Üble Falle: „PayPal
Üble Falle: „PayPal" Sicherheitsprüfung

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Wirkt gefährlich echt: Diese E-Mail gibt sich als eine Sicherheitsprüfung aus und lockt die Empfänger in eine Falle!

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Phishingmails sind immer dann gefährlich, wenn sie überzeugend wirken. Dazu reicht es nicht, ein Logo und die dazu gehörigen Firmenfarben (Corporate Design) zu nutzen, sondern es kommt auch auf den Aufbau, den Ablauf, die Schreibweise und nicht zuletzt die inhaltliche Argumentation an, ob so eine Mail wirklich gefährlich ist.

In dieser E-Mail, die sich als eine Sicherheitsprüfung von „PayPal“ ausgibt, sind so einige Gefahrenstellen vorhanden. Diese Stellen werden wir aufzeigen. Optisch tritt die Phishingmail in folgender Weise auf:

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Die Empfänger der Mail werden mit komplettem Namen angesprochen, an dieser Stelle bitte nicht täuschen lassen! Der Inhalt der Mail lautet im barrierefreien Klartext:

Sehr geehrte/r **** ****

Unser Sicherheitssystem hat unautorisierte Zugriffe auf ihr Konto festgestellt.
Wir möchten hiermit die Berechtigung auf Zugriff des Kontos durch eine kurze Verifikations Prozedur prüfen.
Bitte befolgen Sie dafür die Anweisungen in dieser Nachricht.
Sofern unser System keine Verifikation innerhalb von 2 Wochen erhält, müssen wir uns gezwungen sehen ihr Konto tempörär zu deaktivieren.

Der Ausdruck in der Mail ist an einigen Stellen holprig und weist somit schon darauf hin, dass es sich um eine E-Mail von Betrügern handelt. Das Ziel dieser Argumentation liegt darin, die Empfänger auf einen Klick der Schaltfläche „Jetzt verifizieren“ zu bewegen.

Phishing

Dieser Klick führt auf eine Phishingwebseite. In unserem Analyseablauf hat unsere Schutzsoftware den Aufbau der gefährlichen Webseite verhindert.

Screenshot Mimikama.at / Kaspersky
Screenshot Mimikama.at / Kaspersky

Ohne einen entsprechenden Softwareschutz ffnet sich eine Webseite, die dem Login von PayPal nachempfunden ist. Hier soll man zunächst die eigenen Logindaten eingeben, daraufhin erscheint eine vermeintliche Sicherheitsprüfung.

Diese Sicherheitsprüfung besteht aus mehreren Formularfeldern, in denen persönliche Daten, aber auch sensible Bankdaten abgefragt werden. Wir warnen an dieser Stelle: Bitte keine wahrheitsgemäßen Angaben auf dieser gefälschten Seite machen!

Kleiner Hinweis an dieser Stelle: Die Phishingseite wird mit einer https-gesicherten Verbindung aufgerufen. Bitte hier nicht irritieren lassen, die gesicherte Verbindung sagt rein gar nichts über den Charakter der Seite selbst aus, sondern soll lediglich ein Sicherheitsgefühl bei den Besuchern dieser gefälschten Seite erschaffen.

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Tappt man in eine solche Phishing-Falle, helfen folgende Maßnahmen:

Grundsätzlich kann eine Sicherheitssoftware präventiv helfen!

Bei aller Vorsicht kann man natürlich trotzdem zum Opfer einer Phishing-Attacke werden und seine persönlichen Daten ungewollt Dritten preisgeben.

Wichtig ist dann: Nicht in Panik geraten, aber unverzüglich handeln!

Damit Du im Ernstfall weißt, wie Du vorgehen kannst, folgt hier unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Nimm unverzüglich Kontakt mit dem Unternehmen auf, für das deine persönlichen Benutzer- oder Login-Daten geklaut wurden. Bitte telefonisch beim Kundendienst um Sperrung Deines Accounts. Speziell bei Banken ist für solche Fälle rund um die Uhr eine Sperr-Hotline erreichbar. Schildere Deinen Fall, und umgehend wird Dein Account bzw. Benutzerbereich mit den alten Login-Daten nicht mehr erreichbar sein.
  2. Melde Dich beim Benutzerkonto an und prüfe, ob Du Dich noch einloggen kannst. Wenn ja,  gehe unverzüglich zu dem Bereich, in dem Du Deine aktuellen Login-Daten ändern kannst. Lege ein neues Passwort fest und ändere, wenn möglich, auch den Benutzernamen und die hinterlegte Kontaktadresse.
  3. Kontrolliere sofort, ob bereits Kontoänderungen oder Transaktionen vorgenommen wurden, denn meist sind Kriminelle sehr schnell. Überprüfe, ob beispielsweise Waren gekauft oder Abbuchungen vorgenommen wurden, für die Du selbst nicht verantwortlich bist. Sollte das der Fall sein, informiere sofort den Kundenservice des jeweiligen Anbieters.
  4. Dokumentiere alle Auffälligkeiten. Fertige Screenshots an, drucke Kontoauszüge und die Phishing-Mail aus, bzw. leite die E-Mail an das Unternehmen weiter, in dessen Namen die Internetkriminellen die Phishing-Mail versendet haben.
  5. Kontaktiere einen auf Internetbetrug spezialisierten Rechtsanwalt, schildere ihm Deinen Fall, und reiche alle Dokumente ein, die mit dem Betrug in Zusammenhang stehen. Du solltest den Anwalt auch dann kontaktieren, wenn du bis dato noch keinen Schaden verzeichnen konntest.
  6. Eine 2 Faktor Authentifizierung (sofern angeboten) verhindert Zugriffe auch dann, wenn Betrüger durch Phishing an die Zugangsdaten gelangt sind.

Übrigens gibt es auch beim Phishing Hoffnung, dass gestohlene Beträge (beispielsweise beim Onlinebanking) von den Banken ersetzt werden. Grundlage dafür bildet das Bürgerliche Gesetzbuch. Nach § 675u BGB sind Zahlungsdienstleister verpflichtet, bei nicht autorisierten Zahlungsvorgängen die entwendeten Zahlungsbeträge zu ersetzen. Allerdings gilt dies nur, wenn der Betroffene seiner Sorgfaltspflicht nachgekommen ist. Weitere Informationen zur Rechtsgrundlage im Schadensfall findest Du hier.

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