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Oftmals werden kommerziell betriebene Fakenewsseiten auf Facebook kaum beachtet. Sie sind da, aber die Nutzer interessieren sich nicht dafür. Bei dieser Story ist es jedoch anders. Der Verfasser der Fakenews „Sie Wurde Durch Ihre 14 Kinder Vernachlässigt, Nun Erhält Die Mutter Rache” [sic!] hat augenscheinlich einen wunden Punkt der Nutzer getroffen und somit kann der Teaser dieser Fakenews einen hohen Interaktionsgrad auslösen. Kaum jemand bemerkt, dass hinter diesem Teaser eine gefälschte Seite, ein gefälschtes Foto und eine erfundene Geschichte stecken.

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Schauen wir uns zunächst den wirksamen Teaser der Fakenews an. Hier lautet der Statustext: „Warum Möchten Alle 14 Kinder Plötzlich Ihre Mutter Im Pflegeheim Besuchen?” [sic]. Das Teaserbild soll angeblich diese Frau darstellen, doch hier wurde schon schamlos gelogen und geklaut. Die Frau auf dem Bild ist die an Krebs erkrankte „Oma Betty”, deren Urenkel vor ihrem Tod im August 2014 die Bilder der lebensfrohen, jedoch todkranken Frau auf Instagram hochlud. Also nichts mit vernachlässigt: Oma Betty sagte vor ihrem Tod exakt das Gegenteil:

„He loves me so much, that’s why he did it. He doesn’t want to lose me and he’s just good to me,“ Simpson said of her great-grandson. „I didn’t even know he was doing this.“

Kommen wir jedoch zurück zum Teaser. Dieser wurde häufig geliket, kommentiert und sogar geteilt.

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Hinter dem Teaser steckt eine typische kommerziell betriebene Fakenewsseite. Die Webseite nennt sich „Daily Mail”, die Artikel sind aufgebaut im Stil eines redaktionellen Artikels, ein gefälschtes Foto ist zu sehen, das einen Screenshot aus der Tagesschau darstellen soll. Zunächst wirkt der komplette Inhalt aufgrund dieser Elemente natürlich völlig seriös.

Kleine Anmerkung: Damit diese „News” auch immer eine Neuigkeit bleibt, passt sich das angezeigte Veröffentlichungsdatum in dem Artikel immer dem aktuellen Datum an.

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Doch am Ende ist das alles Fake und es wird deutlich, worum es wirklich geht. Durch das Auftauchen von Affiliate-Links im Text und der inhaltlichen Wendung, dass „die vernachlässigte Mutter“ durch einen Gewinn im Online-Casino plötzlich reich geworden sei, zeigt sich der wahre Charakter dieser Fakenews. Jemand will Geld verdienen, indem mit einer erfundenen Geschichte Menschen dazu gebracht werden sollen, sich als Neukunden bei einem Online-Casino zu registrieren.

Dies geschieht mit Hilfe der eingebauten Affiliate-Links, die zur Registrierung bei einem Online-Casino leiten (Grand Mondial). Meldet sich jemand an dieser Stelle an, bekommt der Inhaber des Affiliate-Codes aus dem Link eine Provision. Man kann also davon ausgehen, dass die Autoren derartiger Fakenews auch gleichzeitig die Partner und Inhaber solcher Provisions-IDs aus den jeweiligen Codes sind. Denn je besser sich eine Story verkauft, desto mehr Menschen dürften auf eine Registrierung anspringen.

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Die Merkmale für kommerziell betriebene Fakenewsseiten

Man kann sich für diese Art der kommerziell betriebenen Fakenewsseiten immer merken: Es handelt sich um …

  • einen pseudoredaktionell erstellten Inhalt, der keinerlei Wahrheitsgehalt hat.
  • eine Darstellung in Form einer News/Nachrichtenwebseite, die jedoch letztendlich keine ist.
  • einen Inhalt, der ein Verlangen/eine Angst (in diesem Falle nur Verlangen) anspricht.
  • einen Verfasser, dem der Inhalt egal ist. Es geht nur darum, Werbung anzuzeigen bzw. Werbelinks wirksam einzubauen.