Betrüger haben es auf die Kreditkartendaten abgesehen
Betrüger haben es auf die Kreditkartendaten abgesehen

Markenkleidung zu günstigen Preisen – das versprechen viele Online-Shops. Leider gibt es jedoch viele Seitenbetreiber, die nur an das Geld der Nutzer wollen.

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Eine Nutzerin wies uns auf den Online-Shop „kultband. at“ hin, der (rein optisch) erst einmal seriös wirkt:

Screenshot: mimikama.at
Screenshot: mimikama.at

Die angeboteten Rabatte liegen auch im realistischen Rahmen, sodass man als unbedarfter Nutzer schnell zum Kauf verführt werden könnte.

Erfahrungsbericht einer Nutzerin

Der Teufel offenbart sich allerdings im Detail, wie uns eine Nutzerin schrieb:

„Datenschutzbestimmungen, Zeiten für Versand und Rückversand waren angegeben, aber keine Adresse und keine Telefonnummer des Shops, da hätte ich schon stutzig werden müssen. Zahlungsmöglichkeiten mit Kreditkarte oder PayPal war angezeigt. Nachdem ich meine Bestellung abgeschickt hatte, war nur noch die Möglichkeit da, mit Kreditkarte zu zahlen. Naja, dachte ich, Neukunde und Shop in Österreich, wird wohl o. k. sein. Als ich meine Kartennummer eingegeben hatte, kam eine Fehlermeldung auf englisch „Zahlung wurde verweigert“.“

Kein Impressum, nur Kreditkarte möglich

Tatsächlich findet sich auf der Seite kein Impressum. Dies ist ein wichtiger Anhaltspunkt, um einen Fake-Shop zu erkennen! Wenn es zwar ein Kontaktformular gibt, aber keine Adresse, unter der man die Betreiber der Seite kontaktieren kann, sollte man gar nicht erst daran denken, etwas dort zu bestellen.

Die Masche, dass man beim Bestellvorgang plötzlich nur noch mit Kreditkarte zahlen kann – obwohl auf der Seite selbst auch PayPal als Zahlungsmöglichkeit angegeben ist -, kennen wir auch von anderen Fake-Shops, die nach Eingabe der Daten eine Fehlermeldung anzeigen.

Falsche Social Media-Buttons

Ein weiterer Hinweis auf einen Fake-Shop sind Buttons zu verschiedenen Social Media-Kanälen, die jedoch ins Leere führen: Verlinkt sind nur die Hauptseiten von Facebook, Twitter und anderen Seiten, in diesem Fall sogar einfach nur die eigene Seite:

Screenshot: mimikama.at
Screenshot: mimikama.at

Was geschieht, wenn ich da was bestelle?

Darüber berichtet uns die Nutzerin:

„Am nächsten Morgen zeigte meine S-ID-Secure-App an, dass meine Karte gesperrt wurde und ich beim Karten-Kundenservice anrufen sollte. Die teilten mir dann mit, dass aus China versucht wurde, einen Abbuchung mit meiner Karte zu tätigen, dies aber geblockt wurde und ich eine neue Karte beantragen muss.“

Die Nutzerin hatte Glück, dass ihre Karte nur gesperrt wurde und es zu keiner Abbuchung kam. Oft geht es jedoch nicht so glimpflich aus: Es kommt zu unkontrollierten, hohen Abbuchungen über die Kreditkarte.

Wem gehört die Seite?

Eine Whois-Abfrage überrascht erst einmal: Der Ersteller der Seite ist nicht anonymisiert und scheint eine Adresse in Deutschland zu haben:

Screenshot: mimikama.at
Screenshot: mimikama.at

Eine Überprüfung der Adresse hat jedoch ergeben, dass die Straße in Eddelak nicht existiert, somit die Angaben gefälscht sind.

Fazit

Bei dem oben genannten Onlineshop handelt es sich um eine Phishing-Falle.
Die Eigentümer der Seite verschleiern ihre Identität. Die Zahlung ist nur per Kreditkarte möglich. Die Adresse des Seiteninhabers ist gefälscht.

Wir raten deshalb davon ab, bei diesem Shop Waren zu bestellen!

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