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Wieder einmal sitze ich hier am Kopfende meines Tisches, eigentlich wollte ich mich weiterhin der Besinnlichkeit der Vorweltgeschenketagzeit hingeben, mir überlegen, was soll es eigentlich an den bewussten überbesinnlichen Tagen zu essen geben, doch ersten kommt es anders und zweitens als man denkt, so auch in diesem Fall, denn gestern Abend flattert virtuell etwas auf meinen Tisch, da wird noch drüber zu reden sein.

Glückskekspost

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Manche Fanpost ist wie ein Glückskeks, außen knackig, aber als Inhalt wartet ein Spruch, der in seiner Orakelhaftigkeit nur noch von der mühseligen Wortwahl nach Genuss diverser Pharisäer übertroffen wird.

Wie bei jedem anderen Orakel mag jede Zeile für sich noch durchaus von einem hintergründigen Sinn durchzogen zu sein, aber sobald man versucht die nächste Zeile mit in den soeben erarbeiteten Zusammenhang einzubeziehen, eröffnen sich Schwierigkeiten, von denen man zuvor nicht einmal wusste, da mag man in der Schule bei der Textanalyse von Goethe oder Schiller noch ganz weit vorn dabei gewesen sei und das nicht nur wegen des Platzes vorm Lehrerpult.

Bei dieser modernen Fassung des alten „was will der Dichter uns damit sagen?“ Spiels gelten völlig andere Voraussetzungen.

Ein neuer Goethe?

Während aber Goethe unter dem Namen Pittore Filippo Miller gereist ist, nennt sich dieser Glückskekstextautor „der Boss“ ein Name, der durchaus weise gewählt wurde, belegt er doch durchaus die innere Zerrissenheit zwischen einer unbändigen Selbstüberschätzung und einem doch recht traurig niederhängenden Egon… EGO!

Ich schwöre ich wollte Ego schreiben! Und so kam halt, um von der eigenen Unzulänglichkeit und aus einem Gefühl der persönlichen Unbedeutsamkeit heraus diese Namenswahl zustande, was grundsätzlich traurig ist, denn jeder Mensch ist auf seine Weise bedeutsam, sehr sogar, auch die, die sich hinter einem schlecht gewählten Pseudonym verstecken müssen, weil sie voller Selbstzweifel stecken.

Glückskeksprobleme

Jetzt kommen wir schon zum ersten Glückskeksspruchdilemma, ich zitiere aus der Glückskekspost

„Dieser Vollidiot von Jens den Ehrenamtlichen Mitarbeiter.“

Aus dieser Aussage habe ich dann einfach mal geschlossen, dass der Glückskekstext für mich war, bin ich sowohl der einzig wahre als auch der einzig echte Jens in Personalunion im Team, die Untersuchungen diesbezüglich sind auch vorerst abgeschlossen, es kann halt nur einen geben.

Allerdings war dies dann auch der leichte Teil der Textanalyse dieses Glückskeksgefühlsausbruches, wen suchen wir hier jetzt eigentlich, außer dem Sinn hinter dieser Zeile.

„Dieser Vollidiot von Jens..“

Ich habe Hund und Katz, Kinder hab ich auch, aber bei all denen ist nicht ein einziger Vollidiot dabei, auch bei meinen Teamfreunden hat sich keiner eingeschlichen.

Also ist die Suche soweit erfolglos, es sei denn der Verfasser meint gar mich, tituliert also in einem Anfall von verbaler Aggression mich als Vollidiot, das würde schon durchaus einleuchten, vielleicht nicht direkt nachvollziehbar sein, zumal er seine Zeile mit

„.. den Ehrenamtlichen Mitarbeiter.“

vollendet, stimmt ich bin ehrenamtlicher Mitarbeiter, darauf übrigens stolz wie Bolle, aber das nur am Rande und dennoch liest sich der Satz wie ein unsauber gelandeter Albatros.

Es gibt immer einen Zusammenhang

Vor allem, wenn man versucht ihn in direkten Zusammenhang mit der vorangehenden Zeile zu bringen, dann steht in dem Glückskeks nämlich „der Boss, dieser Vollidiot, von Jens, den ehrenamtlichen Mitarbeiter.“

Sollte am Ende gar nicht ich gemeint sein, ist es vielleicht Post für Tom oder Andre?

Breche ich hier gerade unbewusst das Briefgeheimnis, nachdem ich bereits den virtuellen Glückskeks geöffnet habe? Was aber, wenn ich schon mal soweit vorgedrungen bin auch nichts ausmacht, dann kann ich auch gleich weitermachen.

Ein Impuls

Nächste Glückskekszeile

„Noch nie in meinem gesamten Leben so einen Müll gelesen.“

In einem ersten Impuls wollte ich dem Texter unvermittelt zustimmen, doch da sprang mir ein Gedanke in den Weg und murmelte mir zu, ob ich mir dabei so sicher sei, würde ich doch den Zusammenhang gar nicht kennen.

Worauf bezieht sich der Texter, was hat er bislang in seinem gesamten Leben gelesen? Würde ich eventuell Gefahr laufen am Ende des Tages, nach Kenntnis seiner bisherigen Leseleistung, feststellen zu müssen, da ist durchaus mehr Müll dabei.

Ohne direkte Kenntnis seines virtuellen Bezugspunktes wird es natürlich echt schwer nachzuvollziehen, was will der Dichter uns damit sagen? Bezieht er sich gar auf einen Text aus meiner „Ich sitze hier am Kopfende meines Tisches“ Kolumne, dann kann ich mir eigentlich nur gratulieren, dann habe ich einen Postillon Moment und wurde zu ernst genommen, obwohl es explizit erwähnt wurde.

Selbsterkenntnis

Jetzt aber weiter in der Analyse, bringen wir die verwirrende Zeile

„Noch nie in meinem gesamten Leben so einen Müll gelesen.“

in direkten Zusammenhang mit dem bisherigen Text, also mit „der Boss, dieser Vollidiot, von Jens den Ehrenamtlichen Mitarbeiter.“

Auf einmal ergibt die Zeile Sinn und ich kann doch von ganzem Herzen zustimmen. Eventuell kann ein „Punkt“ die Sache erhellen, ich versuche es mal „Der Boss, dieser Vollidiot [.] Von Jens, den (ich bin immer noch der Meinung hier gehört ein [m] hin) ehrenamtlichen Mitarbeiter.“ Klingt schlüssiger, fast wie ein Arbeitstitel eines zukünftigen Textes, allerdings möchte ich gleich anmerken der Text wird dann auf keinen Fall von Tom oder Andre handeln, die sind weit entfernt vom Status eines Vollidioten.

Oder aber den Texter erfasst doch eine milde Form der Selbsterkenntnis..

Alles Fake

Weiter im Text „Das ist Fake“. Ja was bitte? Was ist Fake? Alles vorherstehende?

Soll ich mir die Arbeit mit der Analyse umsonst gemacht haben, was erlauben Strunz? Ist der Boss Fake, der Vollidiot? Wir wissen es nicht, werden wir es je erfahren? Dazu müssen wir wohl noch viele Glückskekse essen, vielleicht steht in einem von denen die Lösung.

„Und dieser Jens ist auch nen Fake(r)“

Ja natürlich bin ich ein Fake(r), ich bin eigentlich gar nicht ich, ich bin auch nicht Manuel Neuer, allerdings habe ich mich auf meinem letzten Selbstfindungskurs dermaßen verlaufen, dass ich mir zwar bereits dreimal wieder begegnet bin, mich aber nicht erkannt habe.

Da hilft aber nur Geduld, den Druck von wegen „Der ist ein Fake(r)“ kann ich jetzt grade überhaupt nicht gebrauchen. Echt nicht…

Hunger

Ihr seht, mit den alten Mitteln aus dem Deutschunterricht kommen wir heute nicht weiter, diese Glückskekstextefanposts sind einfach zu komplex und inhaltsleer, als das wir ihnen mit interdisziplinären Bordmitteln auf den Grund gehen könnten. Aber eines steht abschließend fest,

dieser Glückskeksspruch „Noch nie in meinem gesamten Leben so einen Müll gelesen“ schafft es tatsächlich auf Platz zwei meiner Lieblingsglückskekssprüche, auf Platz eins weiterhin unangefochten und unerreicht „Jetzt hast du den Glückskeks kaputt gemacht“.

In diesem Sinne Euch allen eine besinnliche und hoffentlich friedvolle Weltgeschenketagzeit

Na toll, jetzt habe ich Hunger auf Chinesisch…

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