Seit Donald Trump als US-Präsident ein Einreiseverbot für Bürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern verhängte, gibt es viele Proteste.

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Angeblich soll Obama 2011 ebenfalls ein Einreiseverbot für Muslime erteilt haben, aber es gab damals keine Proteste. Ist das wahr?

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So schreibt die Seite „Die Freie Welt“:

„Von deutschen Medien verschwiegen:
Obama verhängte 2011 wegen Terrorgefahr ein Einreiseverbot“

Auch auf englischsprachigen Gruppen und Seiten auf Facebook verteilt sich ein Meme, welches diese Behauptung aufstellt:

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Konkret wird sich also darüber mokiert, dass es unter der Obama-Administration keinerlei Proteste gab, während gegen Trump demonstriert wird, wohl er ja quasi dasselbe wie Obama im Jahr 2011 macht.

Doch entspricht dies nicht der Wahrheit

Machen wir eine Zeitreise ins Jahr 2011:

Wie unter anderem das „Wall Street Journal“, die „New York Times“ und „PBS“ berichteten, wurden im US-Staat Kentucky zwei Flüchtlinge aus dem Irak wegen terroristischer Aktivitäten festgenommen. Aufgrund dessen beschloss die Obama-Administration, dass für die Dauer von sechs Monaten Flüchtlinge aus dem Irak einem genaueren Screening unterworfen werden, in dieser Zeit sollen die Überprüfungen von Flüchtlingen aus muslimisch-geprägten Ländern allgemein optimiert und verschärft werden.

Es gab also nicht etwa einen kompletten Einreisestopp aus einem Land (oder aus sieben Ländern, wie bei Trump), sondern die Einreisebedingungen aus dem Irak (und nur aus dem Irak) wurden lediglich verschärft, die Einreise von irakischen Flüchtlingen verlangsamte sich dadurch natürlich, wurde aber nicht gestoppt.

Fazit

Nein, Obama verhängte im Jahr 2011 keinen Einreisestopp, sondern verschärfte nur die Einreisebedingungen aus dem Irak für die Dauer von sechs Monaten. Dies ist absolut nicht vergleichbar mit der Anordnung der Trump-Administration, die Einreise aus gleich sieben Ländern komplett zu stoppen.

Autor: Ralf, mimikama.at

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