Mai 2016. Österreich hat den Bundespräsidenten gewählt, alle sind zufrieden. Alle? Nein, 50% sind unzufrieden, da „ihr“ Kandidat Hofer die Wahl knapp gegen Van der Bellen verlor.

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Wenn man ein guter Verlierer ist, gratuliert man dem Gewinner, rappelt sich auf und macht weiter. Schlechte Verlierer hingegen sind sich nicht zu schade, Bilder von angeblich weggeworfenen Wahlzetteln zu machen.

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An dieser Stelle dürfen wir erwähnen, dass wir über Twitter bereist Kontakt mit Anonymous Austria hatten und diesen Tweet direkt einbetten können:

Update 27.05.2016, 16:30 Uhr

Wir hatten mittlerweile Kontakt mit Anonymous Austria, den Erstellern jenes Fakes. Für die mißbräuchliche Verwendung jenes Bildes (genau genommen haben sie sieben Bilder gemacht) können sie natürlich nichts, stellen jedoch klar, dass es sich eigentlich um einen offensichtlichen Fake handeln sollte, es sich also quasi um eine “Troll-Aktion” handelt.

Mit freundlicher Genehmigung Von Anonymous Austria bringen wir hier Ausschnitte des Chat-Protokolls, welches die Entstehung jener Bilder dokumentiert:

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Auf Twitter sowie auf vielen anderen Seiten verbreitet sich jenes Foto, welches weggeworfene Stimmzettel von Bürgern, die für Hofer gestimmt hatten, augenscheinlich achtlos weggeworfen wurden. Schauen wir uns die Zettel einmal genauer an.

Hier sehen wir ein Muster des amtlichen Stimmzettels:

Amtlicher Stimmzettel für die Wahl...
Quelle: bad-eisenkappel.info


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Hinweis 1:

Wenn wir das Bild um 90 Grad nach links kippen und vergrößern, erkennt man einen anscheinend missglückten Ausdruck eines der Zettel, man sieht Buchstabenchaos anstatt „Amtlicher Stimmzettel

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Hinweis 2:

Die Texte unterscheiden sich. Auf dem Original steht „Für gewählten Wahlwerber im Kreis ein X einsetzen“!

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auf den Bild steht „Für gewünschten Wahlwerber im Kreis ein X einsetzen“. Auch wenn das Original-FAKE-Bild etwas unscharf ist, kann man erkennen das hier mit Sicherheit “gewünschten” steht!

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Hinweis 3:

Die Kreise sind auf den Bild deutlich größer als auf dem Original.

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Hier nochmals die Abstände Kreise zum Rand. Links der ORIGINAL Stimmzettel. Rechts die Fälschung!

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Ein kleines Youtube-Video zeigt auch nochmal, wie einfach sich diese doch simpel erstellten Wahlzettel für Propaganda fälschen lassen.

Fazit

Eigentlich muss man bei solchen Bildern nur einmal genauer hinschauen und vergleichen, dazu noch darauf achten, von welchen Quellen jene angeblichen Beweise für Wahlbetrug geteilt werden.

Dann sollte es, wie auch in diesem Fall, offensichtlich sein, dass wir es eindeutig mit einem schlechten Verlierer zu tun haben, der auf Biegen und Brechen sowie 5 Minuten in Word einen Skandal anzetteln wollte… aber letztendlich sich furchtbar mit diesem dilettantischen Fake blamiert.

Man könnte diese Art von Fakes noch wohlwollend als Dumme-Jungen-Streich abtun, wären da nicht auch die radikaleren Gegner des neuen Bundespräsidenten, die in sozialen Netzwerken mittlerweile offen zu Gewalt und Bandengründung aufrufen, wie die „Huffington Post“ berichtet. Unter anderem durch solche Fakes aufgestachelt, pöbeln manche FPÖ-Wähler mittlerweile auch gegen ihren Kandidaten Hofer, der selbst auf Facebook zur Besonnenheit aufruft und Österreich dadurch nicht gespalten sieht.

Voll ins Wespennest gestochen hat auch die Satireseite „Die Tagespresse“, deren Artikel über angeblich zu spät zugestellte Wahlzettel zu einem großen Aufruhr unter den Wählern führte.

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Im Endeffekt haben wir es also „nur“ mit einem Bild mit gefakten Wahlzetteln zu tun, mit dem Antistimmung gegen den neuen Bundespräsidenten Österreichs Van der Bellen gemacht werden soll.

Unter Umständen wäre das vielleicht noch witzig, wenn dies nicht genau die Leute zu Gewalt aufstacheln würde, die sich gleichzeitig über „Gewaltbereitschaft bei Flüchtlingen“ echauffieren.

Darauf ein „Slow Clap“ an den dilettantischen Faker. Du hast damit deinem Wunschkandidaten wirklich einen Bärendienst erwiesen.

P.S. zum Update

Anonymous Austria hat damit erfolgreich aufgezeigt, wie leicht sich viele Leute von solchen, eigentlich offensichtlich gefälschten Bildern, beeinflussen lassen. Insofern verbildlichteten sie wortwörtlich das Motto “Zuerst denken – Dann klicken”

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