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Kennst Du dieses Ärgernis? Man stöbert online in Privatanzeigen umher, oder sucht gar gezielt etwas. Kleinanzeigen eBay oder Willhaben oder sonstwo. Und da, da ist das auf einmal das begehrenswerte Objekt. Vielleicht sogar in dem gewünschten Zustand und sogar mit einem tollen Preis. Also nichts wie ran an die Tastatur und den Verkäufer anschreiben.

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So ein klein wenig Vorfreude kommt da ja schon immer auf, die Wartezeit auf eine Antwort fühlt sich schon ein wenig wie Weihnachten an. Und dann kommt sie an, im Postfach lauert mit fettgedruckter Schrift die Betreffzeile “RE: Nutzeranfrage …”. Du öffnest die Mail und liest nur einen Satz: Leider schon verkauft.

Wie, schon verkauft? Wäre es beispielsweise ein heiß begehrter Artikel mit superniedrigem Preis, der vor einer Stunde erst eingestellt wurde, dann kann man es irgendwie verstehen, wenn der Verkäufer zwischen E-Mail Antworten. Terminkoordination und warten auf Käufer die Kleinanzeige noch nicht gelöscht hat. Aber bei einem Artikel, der bereits mehrere Tage zum Verkauf steht und nichts Besonderes darstellt dürfte meist der Zufall recht groß sein, dass während der eigenen Anfrage der Artikel gleichzeitig verkauft wurde.

Und an diesen Zufall glaube ich schlichtweg nicht. Nein, ich habe das Gefühl, dass viele dieser Verkäufe nichts anderes als “Fire-and-Forget” Inserate sind. Ich habe sogar schon Telefonate erlebt, wo nach dem vierten Anruf am anderen Ende mir eine grummelnde Stimme mitteilte, dass ich nicht anrufen muss, da der Artikel bereits verkauft sei. Da denke ich mir, ja warum löschst du das Inserat dann nicht?

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Meine gute Kinderstube (und meine eingeblendete Rufnummer) verbietet es mir in diesen Momenten zumeist, aus lauter Frust dem Verkäufer die verbale Keule zu verabreichen. Verdammt, allein schon aus Enttäuschung. Aber auch, weil mir wieder ein Stückchen Zeit geklaut wurde und letztendlich, weil es immer wieder mühsam ist.

Die andere Seite

Daher habe ich es mir mittlerweile angewöhnt, kleine Testballons vorauszusenden. Das geschieht in vorm von netten Anfragen, ob der Artikel noch verfügbar sei. Eigentlich ja völliger Bullshit, denn diese freundlichen Fragen nach der Verfügbarkeit sind zum einen zusätzlicher Schriftverkehrballast, zum anderen erzeugen sie hin und wieder eine unangenehme Gegenreaktion. Denn wenn man dann auf den Richtigen trifft, kommen darauf Antworten wie “Sonst stünde der Artikel ja nicht zum Verkauf.”

Nichts macht man irgendwie richtig, man ist augenscheinlich am Ende vom guten Willen des Verkäufers abhängig. Doch im Grunde wäre alles so einfach, man könnte sich überflüssige Testballons ersparen, aber auch unnötige Enttäuschungen, indem Verkäufer einfach nach dem Verkauf das Inserat löschen.

Das ist gar nicht so schwer!

Technisch gesehen ist eine Löschung von Inseraten oftmals sehr leicht. Ich habe mal geschaut, es handelt sich dabei tatsächlich um leicht auffindbare Funktionen. Zugegeben, die einen schreiben das Wort “löschen” aus und malen sogar einen Mülleimer (Mistkübel) daneben, die anderen beschränken sich auf ein kleines “X”, ganz im Monkey Island Stil “Das X markiert die Stelle”.

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Ja, ich weiß. Es ist schon ein wenig Meckerei und Jammerei das Ganze. Doch es handelt sich hier bei nur geringem Aufwand um ein Ergebnis mit großer Wirkung. Gelöscht bedeutet verkauft. Nicht gelöscht bedeutet noch zu haben. Hat jetzt alles nichts mit Internetmissbrauch zu tun, gestaltet aber die Teilnahme am Netz für alle Beteiligten ein Stückchen angenehmer.