigentlich eine gute Gelegenheit tief Luft zu holen und den Stress zu vergessen, aber Margit wäre keine angehende Frau, wenn sie nicht bereits eine kleine Gemeinheit ausgeheckt hätte, so schlich sie heimlich hinter Lutz, um diesem, der gerade mit Sven wieder über Hund und Katz diskutierte, ein Förmchen, ich glaube es war ein Stern, randvoll mit Sand auf den Kopf zu pflanzen, natürlich schön feiner, trockener Sand. Lutz, schon damals weltgewandt, bückte sich, das Förmchen fiel, der Sand rieselte und Lutz wuschelte sich durchs Haupthaar, was bis auf einige Krümelchen nahezu allen Sand entfernte, er blickte zu Margit und zuckte mit den Schultern, als diese ihm die Zunge rausstreckte. Nele warf sich, wie es für BFFs gehört mit in den Kampf und Sven ein weiteres Förmchen an den Kopf, aber auch dieser reagierte nur mit einem Schulterzucken. Nun gut, beide Jungs ließen sich noch zu einem „ihr seid beide so blöd.“ Hinreißen, aber damit sollte es für sie auch gut sein.

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Gaben die Mädchen jetzt Ruhe? Nein, natürlich nicht, jetzt schritten sie zum nächsten Teil angewandter Streiteskalation und riefen die Hofpausenpädagogin herbei, beschwerten sich die Jungs hätten sie „blöde Kühe“ genannt und forderten eine umgehende Bestrafung. Jegliche Wahrheitsbekundungen seitens der Jungs ja „blöd“ haben wir gesagt, aber „Kühe“ haben wir wenn überhaupt, dann nur gedacht, halfen nichts und sie fanden sich auf der „stillen Treppe“ wieder.

Die Jahre vergingen und die Kinder wurden größer, aber verschont wurden Sven und Lutz auch weiterhin nicht. Doch Karma is a Bitch und so verliebte sich Nele in Lutz und Lutz in Nele. So zerbrach das Bündnis der BFFs und es schien als würde der alte Kindergartenstreit endlich vergessen werden, doch wie war das mit dem Karma?

Alle vier gingen nach der Grundschule auf das Gymnasium und versuchten sich am Abitur. Sven entschied sich schon früh für einen technischen Beruf und verlässt hier unsere kleine Geschichte und geht über das Fachgymnasium Elektrotechnik zum Informatikstudium und betreibt jetzt ein durchaus erfolgreiches mittelständisches Unternehmen in der Landschaftsgärtnerei (auf Informatik hatte er irgendwann keinen Bock mehr, zu viele durchschnittliche Nutzer).

Nele und Lutz bauten ein 1er Abitur, studierten gemeinsam Medizin und haben sich der Erforschung von Impfstoffen verschrieben.

Margit hingegen, ja Margit ist so ein Sonderfall, sie hat zwar ihr Abitur geschafft, aber auf dem Weg dahin, weil sie nichts dem Zufall überlassen wollte, nein keine Sorge, sie nahm nicht etwa irgendwelche bewusstseinserweiternden Mittel zu sich, zumindest nicht mehr als alle anderen auch, nein, sie verfiel der Esoterik. Nun ist an der Esoterik nichts wirklich Schlimmes, genauso viel, oder genauso wenig, wie an allen anderen alternativen Lebensweisen. Man sollte darüber nicht den Respekt und die Toleranz anderen gegenüber verlieren. Also Margit verlor sich in der Esoterik, legte sich vor jeder Klausur die Karten, befragte die I – Ging Münzen, ihr Tageshoroskop, das Tarotspiel, die Runen und pendelte oftmals ihre Antworten aus. Sie webte sich in bunte, wallende Röcke und Blusen, trug Ledersandale und ein selbstgebatiktes Stirnkopfbandtuch.

Was verband die vier während der Schulzeit? Nun recht wenig und doch sehr viel, denn jede Lehrkraft konnte sich darauf verlassen, dass sobald Nele oder Lutz eine These aufstellten, Margit sofort den Arm hob und jedes noch so verworrene Argument aufbrachte, um ja eine Gegenthese aufstellen zu können. Sagten Nele und Lutz „guten Morgen“ fand Margit 1.000 Beweise, warum der Morgen eben nicht gut war. Allerdings konnte sie machen was sie wollte, es fand sich kein Lehrer, der Lutz auch nur ansatzweise auf die „stille Treppe“ setzte. Was sich jedoch wie ein roter Faden durch die Schulzeit zog, war die Tatsache, dass Margit Lutz und Nele argumentativ einfach nicht das Wasser reichen konnte, zu fundiert war deren Wissen zu sauber ihre Thesen formuliert, so wünschte sich Margit mehr als einmal ihr Förmchen mit Sand herbei und diesmal würde sie es werfen!

Nach der Schule trennten sich die Wege, wie gesagt Lutz und Nele wurden Mediziner, Sven studierte Informatik und Margit, naja Margit, eröffnete eine Heilpflanzen- und Teestübchen, nebenbei las sie ihre Heilpraktiker Bücher und beschloss Liebesperlen mit verschwindend geringen Mengen an irgendwas wären, unter der Zunge aufgelöst, die Rettung der zum Untergang geweihten Menschheit. Wenn das nichts half, bot sie noch altbabylonisches Gesundhopsen in Wochenkursen an.

Irgendwie lief es, aber sie war innerlich total unzufrieden, egal in welcher Verdünnung. Bis sie eines schönen Tages ihre Erfüllung fand – FACEBOOK – genauer gesagt „Impfbefürworter auf Facebook“ noch genauer Lutz und Nele, als Impfbefürworter auf Facebook. Hatte sich Margit bislang nie wirklich Gedanken zum Thema impfen gemacht, so schlug jetzt ihre große Stunde, sie wurde binnen von Sekundenbruchteilen unterhalb einer Nanosekunde die größte und glühendste Impfgegnerin, die ein Lichtwellenleiter je ins Internet übertragen hat. Gegen sie waren alle anderen Impfgegner nur kleine Fische, die versuchten es ja sogar mit Reden und Argumenten. Margit aber weiß wie man sie knacken kann, diese kleinen widerlich turtelnden Mediziner, alle wie sie da sind haben sie eine auf die Ewigkeit angelegte Frauenfreundschaft schon kurz nach dem Kindergarten entzweit, einen Keil zwischen die glücklichen, kleinen Mädchenfreundschaften getrieben. Dafür sollen sie in den sieben Höllen schmoren. Margit verließ sich dabei nicht auf Argumente, nein sie holte ihr altbewährtes Förmchen hervor. Jetzt wirft sie es wahlweise Lutz oder Nele an den Kopf, sinnbildlich gesprochen, sie nutzt natürlich elektronische Methoden, verunstaltete Bilder etc., die sie den beiden an den virtuellen Schädel donnert, wenn die beiden dann mit Wurfobjekt online erscheinen, geht Margit bei der Oberfacebookhofpausenpädagogin oder ihrem männlichen Kollegen petzen und schon ist der jeweils Getroffenen für 30 Tage auf der virtuellen Facebooktreppe, also gesperrt.

So machen sie es heute die Impfgegner, sie argumentieren nicht mehr, sie werfen, wie die kleinen Kinder mit Sand und Förmchen, verpetzen die anderen, biegen die Wahrheit (nicht bezogen auf Impfen oder nicht, sondern auf die drumherum) so lange zurecht, bis die anderen mundtot gemacht sind. Petzen und stille Treppen, das sind die neuen Lebensinhalte der militanten Impfgegner, aber es mag durchaus auch einige geben, die noch in der Lage sind, durch Diskussionen und Argumente zu glänzen und es, zwar verzweifelt, aber dennoch hinnehmen, wenn sich der gegenüber nicht davon abhalten lässt, zu impfen.

Werdet erwachsen Leute..

Artikel & Vorschaubild: Dmitry Kalinovsky / Shutterstock.com