Update im Fall Sophia Lösche
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22.06.2018 / UPDATE im Fall Sophia Lösche

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Die Ermittlungen zur Aufklärung des Verbleibs von Sophia Lösche und einer mutmaßlich an ihr begangenen Straftat wurden in den vergangenen Tagen mit äußerstem Hochdruck unter Federführung der Polizeidirektion Leipzig, mit großer Unterstützung der bayrischen Polizei und des Bundeskriminalamts sowie der spanischen Polizei- und Justizbehörden weitergeführt.

Soweit die Presse derzeit berichtet, dass in Spanien die Leiche einer unbekannten Frau gefunden wurde, können wir hierzu keine näheren Angaben machen. Seitens der spanischen Polizei- und Justizbehörden wurde, da die Frau bislang nicht identifiziert ist, ein eigenes Verfahren zur Untersuchung des Leichenfundes eröffnet, zu dem wir nicht befugt sind, Angaben zu machen. Alle Ermittlungshandlungen in Spanien erfolgen jedoch in enger Abstimmung mit den hiesigen Ermittlungsbehörden und ebenso werden umfangreiche Ermittlungshandlungen auch auf Rechtshilfeersuchen der Staatsanwaltschaft Leipzig von spanischen Beamten vorgenommen. Hierbei werden die deutschen Behörden von Eurojust unterstützt.

Angaben zu den durch die spanischen Behörden bislang gewonnenen Erkenntnissen können erst dann gemacht werden, wenn diese auf offiziellem Weg hierher übermittelt worden sind und somit gerichtsfest hier vorliegen. Dies kann jedoch angesichts der im Rahmen internationaler Zusammenarbeit vorgeschriebenen Übermittlungswege mitunter einige Tage in Anspruch nehmen.

Zu der in Spanien festgenommenen Person werden derzeit ebenfalls keine näheren Angaben gemacht.

Die Staatsanwaltschaft Leipzig betreibt die Auslieferung des Verdächtigen. Ob diese bewilligt ist, wurde auf offiziellem Rechtshilfeweg bisher nicht mitgeteilt. Insoweit wird um Verständnis gebeten, dass bis zum Eingang einer Entscheidung darüber keine Einzelheiten angegeben werden können.

Mit Rücksicht auf die Angehörigen von Sophia Lösche bitten wir darum, von weiteren Spekulationen zum Fund einer Leiche in Spanien sowie möglicher Verletzungen dieser Person abzusehen.

Oberfränkische Behörden führen Ermittlungen im Fall Sophia Lösche weiter

OBERFRANKEN / LEIPZIG. Ab sofort haben die Staatsanwaltschaft Bayreuth und die Kriminalpolizei Bayreuth die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Verschwinden der 28-jährigen Sophia Lösche aus Leipzig übernommen, da sich jetzt die Hinweise auf einen möglichen Tatort in Oberfranken verdichtet haben. Ob es sich bei einer gestern in Spanien aufgefundenen weiblichen Leiche um die Vermisste handelt, ist derzeit Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Am 14.06.2018 wollte die gebürtige Ambergerin von Leipzig nach Nürnberg trampen und von dort weiter nach Amberg fahren. Sie stieg an diesem Abend an einer Tankstelle bei Schkeuditz zur Mitfahrt in einen Lastwagen mit marokkanischer Zulassung ein. Seitdem bestand zu der 28-Jährigen kein Kontakt mehr. In der Folge fahndete die Polizei Leipzig auch über die Medien nach der Frau.

Maßnahmen auf bayerischem Gebiet

Im Zuge der Ermittlungen der Polizeidirektion Leipzig koordinierte das Polizeipräsidium Ober-franken die notwendigen Maßnahmen in Bayern. Insbesondere führten hier die tangierten bayerischen Dienststellen umfangreiche Ermittlungs- und Suchmaßnahmen mit zahlreichen Einsatzkräften an relevanten Örtlichkeiten wie Rastanlagen oder Autobahnparkplätzen ent-lang der bekannten Fahrtroute des Lastwagens durch. Die Erkenntnisse übermittelten die bayerischen Ermittlungsdienststellen an die zuständige Polizeidirektion Leipzig.

Festnahme und Leichenfund in Spanien

Am vergangenen Dienstag wurde auf Grund eines Haftbefehls ein 41-jähriger Kraftfahrer, der nach Marokko unterwegs war, südlich von Madrid festgenommen. Sein Lastwagen war kurz zuvor in einiger Entfernung ausgebrannt. Nach bisherigen Erkenntnissen war die 28-Jährige in Schkeuditz in diesen Lastwagen eingestiegen. Der Mann ist dringend verdächtig, die Frau getötet zu haben. Von der Leiche fehlte zunächst jede Spur. Am Donnerstag wurde eine weibliche Leiche im Norden Spaniens aufgefunden. Die Auffindeörtlichkeit deckt sich mit der Fahrtroute des Verdächtigen. Zur Identifizierung der sterblichen Überreste wird jetzt ein DNA-Profil der Vermissten erstellt und den spanischen Behörden zugeleitet.

Übernahme der Ermittlungen

Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse, insbesondere der GPS-Daten des Lastwagens des Festgenommenen, muss davon ausgegangen werden, dass die Frau in Oberfranken getötet wurde. Auf Grund dieser kriminalistischen Einschätzung hat jetzt die Staatsanwaltschaft Bayreuth das Ermittlungsverfahren von der Staatsanwaltschaft Leipzig übernommen. Sie führt in Zusammenarbeit mit einer etwa 15-köpfigen Ermittlungsgruppe bei der Kriminalpolizei Bayreuth die Untersuchungen. In diesem Zusammenhang werden Bayreuther Ermittler mit den Behörden in Leipzig zusammenarbeiten und die bisherigen Ergebnisse übernehmen. Sie werden auch in Spanien präsent sein. Der Kontakt zu den spanischen Behörden besteht zum einen über einen Verbindungsbeamten des Bundeskriminalamtes sowie auf Justizseite über die Einheit für justizielle Zusammenarbeit der Europäischen Union „Eurojust“. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth wird im Zuge der weiteren Ermittlungen die Rechtshilfeverfahren aus Leipzig weiterführen und gegebenenfalls zusätzliche Ersuchen an die spanischen Behörden stellen. Diese können erfahrungsgemäß einige Zeit in Anspruch nehmen.

Quelle: Polizei Sachsen, Polizei Bayern

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