Produktempfehlung: Kaspersky lab

Denn “Gelb” ist nicht gleich “Gelb”. Teure Branchenbuchdienste imitieren gerne den kostenfreien Auskunftsdienst “Gelbe Seiten” und erwirtschaften so jährlich hohe Beträge.

-Mimikama unterstützen -

Gemeinsam gegen Fakes, Fake-News und anderen Unwahrheiten im Internet. Bitte hilf mit!

Alles beginnt mit einem Anschreiben, welches sich als Branchenbucheintrag ausgibt und um Überprüfung der Stammdaten bittet. Untrüglich erkennt man auf den ersten Blick die Nutzung der Corporate Identity der Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft mbH.

gs1

Natürlich sind die Firmendaten, so wie sie dort in den jeweiligen Briefen erwähnt sind, korrekt. Eine Überprüfung dieser Firmendaten ist natürlich völliger Unsinn und ein an den Haaren herbeigezogenes Argument, um den Empfänger dazu zu bewegen, ein Feedback zu senden.

Darum funktioniert dieser Brief

Betrachtet man den Brief als Ganzes, so wird man bemerken, das die oberen Drittel des Briefes keinerlei Informationen darüber geben, dass es sich um einen kostenpflichtigen Eintrag in ein Branchenverzeichnis handelt. Mehr noch: Aufbau, Schriftwahl und Farbgebung suggerieren sehr deutlich, dass es sich um den Marktführer “Gelbe Seiten” handelt. Wie auch eingängig bekannt, ist dieser Eintrag in seiner Grundform kostenlos.

Der Datenpool von Gelbe Seiten basiert auf kostenlosen Grundeinträgen (Name, Anschrift, Telefonnummer) der Deutschen Telekom AG.
(Quelle: FAQ Gelbe Seiten)

gs2

Erst im unteren Drittel des Briefes werden klare Angaben über Herkunft und Kosten gemacht, sowie auch die Angabe, dass man es hier nicht mit den “Gelben Seiten” zu tun hat. Die Kosten belaufen sich auf 99 €/Monat, man wird auch direkt auf 2 Jahre Vertragslaufzeit festgesetzt. Macht also satte 2376 € für einen mauen Eintrag in einem Onlineportal.

Wird hier bewusst erst im letzten Teil des Briefes auf die wahren Ziele aufmerksam gemacht? Spekuliert man, dass die jeweiligen Empfänger an dieser Stelle bereits unkonzentrierter lesen, da sie sich bei einem anderen Absender wähnen?

Ausdrücklich distanzieren?

Die Frage, die sich nun stellt: warum distanziert sich der Absender denn so ausdrücklich von den Gelben Seiten?

gs3

Scheint man sich für eine eventuell bewusst hervorgerufene Irreführung rechtfertigen zu müssen? Dieser Satz wäre nämlich völlig unnötig, wenn man eine andere Farbgebung, sowie auch einen anderen Briefaufbau genutzt hätte, welche nicht den Eindruck erwecken würden, es handle sich um ein Anschreiben der Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft mbH.

Abstand halten!

Wer solche Briefe bekommt, sollte sich überlegen, ob ein Eintrag in einem solchen Portal sinnvoll ist – oder schlichtweg einfach nur teuer ohne jegliche Relevanz. Im Netz findet man eine Vielzahl an regionalen Branchenbüchern, welche auch teilweise sehr schlecht und unübersichtlich gegliedert sind. Die Seite aus dem hier vorliegenden Brief ist also nur eine von vielen Seiten.

Genaues Lesen hilft – hier geht es um viel Geld. Im Zweifel lieber Abstand von einem solchen Angebot nehmen.

Autor: Andre, mimikama.at