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Alles, was mit Gebühren zu tun hat, scheint für viele Menschen ein rotes Tuch zu sein. Neben dem Dauerhassobjekt GEZ ist nun die GEMA in einem recht haltlosen Schreiben das Ziel.

Der Vorwurf: ein GEMA-Mitarbeiter solle ein junges Mädchen auf der Straße nach der Quelle ihrer Notenblätter ausgehorcht haben. Das riecht nach Heimtücke, das riecht nach Gier und trägt einen Hauch Pädophilie mit sich.

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(Quelle: Facebook, öffentlicher Status)

Liebe Schüler, liebe Eltern,
Vor der Jugendmusikschule Hamburg hat sich vor wenigen Tagen anscheinend folgender Zwischenfall abgespielt:
Eine junge Geigenschülerin ist von einem fremden Mann angesprochen worden, der sich begeistert davon gezeigt hat, dass sie Geige spielt.
Er hat sie dann ausgefragt, bei wem sie denn Unterricht habe und seit wann, und das sei ja toll, da käme er dann auch mal vorbei und welche Stücke sie denn zur Zeit spiele. Als er sie bat ihm mal die Noten zu zeigen holte sie Fotokopien aus ihrem Geigenkoffer. Das Bußgeld, dass sich aus diesem Vorfall ergeben hat, beträgt 35000€. Wer das zahlen muss ist mir nicht bekannt.
Der Skandal ist, dass Gema-Agenten offenbar nicht davor zurückschrecken, Kinder anzusprechen und auszufragen.

Viele Grüße, Martin Goffing

Wir halten es ja so, dass jeder sich die meisten Noten selbst besorgt, da sind wir vorbildlich, dennoch bitte ich Sie / Euch, unbekannten Menschen keine Auskunft über Lehrer, Noten oder Unterricht zu geben.

Vielen Dank!

Ob das Schreiben an sich nun auf echtem grünen Papier gedruckt ist, oder per Grafikprogramm bearbeitet, soll keine Rolle spielen. So wie auch nicht weiter relevant ist, wer “Martin Goffing” ist. Was jedoch zählt: Ist der beschriebene Vorfall echt?

Aufschrei in den Kommentaren

Die Wut auf die GEMA, bzw. den angeblichen Mitarbeiter, entlädt sich nun in den Kommentaren. Hier wird die volle Bandbreite an Populismus und Parolen in die Welt gerufen, inklusive gefährlicher Ideen.

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(Quelle: Facebook, öffentlicher Status)

Pädophilievorwürfe, Halbwahrheiten, ja sogar der weiße Transporter finden sich hier wieder. Hier wird ein Wutvorwurf gegen die GEMA zu einem Schmelztiegel der Volkswut.

Was sagen die Beteiligten?

Die GEMA hat unlängst reagiert und distanziert sich auf der auf dem eigenen offiziellen Twitterkanal von dem Vorwurf:

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(Screenshot: GEMAdialog, Twitter )

Mehr noch: Die Rechtsabteilung der GEMA ist eingeschaltet.

Daher raten wir dringend davon ab, dieses Bild zu verteilen, da es am Ende tatsächlich juristische Konsequenzen haben könnte!

Wenn überhaupt jemand für diese Art von Geldern verantwortlich wäre, dann ist es eh nicht die GEMA, sondern eher die VG Musikedition .Letztere hat auf unsere Anfrage hin geantwortet, dass sie grundsätzlich sich von derart beschriebenen Verhaltensweisen distanzieren und auch keine Verbindung zu solch einem eventuellen Vorfall haben.

Eine Antwort der GEMA haben wir auch erhalten, welche besagt, dass dieser Vorfall wohl frei erfunden sei, zumindest was die Vorwürfe gegenüber der GEMA angeht. Ein solches Verhalten würde auch ernste arbeitsrechtliche Konsequenzen für die Mitarbeiter haben. Ferner kann die GEMA, da sie keine Behörde ist, keine Bußgelder verhängen, und selbst wenn, dann nicht in dieser Höhe.

Zusätzlich hat die GEMA auch Kontak zu dem Ersteller des Briefes, welcher sich, nach GEMA-Angaben, sich hat von falschen Tatsachen verleiten lassen, den Brief zu formulieren.

Wir haben auch die Jugendmusikschule Hamburg (nebenbei: die Jugendmusikschule Hamburg ist eine staatliche Einrichtung) angeschrieben und warten auf weiterführende Informationen, die wir bei Empfang in diesen Bericht einfügen.

Autor: Andre, mimikama.at

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