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Ihr wundert Euch, wenn das Vertrauen in die Presse verloren geht? Uns wundert es manchmal gar nicht mehr. Wirklich. Uns steht eher die Verwunderung im Gesicht, warum man sich selbst in dieses Vertrauensloch navigiert.


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Medien haben eine Wächterfunktion. Diese Wächterfunktion wird auch mit der Beschreibung “Vierte Gewalt” (nach dem Muster der Gewaltenteilung/Gewaltentrennung) oder publikative Gewalt widergegeben.

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Macht und Gewalt

Sinn dieser Benennung und auch der Medien ist: die vierte Gewalt soll eine Wächterfunktion neben den ungenannten anderen drei Gewalten innehaben. Im Gegensatz zu Exekutive, Legislative und Judikative ist das jetzt keine Wirkliche Staatsgewalt, sondern eher eine Kontrollaufgabe. Mit Hilfe der Veröffentlichungen sollen Medien jedoch eine gewisse Sorge tragen.

Wo ist diese Sorge hin?

Ist es noch in irgendeiner Art und Weise eine Wächterfunktion, wenn man in einer eh schon aufgeheizten Stimmung einen Titel wie “3. Weltkrieg soll diesen Juni beginnen” für einen letztendlich belanglosen Artikel nutzt? Was man an der (oben dargestellten) Artikelvorschau und Titulierung in keinem Fall erkennen kann: diese Aussage stammt von einem in Japan arbeitenden Geistlichen Ricardo Salazar.

Selbiger Mann prophezeit immer wieder Weltuntergänge und hat auch schon für den Mai 2016 einen Asteroideneinschlag angekündigt, bei dem Milliarden Menschen sterben werden. So viel dazu.

Wo ist nun die Sorge der Medien hin, wenn man diesen Unsinn so stark tituliert, dass Menschen verängstigt werden?

Ist es die Sorge um den eigenen Geldbeutel?

Um eine Wächterfunktion kann es sich ja nicht drehen, wenn man den 3. Weltkrieg in den Titelfokus setzt. Hier ist die Intention des Titels wohl eher eine andere: Kliiiicks (*gier*, *sabber*). In seinem Artikel “Das macht die „Huffington Post“ mit Einwanderern” übte Boris Rosenkranz auf ÜberMedien indes scharfe Kritik an der HuffingtonPost. Hier prangert er ähnliche Mittel an:

Die „Huffington Post“ betreibt Clickbaiting, das offenbar ganz gezielt rassistische Reflexe triggern soll – und triggert.

Nun, der Artikel über den 3. Weltkrieg arbeitet da recht simultan und triggert mit Existenz- und Lebensängsten. Wenn man zudem noch mit Hilfe einer einsatzbereiten Armee den Titel visualisiert, wirkt der vermeintliche Inhalt noch bedrohlicher.

Jammert also nicht …

Jammert bitte also nicht, wenn sich Menschen skeptisch gegenüber diesen Methoden der Berichterstattung äußern. Gegen Clickbaiting ist ja zunächst nichts einzuwenden, im Grunde betreibt jeder auf Facebook Clickbaiting, nur manche reizen die Form des Clickbaitings einfach aus und hinterlassen eine enttäuschte Leserschaft. Ich habe es schon öfter betont: am Ende ist es die Contentspanne des Clickbaitings, welche über den Enttäuschungsgrad des Lesers entscheidet. Nur hier haben wir wieder den Bereich der #Überschriftenscheisserei betreten: “3. Weltkrieg soll diesen Juni beginnen”.

Daher halte ich den Bogen an der Stelle für überspannt, an welcher sich Lebensängste oder Vorurteile bilden können.