Wenn ein Slogan lange Zeit nach seiner ursprünglichen Nutzung nochmal auftaucht.

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Witzig (!?): Die Kirche proklamiert „Weg mit Gott!”. Auf einem Foto sind ein katholischer und ein evangelischer Pfarrer zu sehen, im Hintergrund ein Banner mit der doppeldeutigen Botschaft. Die Situation mutet nach einem öffentlichen Gottesdienst an, da beide Konfessionen abgebildet sind, kann man von einer ökumenischen Veranstaltung ausgehen.

Falls nun wer eine Bildmanipulation vermutet, dem dürften wir an dieser Stelle den Wind aus den Segeln nehmen: Das Bild ist kein Fake. Auch der abgebildete Slogan nicht. Doch ist da wirklich jemand bei der Gestaltung des Slogans ins Fettnäpfchen getreten?

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Faktencheck

Das Foto stammt vom 20. Mai 2013 und wurde in Münster aufgenommen. Es handelt sich tatsächlich um eine ökumenische Veranstaltung, die am damaligen Pfingstmontag auf dem Domplatz in Münster (Westfalen) stattfand. Das Bistum Münster schrieb hierzu [1]:

Ein doppeldeutiges Motto, das es bis auf die Satireseite bei Spiegel-Online gebracht hat: „Weg mit Gott“ hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, Gemeinden und Gemeinschaften (ACK) Münster als Überschrift gewählt für den inzwischen 8. Ökumenischen Pfingstmontag (20.05.2013) auf dem Platz vor dem St.-Paulus-Dom.

In der Ankündigung der der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen, Gemeinden und Gemeinschaften (ACK) Münster findet sich folgende Beschreibung [2]:

Das Logo des diesjährigen Ökumenischen Festes am Pfingstmontag auf dem Domplatz (20. Mai 2013) stellt die Doppeldeutigkeit von „WEG MIT GOTT“ dar:

Es handelt sich also um einen in dieser Art bewusst erschaffenen Slogan, hier hat der Praktikant also nicht geschludert. Im Gegenteil: Dieser Slogan ist heute noch Thema in Social Media und dürfte somit erfolgreich gewesen sein. Es ging tatsächlich darum, beide Botschaften zu transportieren, was auch im Vorfeld so kommuniziert wurde.

Wenn man also an dieser Stelle über Kirche und „Weg mit Gott” ein wenig schmunzeln möchte, so sollte man zumindest auch ein wenig selbstkritisch über sich schmunzeln dürfen, da man der absichtlich geschaffenen Doppeltdeutigkeit auf den Leim gegangen ist.

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(Screenshot: Programmablauf, ACK Münster)

Machen wir uns auf den „Weg mit Gott“ oder doch lieber „weg damit“? Das muss Jede/r für sich selbst entscheiden.

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