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Befragung zeigt: Interesse ist da, beim Datenschutz sind klare Verhältnisse gefragt

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Die Marktwächter der Verbraucherzentrale führten eine Befragung durch mit interessanten Ergebnissen!

Das vernetzte Auto nimmt Fahrt auf und viele Autofahrer unter den Verbrauchern ziehen mit: Sie nutzen bereits digitale Dienste im Auto, wie Navigationsdienste oder Fahrerassistenzsysteme oder können es sich vorstellen.

Allerdings haben sie auch hohe Erwartungen an den Datenschutz: Das zeigt eine repräsentative Online-Befragung des Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale NRW.

Verbraucher wollen wissen und mitbestimmen, was mit ihren Daten passiert. Eine Nutzung etwa für Werbezwecke oder das Erstellen von Bewegungsprofilen lehnen die Meisten ab. Auch sieht die Mehrheit ein Problem darin, wenn es in Zukunft nur noch vernetzte Autos geben würde.

Die Umfrage

In der Umfrage wurden 1.000 Autofahrer* (Mindestalter 17 Jahre) zum vernetzten Fahren – mit Fokus auf den Datenschutz – befragt.

Unter vernetztem Fahren versteht man den Informationsaustausch in Echtzeit (z.B. via Mobilfunk, W-LAN, Bluetooth) zwischen mehreren Fahrzeugen beziehungsweise zwischen einem Fahrzeug und anderen internetfähigen Geräten (u.a. Smartphone, vernetzte Ampeln). Dadurch stehen dem Fahrer zahlreiche neue digitale Dienste und Anwendungen zur Verfügung (z.B. Wartungs- und Sicherheitshinweise). Insgesamt ist die Mehrheit der Befragten (67 Prozent) sehr interessiert am Thema.

Und viele sind bereits vernetzt unterwegs: 42 Prozent der Befragten nutzen digitale Dienste im Auto besonders häufig Navigationsdienste und Fahrerassistenzsysteme. Grundsätzlich vertrauen zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) „voll und ganz“ (28 Prozent) oder „eher“ (40 Prozent) darauf, dass Anbieter von digitalen Diensten und Anwendungen im Auto hohe Datenschutzstandards beachten. Doch trotz „Vertrauensvorschuss“ – nahezu alle Befragten erwarten klare Verhältnisse beim Datenschutz.

Datenkontrolle: Verbraucher wollen auch abschalten können

Ob Nutzer oder Nicht-Nutzer – die Befragten wollen den Überblick und die Kontrolle über ihre Daten behalten: Der Großteil (90 Prozent) befürwortet, dass Datenverwendungen einzelner Dienste und Anwendungen im Auto mit wenigen Klicks erkennbar sein müssen. Zudem möchten nahezu alle Befragten (92 Prozent) digitale Dienste und Anwendungen im Auto inklusive deren Datenverwendungen mit wenigen Klicks abschalten können. Überhaupt sehen knapp zwei Drittel (62 Prozent) ein Problem darin, wenn es in Zukunft nur noch vernetzte Autos geben würde.

„Dies zeigt  deutlich, dass die Befragten die Entscheidungsfreiheit haben wollen, was den Grad der Vernetzung und die Verwendung ihrer Daten betrifft“,

resümiert Ayten Öksüz vom Marktwächter-Team Digitale Welt in der Verbraucherzentrale NRW.

Datenweitergabe? Hängt vom Zweck ab

Ob Verbraucher ihre Daten, die bei der Nutzung von vernetzten Fahrzeugen anfallen, überhaupt weitergeben wollen oder nicht, hängt klar von dem damit verbundenen Zweck ab: Grundsätzlich hätten fast zwei Drittel (64 Prozent) kein Problem damit, wenn ihre Daten für die Verbesserung digitaler Dienste und Anwendungen genutzt werden würden.

Aber ein Weiterverkauf von Daten an Dritte (87 Prozent), die Nutzung von Daten für die Erstellung von Bewegungsprofilen (75 Prozent) oder für Werbezwecke (81 Prozent) stößt bei der Mehrheit der Befragten auf Ablehnung.

Datennutzung: VZBV fordert umfassende Regulierungen

„Auch beim Auto dürfen kommerzielle Interessen nicht Vorrang vor dem Recht auf Privatsphäre haben. Die Datennutzung rund ums Auto wird für die Verbraucher zunehmend unüberschaubar, während die unterschiedlichen Anbieter durch die Digitalisierung Fakten schaffen. Die nächste Bundesregierung ist aufgefordert, die Datennutzung bei vernetzten und automatisierten Fahrzeugen schnell und umfassend zu regulieren“,

verlangt Marion Jungbluth, Teamleiterin Mobilität und Reisen beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Eine Forderung, die sich mit den Erwartungen der befragten Verbraucher deckt.

Datenschutz: Anbieter sollen für klare Verhältnisse sorgen

So wollen 84 Prozent genaue Angaben zur Verwendung ihrer Daten: Sie sehen den Hersteller in der Pflicht, dem Halter noch vor der eigentlichen Nutzung alle im Fahrzeug erhobenen, gespeicherten und verarbeiteten Daten aufzulisten.

Knapp zwei Drittel (64 Prozent) befürworten außerdem, dass eine neutrale Kontrollstelle mit Hilfe dieser Auflistung die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen überprüfen können sollte. Darüber hinaus stimmt die große Mehrheit der Befragten (83 Prozent) ebenfalls der Aussage zu, dass Autokäufer mittels einer standardisierten Grafik über die Sicherheit ihrer Daten – bereits beim Kauf eines Autos – informiert werden sollten.

„Unsere Ergebnisse zeigen: Die Befragten sind sehr interessiert am vernetzten Fahren. Doch haben sie auch klare Erwartungen in Sachen Datenschutz: Sie wollen einen genauen Überblick über die Verwendung ihrer Daten und Möglichkeiten, diese zu kontrollieren. Auch der Wunsch, einzelne Dienste und Anwendungen im Auto abschalten zu können, wird durch unsere Ergebnisse deutlich“,

so Öksüz.

*Methodik:

Die Erhebung erfolgte mittels Online-Interviews anhand eines strukturierten Fragebogens. Befragt wurde eine repräsentative Stichprobe deutschsprachiger Personen ab 17 Jahren, die min. selten Auto fahren oder es für mindestens „eher wahrscheinlich“ halten, dass sie zukünftig Auto fahren werden. Insgesamt konnten somit 1.000 Personen befragt werden. Die Befragung erfolgte im Zeitraum zwischen dem 30.11. – 09.12.2016. Durchführendes Institut: mindline media GmbH. Statistische Fehlertoleranz: max. +/- 3 Prozentpunkte.

Hintergrund Vernetztes Fahren:

Vernetzte Fahrzeuge sind Autos, die über das Internet mit anderen Fahrzeugen und der Umwelt (bspw. vernetzten Ampeln und Straßenschildern) verbunden sind und Informationen über bspw. Straßenverhältnisse, die aktuelle Verkehrssituation oder vorhandene Baustellen austauschen.

Dadurch stehen Fahrern verschiedene digitale Dienste und Anwendungen im Auto zur Verfügung, die diese nutzen können, um das Fahren sicherer, komfortabler oder effizienter zu gestalten. Solche digitalen Dienste und Anwendungen sind entweder schon im Auto verbaut oder können über das Verbinden eines mobilen Gerätes – wie bspw. eines Smartphones – mit dem Auto genutzt werden.