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Es ist leider kein Fake und sie tauchen immer wieder in den sozialen Netzwerken auf: Crush-Videos. Dies bedeutet, dass in einem Video Kleintiere durch Quetschungen getötet werden. Und wieder ist ein Video aufgetaucht, welches die qualvollen letzten Momente eines Tiers zeigt.

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Videos wie diese sind leider kein Einzelfall, sie bedienen einen gewissen Fetisch und werden produziert und zum Verkauf angeboten. Als Crush-Fetish wird eine Paraphilie bezeichnet, bei der Personen einzelne Objekte oder Lebensmittel, aber eben auch kleine Tiere oder Insekten mit den Füßen zerquetschen.

In Deutschland ist es beispielsweise so, dass nach § 1 des Tierschutzgesetzes niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf.§ 3 Absatz 6 besagt zusätzlich: Es ist verboten ein Tier zu einer Filmaufnahme, Schaustellung, Werbung oder ähnlichen Veranstaltung heranzuziehen, sofern damit Schmerzen, Leiden oder Schäden für das Tier verbunden sind.

Doch das stört global gesehen augenscheinlich nicht jeden, so dass Crush-Videos immer wieder auftauchen und dann auf verschiedenen Facebookseiten geteilt werden.

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Das Grauen der Menschen und die sozialen Netzwerke

In seiner Not zwitschert das Küken um sein Leben. Langsam senkt sich jedoch der Ballen eines Frauenfußes nieder. Das Küken wird immer leiser, bis es letztendlich unter dem Druck verstummt. Zunächst ist es nur die Stimme, danach ist es der kleine Körper, welcher unter der Last zerbricht. Das Jungtier wird zerschmettert, Innereien kommen zum Vorschein. Mein Abendessen dürfte nach diesen Bildern wohl erneut ausfallen.

Eine Facebookseite mit dem Namen “World of Terror”, die eine absurde Mischung aus Life-Hacks, Sex-Sells und kranken Foltervideos zeigt, brüstet sich nun mit der vermeintlich moralisch wertvollen Veröffentlichung eines Crush Videos.

Ich glaube dem Seitenbetreiber und seiner Pseudomoral nicht. Ich sehe in ihm einen nach Likes hechelnden Heuchler, dem es nur darum geht, mit bizarren Veröffentlichungen aller Art die Fanbase zu füttern. Die Empörung zu schüren, welche sich in der Interaktion auf immer krassere Inhalte niederschlägt. Zwischendurch findet sich sogar ein süßer tanzender Hund auf dieser Seite.

Diese abartige Mischung lässt sich mir den Seitenbetreiber als einen Entertainer des Grauens darstellen, einen dämonischen Likesammler, dessen Intention nicht in der Verbesserung seiner geposteten Inhalte liegt, sondern in dem Ziel, eine Unterhaltungsshow der Abartigkeiten zu liefern, in der das Publikum mit einem völlig nutzlosen Klicktivismus reagiert.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Einhornkotze