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Wer es möchte: so kannst du die Apps loswerden!

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Als Anfang 2014 die Messenger-App als eigenständige Anwendung zur bereits existierenden Facebook-App auf mobilen Endgeräten stieß, verärgerte Facebook seine User durch aggressives Vorgehen.

Innerhalb kürzester Zeit wurde der bisher in die Facebook-App integrierte Direktnachrichtenservice unzugänglich gemacht und in die jüngste „Bescherung“, die Messernger-App, aus dem Hause Zuckerberg zwangsumgeleitet.

Konnte man bis dato nicht nur Newsfeed und Profil, sondern auch private Nachrichten innerhalb einer Sitzung austauschen und organisieren, zwang der Netzwerkriese jetzt die Nutzer zur Installation des Facebook-Messenger – eine eigenständige App, die einzig dem Zweck der Nachrichtenübermittlung diente, mittlerweile aber durch eine eigene Freakshow an „unterhaltsamen“ Features aus ihrer öden Zweckmäßigkeit erlöst wurde.

Weniger ist in dem Fall mehr

Zwei vom Workflow her eigentlich untrennbar verbundene Systeme waren plötzlich auf zwei Anwendungen aufgeteilt: Dies ist nicht nur umständlich und zeitraubend – weder die Facebook-App selber noch der „Messenger“ gehören zu den Leichtgewichten, was Speicher- und Akkunutzung angeht.

Durch die getrennte Anmeldung werden zwei laufende Sitzungen erzeugt und – da die Abmeldung vom Messenger nur gut versteckt in der Facebook-App erfolgen kann, wird zumindest erstere so gut wie nie geschlossen, ohne dass dies ohne weiteres erkennbar ist.

In der Messenger-App selber gibt es keine Möglichkeit zum Logout. Im Zusammenhang mit dem „Profilbild-Login“ stellt dies ein enormes Sicherheitsrisiko für Smartphone-Besitzer dar.

Lässt man dagegen Sorgfalt walten und loggt sich aus beiden Sitzungen aus, drängt der Messenger bei der Wiederanmeldung, wie auch schon bei der Erstinstallation, in bekannt aufdringlicher Manier zum berüchtigten „Synchronisieren des Addressbuchs“.

Ein einziges Missverständnis, ein Flüchtigkeitsfehler, dicke Finger, und die gesamte Kontaktliste, egal ob bereits Facebook-Kunde oder nicht, wird ungefragt mit Haut und Haaren dem Datenmoloch einverleibt.

Darüber hinaus ärgert der immense Stromverbrauch – auch bei ausgeschalteter Hintergrundaktualisierung – und damit natürlich auch die Frage, was die Apps bei Nichtbenutzung mit ihrem Löwenanteil der Akkuladung eigentlich treiben.

Im Nebel der reichlich intransparenten Datenpolitik des Netzwerks blühen die Gerüchte und es schießt so manche Theorie ins Kraut.

Nachgewiesen wurden bisher keine illegalen „Umtriebe“; nur dass die beiden Anwendungen die Stromfresser Nummer eins sind, ist sicher, genauso wie die Tatsache, dass der Mehrwert für Facebook auch hier nicht im „optimalen Nutzererlebnis“ besteht.

Trotzdem gibt es fast kein Smartphone mehr ohne das ressourcenhungrige Duo – bei manchen Geräten sind die beiden sogar schon vorinstalliert.

In den Appstores gehören sie zu den am meisten heruntergeladenen Angeboten, bis zum Bersten angefüllt mit quietschig-überdrehten Features und leicht zu übersehenden Einstellungen sind sie bei oberflächlicher Betrachtung der attraktivste und bequemste Weg, Facebook zu steuern.

Wer allerdings nicht jede Gängelung seitens der Betreiber klaglos hinnehmen will, kann die beiden Schwergewichte relativ mühelos ausmanövrieren und sich, ganz ohne Programmierkenntnisse, seine persönliche Facebookumgebung schaffen.

Wie das?

Ihr lasst die App(s) links liegen und loggt Euch im Browser eures Smartphones auf

https://www.m.facebook.com

ein, dem Interface, welches das Betreiben von Facebook auf mobilen Endgeräten vor der Entwicklung der App ermöglichte und noch immer auf jedem beliebigen Endgerät aufrufbar ist. Am besten legt ihr ein einen entsprechenden Shortcut auf dem Homescreen Eures Handys an.

Somit ist man schon mal die Facebook-App los und kann sich über erstaunliche Geschwindigkeit, auch auf älteren Endgeräten, sowie einen deutlich geringeren Stromverbrauch freuen.

Aber:

Versucht ihr jetzt, über das Menü im oberen Bildschirmrand an eure Nachrichten zu kommen, werdet ihr sofort wieder Richtung „Messenger“ umgeleitet. Es ist also noch ein weiterer Schritt nötig: Wir müssen die „Desktopansicht“ aufrufen, in der ja nach wie vor der Direktnachrichtenservice in die Plattform integriert ist.

Der Vorgang ist nicht abhängig vom Betriebssystem; die entsprechenden Einstellungen findet ihr im jeweiligen Browsermenü.

Chrome: Menü oben rechts am Bildschirmrand aufklappen → Desktop anzeigen.
Safari: „Teilen“-Button unten mittig anklicken → Desktop-Site anfordern

Et voilà:

Die Nachrichten sind wie eh und je über die „Benachrichtigungs-Bubble“ am oberen Seitenrand abrufbar bzw. über die „Message-Buttons“ Eurer Freunde – ganz ohne Umweg über den Messenger. Leider ist dieses Procedere jedes Mal dann nötig, wenn der Browser geschlossen war.

Des weiteren sind nicht alle Features der App in dieser Version verfügbar; allerdings handelt es sich dabei größtenteils um „Gadgets“, die nicht wesentlich zur Funktion beitragen.

Der „Workaround“ hier noch mal zusammengefasst: Nach kurzer „Umgewöhnungszeit“ werdet ihr Facebook-App und Messenger garantiert nicht mehr vermissen und profitiert von höherer Geschwindigkeit und niedrigerem Stromverbrauch.

www.m.facebook.com im Browser aufrufen, Desktopansicht anfordern.

Autor: Dagmar K. – mimikama.at

Quellen:

So einfach umgehen sie Facebooks nervigen Messenger

Warum jeder die Facebook App von seinem Smartphone löschen sollte

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