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Die Kleinanzeigen von Ebay sind ein sehr beliebter Handelsplatz. Das macht die Kleinanzeigen auch zu einem beliebten Angriffsziel für Betrüger.

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Der Ablauf ist zunächst ein völlig Harmloser: beim Durchstöbern der Angebote findet man ein interessantes Inserat vor. Die Ware ist hochwertig, so wie in unserem Beispielfall eine PS4 und der Preis ist auch in Ordnung. Wie man es von den Kleinanzeigen her kennt, geht die Kontaktaufnahme schnell und unkompliziert. Einem Kauf steht also nichts im Wege.

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Und nun geht der Schriftwechsel los. Der Verkäufer wird gebeten, die Zahlungsmodalitäten bekannt zu geben.

Amazon-Payment als Transfermedium

Die Verkäuferin im Beispielfall heißt Jana. Jana hat nun angegeben, dass sie die Zahlung über Amazon-Payment abwickeln möchte, da dies für beide Seiten 100% sicher sei.

An sich stimmt das auch, Amazon-Payment ist ein Service von Amazon, um bei Amazon auf einfache Art einzukaufen. Der Bezahldienst funktioniert sehr ähnlich wie der Dienst PayPal und bietet somit Sicherheit für Käufer und Verkäufer.

Jana Antwort lautet also:

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Nach ein paar weiteren Mails hin und her, sowie der Mitteilung der Käuferdaten per Mail, weißt Jana nun darauf hin, dass sie den Paymentprozess startet.

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Nach Angabe von Jana wird also Amazon eine Mail senden, in welcher alle nötigen Kontaktdaten stehen, sowie auch die Bankverbindung.

Was den Käufer jedoch schon unlängst stutzig gemacht hat: die Rechtschreibung in allen Mails ist sehr schwach, obwohl Jana vorgibt, aus Deutschland zu sein.

Die Mail von Amazon

Es kommt tatsächlich eine Mail welche vorgibt, von Amazon zu sein. Alle Daten, wie man sie im vorherigen Schriftwechsel angegeben hat, findet man in der Mail wieder.

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So weit sieht auch alles noch normal aus, der Knackpunkt kommt im Verlauf dieser Mail: die Bankdaten!

Bankdaten aus Rumänien

Die Bankverbindung gehört zu einem privaten Konto aus Rumänien. Dies kann man anhand der BIC feststellen. Die angegebene Adresse des Verkäufers ist jedoch angeblich in Deutschland.

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Effektivhandelt es sich also bei dieser Mail um nichts anderes als eine Fälschung, welche den Käufer veranlassen soll, Geld direkt auf ein Privatkonto zu senden. Das Geld ist anschließend verloren und die Ware gibt es nicht.

Zusammenfassend

Dieser Betrug ist nicht neu, sondern konnte schon öfter beobachtet werden. Das Fatale daran ist, dass die Plattform Ebay-Kleinanzeigen, welche in erster Linie vertrauenswürdig ist, von Betrügern ausgenutzt wird und die Käufer erst im allerletzten Schritt eine Betrügerei vorgesetzt bekommen.

Wir geben daher an dieser Stelle die Tipps von Ebay-Kleinanzeigen zur eigenen Sicherheit wider:

Vertrauen Sie Ihrem Instinkt. Angebote die zu gut sind um wahr zu sein, sind es meistens auch nicht.

    • Nehmen Sie Kontakt zum Anbieter auf.
      Auf Antworten in sehr schlechtem Deutsch, zum Beispiel aus Online-Übersetzern oder auf Englisch sollten Sie nicht reagieren.
    • Telefonisch lassen sich Details am Besten besprechen.
      Bei Verkäufern, die den persönlichen Kontakt ausschließen, sollten Sie misstrauisch werden.
    • Erfragen und speichern Sie die Adressdaten des Verkäufers.
    • Speichern Sie sich die Anzeige und den E-Mail-Verkehr mit dem Anbieter ab, schreiben sich die Anzeigennummer auf oder drucken Sie sich diese aus.
    • Einigen Sie sich auf eine sichere Zahlungsmethode, wie zum Beispiel PayPal.
      Erkundigen Sie sich hierbei vorher nach den Käuferschutzbedingungen von PayPal.
      eBay Kleinanzeigen bietet selbst kein Käuferschutzprogramm oder Treuhandservice an.
      Zahlen Sie niemals per Western Union, PaySafe, MoneyGram oder Bargeld im Briefumschlag.

Autor: Andre, mimikama.at