Warum Phishing auf dem Smartphone gefährlicher ist als auf dem Desktop, dass zeigen wir anhand einer aktuellen Mail bezüglich eines Betrugsversuches mithilfe einer gefälschten PayPal E-Mail. Diese Mail ist für das Display am Smartphone optimiert und entfaltet dort auch ihr ganzes Potential.


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Phishing – bei diesem Begriff denkt man zumeist an grob falsch übersetzte Texte, die den Empfänger dazu auffordern, irgendwelche PIN zu Bank- oder Kreditkarten preiszugeben. Schlechte Grafiken, mieses Deutsch, fehlende Anreden. Doch diese Zeiten sind schon lange vorbei, den modernes Phishing wirkt meist flüssig lesbar, bedient sich echt wirkenden Strukturen und nutzt Datenbanken zum Aufbau, um Namen und auch hin und wieder die Adresse des Angeschriebenen einzubauen. Diese Mails wirken dann recht überzeugend und es gibt nur wenige Indikatoren, an denen man einen Schnelltest anwenden kann.

Am PC ist es zum Beispiel recht einfach, den eingebetteten Link zu prüfen: fährt man mit der Maus über den Link, wird dieser im Klartext angezeigt und man sieht recht schnell, wohin der führt. Wer jedoch Mails mit dem Smartphone abruft, hat an dieser Stelle ein Problem: die Funktion der Linkvorschau kennen viele nicht und nutzen sie auch nicht (Tipp: einen Link andrücken und halten, bis sich ein Dialogfenster mit der Linkvorschau öffnet). Daher sind Phishingmails, die für das Smartphone optimiert sind, immer ein Stück weit gefährlicher, da man schneller den eingebetteten Link angeklickt hat.

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So wie bei dieser hier, deren Inhalt im barrierefreien Klartext wie folgt lautet:

Ihr PayPal Konto hat ein neues Entgerät

Sehr geehrte/r Sybille [***},
aus Sicherheitsgründen wurde Ihr Einkauf bei dem Onlinehändler felgen-online.de über 425,00 € vorübergehend gesperrt.
Hierüber gelangen Sie zu Ihrem Kauf.
Es konnte leider nicht ausgeschlossen werden, dass Ihre Zugangsdaten durch eine dritte Person missbraucht wurden.
Falls Sie diese Transaktion nicht ausgeführt haben, bitten wir Sie über den unten aufgeführten Button Ihre Daten zu bestätigen und anschließend die Bestellung zu widerrufen.
Die Bestellung können Sie innerhalb der nächsten 14 Tagen rechtskräftig widerrufen.
Läuft diese Frist ab und Sie beantragen keine Stornierung, wird die Zahlung automatisch durchgeführt.

Stornieren Sie hier (zum Widerruf)

Mit freundlichen Grüßen Ihr Paypal Team

Zielführendes Element dieser Mail ist die blaue Klickfläche mit dem Hinweis “Zur PayPal-Seite”. Natürlich führt diese Klickfläche nicht zu PayPal, sondern in eine Phishingfalle.

Phishingbetrug

Unser Phishingschutz von Kaspersky Internet Security warnt nach dem Klick: das hier ist Phishing!

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Ohne einen Phishingschutz öffnet sich direkt eine Seite, welche PayPal nachempfunden ist, jedoch eine Fälschung aus Betrügerhänden darstellt. Diese Seite wirkt wie ein PayPal-Login, wer jedoch an dieser Stelle sich vermeintlich einloggt, übergibt seine Zugangsdaten direkt an die Phishingbetrüger.

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Nach dieser vermeintlichen Anmeldeprozedur erscheinen weitere Eingabefelder, die jedoch alle gefälscht sind. Zunächst soll man persönliche- und Adressdaten eingeben, im Anschluss daran sensible Bankdaten.

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Vorsicht! Jede Art der hier getätigten Eingaben landet in Betrüger-Datenbanken!

Allgemeine Phishingwarnung:

  • Phishing E-Mails versuchen grundsätzlich so auszusehen, als stammen sie von dem entsprechenden Unternehmen. Mit diesen versuchen Betrüger, an persönliche Daten zu kommen, vorzugsweise Bank- Kreditkarten oder sonstige Zahldaten.
  • Eine Schutzsoftware ist hilfreich! Bei aktualisierten Datenbanken und entsprechender Heuristik werden schädliche Seiten oftmals blockiert. Wir nutzen hierfür eine Kaspersky Schutzsoftware.
  • Die eigentliche “Kunst” dieser Mails ist die Geschichte, mit welcher der Empfänger dazu verleitet werden soll, der E-Mail zu trauen und den eingefügten Link zu öffnen. Hier spielen Ausdruck, Grammatik und Rechtschreibung, sowie Plausibilität und auch Individualität eine sehr große Rolle. Speziell in der jüngeren Vergangenheit gab es zunehmend Mails, welche mit Individualität glänzten: die konnten den Empfänger mit korrektem Namen ansprechen und gaben auch tatsächliche Adress- und Personendaten an.
  • Man kann jedoch generell beachten: Banken, Zahl- und Kaufportale fordern niemals mit Hilfe eines eingebauten Links zum Einloggen in das Konto auf! Zudem ist eine generische Anrede zwar immer ein Indiz für Phishing, eine vorhandene korrekte Anrede jedoch nicht der Beweis für die Echtheit einer Mail.
  • Tipp am Smartphone: einen Link andrücken und halten, bis sich ein Dialogfenster mit der Linkvorschau öffnet. Daran kann man erkennen, wohin ein eingebetteter Link führen soll.
  • Niemals über einen Link einloggen, der per Mail gesendet wird, sondern immer die betreffende Seite per Hand in die Adresszeile des Browsers eintippen und dort einloggen. Sollten tatsächlich Ankündigungen des entsprechenden Dienstes vorhanden sein, werden diese dort angezeigt.Zusätzlich ist es nach Möglichkeit ebenso zu unterlassen, über öffentliche/fremde WLAN-Netze Bankgeschäfte zu tätigen, da man nie genau weiß, ob (und im Ernstfall von wem) diese Netze protokolliert werden.
  • Niemals reale Daten in die Formularfelder eintragen! Unter Umständen können die Daten sogar bereits während des Tippens an die Betrügerdatenbank weitergeleitet werden, ohne dass man mit “weiter” bestätigt.
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