Nicht nur diese Webseite versucht es mit einer Inkassodrohung

Zahlungserinnerung/Mahnung von „Tugaflix“ nicht beachten!

Von | 29. Mai 2019, 12:00

Immer wieder erhalten Nutzer E-Mails mit einer Inkasso-Drohung, der Empfänger habe sich angeblich bei einem Streaming Dienst registriert.

So erhielt eine Nutzerin eine Mail von einem Dienst namens „Tugaflix“.
In der Mail steht:

Ihre 5-Tage-Testphase ist abgelaufen

Sehr geehrte(r) Herr/Frau XXXXX, Sie haben sich auf unserer Webseite am 28.04.2019 für eine 5-Tage-Testphase registriert.

Laut unseren Nutzungsbedingungen hatten Sie die Möglichkeit, Ihren Account während der gesamten Testphase aus Ihren Einstellungen zu löschen. Da Sie es nicht getan haben, wurde Ihr Account automatisch mit dem Premium-Status um 1 Jahr verlängert.

Diesbezüglich möchten wir Sie über eine offene Rechnung in Höhe von 395,88€ zzgl. MwSt pro Jahr (12 Monate zu je 32,99€) bei einer Vertragslaufzeit von 1 Jahr benachrichtigen.

Wir fordern Sie deshalb auf, die Ihnen ausgestellte Rechnung innerhalb von den nächsten 3 Arbeitstagen zu begleichen.

Bei Nichtbezahlung innerhalb der Ihnen gewährten Zahlungsfrist sind wir gezwungen, die Informationen über die nicht bezahlte Rechnung an unseren Anwalt bzw. an das Inkassobüro weiterzugeben. Danach erhalten Sie von uns ein offizielles Schreiben an Ihre Adresse.

(…..)

Um jegliche Anwalts-, Inkasso- bzw. Gerichtskosten zu vermeiden, möchten wir Ihnen ausdrücklich empfehlen, die Ihnen ausgestellte Rechnung während der dreitägigen Zahlungsfrist zu begleichen.

Einzuzahlender Betrag: 395,88€

(…..)

Senden Sie uns nach der Zahlungsleistung die Quittung bzw. einen Screenshot an die folgende E-Mail-Adresse: [email protected]

Copyright 2018 © TugaFlix.de All rights reserved.

LIB TUGA LTD, Peel House 30 The Downs, Cheshire, WA14 2PX, United Kingdom

Kein Einzelfall

Die Seite „Watchlist Internet“ hat eine ellenlange und stets aktuell gehaltene Liste mit unseriösen Streaming-Plattformen, die Mails dieser und ähnlicher Art verschicken. Auch „Tugaflix“ findet sich dort seit dem 29.5.2019.
Jene Liste enthält alle Streaming-Seiten, die alle im gleichen Design erscheinen und auch alle die gleiche Masche versuchen.

Screenshot: mimikama.at

Screenshot: mimikama.at

Zuerst wird mit einem kostenlosen Streaming-Account gelockt und nach ein paar Tagen gibt es das böse Erwachen. Bevor man den heiß ersehnten Film streamen oder auch downloaden darf, muss man sich registrieren und einen kostenlosen Account anlegen. Ist dies erledigt, passiert zunächst einmal gar nichts.

Wenig später erhält Nachricht von der Streaming-Plattform: Der kostenlose Account war nur für fünf Tage kostenlos, ein Abonnement von rund 30 Euro im Monat wäre somit eingegangen worden, welches jährlich zu bezahlen sei.

Kann man eine Mahnung abbestellen?

Erstaunlich an diesen Mails ist, dass man unten tatsächlich einen Link findet, der mit „Unsubscribe“, also „Abbestellen“ beschriftet ist. Das ist ein Punkt, den man bei einer offiziellen Rechnung oder Mahnung sicherlich nicht finden kann!

Was tun? Ich bin darauf hereingefallen!

Die Watchlist Internet empfiehlt in einem solchen Falle: Wenn Sie Opfer dieser Abo-Falle geworden sind, besteht kein Grund zur Sorge, denn es kommt kein gültiger Vertrag zustande. Befolgen Sie diese Schritte und lassen Sie sich nicht einschüchtern!

  • Bezahlen Sie die Rechnungen nicht! Dazu besteht kein Grund.
  • Ignorieren Sie alle Rechnungen und Zusendungen in der Sache.
  • Gehen Sie ans Ende der Nachrichten und klicken Sie auf *Unsubscribe* oder *um den Newsletter abzumelden, klicken Sie bitte hier*. Womöglich führt dies dazu, dass Sie keine weiteren Rechnungen erhalten.
  • Verschieben Sie die Nachrichten in Ihren Spam- oder Junk- Ordner. Dies kann dazu führen, dass Ihr Mail-Programm weitere Zahlungsaufforderungen der Kriminellen direkt ausfiltert.
  • Erfahrungsgemäß können Sie auch Anrufe in dieser Sache erhalten. Beenden Sie das Gespräch sofort, ignorieren Sie weitere Anrufe und blockieren Sie die Nummer.

Inkasso- und Pfändungsandrohungen?

Womöglich erhalten Sie in weiterer Folge nicht nur Mahnungen, sondern auch Inkasso- oder Pfändungsandrohungen. Auch diese Nachrichten können Sie getrost ignorieren, denn die Eintreibungsunternehmen existieren nicht und die Pfändungstermine werden massenhaft versendet und nicht eingehalten.

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