Und das nicht erst seit gestern! Die Verbraucherzentrale Sachsen hat bereits 2012 zur Vorsicht vor der „Helveg-Institut – Schuldnerhilfe“ geraten.

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Mimikama: Information

Mittlerweile findet man auch bei Facebook verschiedene Warnungen, eine dieser Warnungen bildet einen Brief ab, welcher aktuell ist und zeigt, das die Briefe, vor denen bereits 2012 gewarnt wurde, immer noch versendet werden.

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(Screenshot: Facebook, öffentlicher Status)

Zu diesem Bild gehört der Statustext:

Hab heute diesen Brief im Kasten gehabt und gleich mal Google gefragt…
Sehr unseriös und nur Abzocker…
Also an alle die auch so ein nettes Schreiben bekommen haben, bitte NICHT drauf reagieren…

Der Brief wurde am 11. September verfasst, die Statusmeldung wurde am gestrigen Donnerstag, den 17. September auf Facebook veröffentlicht.

Das “Helveg-Institut”

Institut – klingt ja schon mal wichtig. Mimikama, das Institut für Aufklärung über Fakes und Hoaxe, hat mal genauer geschaut, was hinter Helveg steckt. Anmerkung: der Begriff “Institut” ist nicht gesetzlich geschützt und von dem Begriff “Institution” abzugrenzen. Insofern trägt dieser Begriff viel Schein in sich.

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Die Suchmaschinen im Internet geben eine recht große Auswahl an Erfahrungsberichten mit dem Helveg Institut. So wird berichtet, dass Helveg bundesweit wahllos Schuldner anschreibt. Diese anschreiben sehen aus wie das oben Abgebildete und fordert den Empfänger auf, sich unter der Rufnummer zu melden. In nächster Instanz tritt Helveg mit den entsprechenden Personen, welche zumeist finanziell verschuldet sind, in Kontakt und bietet eine Schuldnerberatung inklusive einen Weg aus den Schulden an. Dazu muss der Schuldner jedoch einen Vertrag mit Helveg eingehen.

Dieser Vertrag hat es in sich, denn nach vielfacher Information kommt der Vertrag den Schuldnern sehr teuer. Verschiedene Personen sprechen von mehreren tausend Euro und langer Laufzeit. Daher warnen viele viele Berater vor dem Schreiben des “Helveg-Institutes”.

Verbraucherzentrale Sachsen

Am 15.02.2012 gab die Verbraucherzentrale Sachsen folgende Warnung heraus:

Fragwürdige Post vom Helveg-Institut

Verbraucherzentrale Sachsen rät zur Vorsicht

In der Insolvenz- und Schuldnerberatung der Verbraucherzentrale Sachsen gehen derzeit vermehrt Anfragen verunsicherter Verbraucher ein. Die Ratsuchenden bringen ein an sie gerichtetes Schreiben, dessen Absender das „Helveg-Institut – Schuldnerhilfe“ ist, mit. Im Brief steht: „…in einer für Sie vielleicht wichtigen Angelegenheit bitten wir um Ihren Rückruf…“ In der Regel kennen die Angeschriebenen, die meistens mit der Rückzahlung ihrer Schulden zu kämpfen haben, das Institut aus Höxter nicht.

„Trotzdem überlegen häufig Verbraucher, was es mit dem Schreiben auf sich haben könnte und ob sie nicht doch zurückrufen sollen“, weiß Andrea Günther, Schuldnerberaterin der Verbraucherzentrale Sachsen. Genau auf diesen Reflex setzt offensichtlich das Institut. Letztlich handelt es sich um ein Werbeschreiben, mit dem der Anbieter Kunden gewinnen will.

„Wir raten Verbrauchern nicht dazu, das Unternehmen zu kontaktieren“, so Günther weiter. Das Helveg-Institut bietet laut seinem Anschreiben Schuldnerhilfe, aber keine Rechtsberatung an. Bereits mehrere Gerichte, wie zum Beispiel das LG Berlin in seiner rechtskräftigen Entscheidung vom 24.02.2011 (AZ.: 52 O 278/10), haben in anderen Fällen das Dienstleistungsangebot „Schuldnerhilfe“ ohne die Erlaubnis zur Rechtsberatung für unzulässig erklärt. Und auch die Kosten, die möglicherweise auf die Angeschriebenen zukommen, kann man dem Schreiben nicht entnehmen.

Die Verbraucherzentrale Sachsen empfiehlt Schuldnern, die Rat und Hilfe benötigen, bei ihrer Kommune nach kostenfreier Schuldnerberatung zu fragen. Leipzigern steht die Schuldnerberatung der Verbraucherzentrale Sachsen unter der Telefonnummer 0341-960 89 23 für Ratsuchende zur Verfügung.

Diese Warnung hat den Stand vom Februar 2012.

Jüngst ist aber auch auf GoMoPa.net ein Artikel aufgetaucht, welcher erneut auf das Helveg-Institut hinweist:

Das Helveg Institut erfüllt so gut wie alle Punkte einer Checkliste für Insolvenzraffkes, die die Schuldnerberatung Berlin und die Landesarbeitsgemeinschaft Schuldner- und Insolvenzberatung Berlin e.V. erarbeitet und die vom Finanznachrichtendienst GoMoPa.net Anfang 2009 veröffentlicht wurde, um unseriös arbeitende Schuldnerberater für Laien erkennbar zu machen.

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