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Terrorgefahr im Dritten Bezirk in Wien? Eine angebliche Sperrung der U3 veranlasst viele zu Spekulationen – und macht einen alten Zeitungsartikel zum Beweismittel.

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Doch was heute Abend geschehen ist, ist ein Mix aus Meldungen und Spekulationen. Tatsächlich melden die Wiener Linien sowohl auf der eigenen Homepage, als auch auf der Facebookseite eine Störung, jedoch ist die Meldung zu Störungen ein völlig normales Vorgehen und ein Service.

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Unter dem Link http://www.wienerlinien.at/stoerungen bekommt man immer Einsicht in die Störungen. Dort, so wie auch auf der Facebookseite der Wiener Linien lautete es ab 19 Uhr (23.11.2015):

Derzeit kommt es auf der Linie U3 zu unterschiedlichen Intervallen. Gleiswechsel Rochusgasse und Kardinal Nagl Platz alle Züge über Gleis 2, wobei die Station Kardinal Nagl Platz nicht eingehalten wird. Wir kümmern uns um die rasche Wiederherstellung der planmäßigen Intervalle.

Nun gab es zu diesem Polizeieinsatz, bei dem die Station Kardinal Nagl Platz nicht angefahren wurde, eine Begleiterscheinung: da die Station geräumt werden musste erahnten einige Menschen einen Antiterroreinsatz, wonach sie im Netz auch fündig wurden:

„Alarmstufe Gelb“ Wiener Linien geben Terrorwarnung aus

Diese Überschrift findet man bei bei der Suche nach einem möglichen Terroranschlag auf die Wiener Linien und er ist in dem Onlineauftritt der Kronenzeitung zu lesen.  Bei dem Artikel aus der Krone gibt es nur einen Haken: er ist 11 Monate alt!

Die Sorge vor möglichen radikal-islamistischen Terroranschlägen macht auch vor Österreich nicht halt. So hat nun der Verfassungsschutz für den gesamten Betriebsbereich der Wiener Linien „Alarmstufe Gelb“ – und damit Sicherheitsstufe 2 – ausgegeben. Dies geht aus einem internen Papier hervor, das der „Krone“ vorliegt. Sämtliche Mitarbeiter sind demnach dazu angehalten, das Geschehen rund um U-Bahnstationen sowie weiteren Öffi-Hotspots mit erhöhter Aufmerksamkeit zu überwachen.

Gerade in der Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel sind besonders viele Menschen auf Wiens Straßen unterwegs, nutzen dabei auch mit Vorliebe die öffentlichen Verkehrsmittel und stellen damit ein potenzielles Ziel für mögliche Terroranschläge dar.

Daher gilt diese Warnung nicht für den November 2015.

Und was war nun heute Abend an der Kardinal Nagl Station los?

Sollte hier ein Einsatz aufgrund einer Terrorwarnung geschehen sein, dann wäre dieser verdammt schnell zu Ende gewesen. Und vor allem fuhr die Linie weiter – zumindest auf einem Gleis.

Ebenso wurde weder das Umfeld der Station geräumt, noch überhaupt eine Anwohnerwarnung herausgegeben. Woher wir das Wissen? Nun, die angesprochene Station liegt nur wenige Minuten Fußweg entfernt, Mimikama war “live vor Ort”. Exakt 45 Minuten nach der Bekanntgabe der Einschränkung auf der U3 sah es bereits wieder so aus:

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