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Momentan erreichen uns viele Anfragen zu der Behauptung, dass Donald Trump für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wurde.

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Ist dies wirklich wahr, oder handelt es sich hier lediglich um „Fake News“? Wir schauen uns dies einmal genauer an.

Anfrage eines Nutzers, welches wir über unsere Meldeformular am 2.2.2018 erhielten.
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Ja, es stimmt!

Donald Trump wurde in der Tat nominiert. „Ich kann bestätigen, dass Trump nominiert ist“, äußerte Henrik Urdal, der Direktor des Osloer Friedensforschungsinstituts, gegenüber der Onlinezeitung „Nettavisen“.

Trump ist damit übrigens zum dritten Mal in der Auswahl. Erstmals wurde er 2016, damals noch als Präsidentschaftskandidat, nominiert. Der Grund ist der gleiche wie im Vorjahr: Sein Grundsatz „Frieden durch Stärke“ – „Peace through strength“. Wer ihn vorgeschlagen hat, ist jedoch vertraulich, wie bei jeder Nominierung üblich. Die Nominierenden werden traditionsgmäß erst nach 50 Jahren bekanntgegeben, es sei denn, der Nominierende macht es selbst öffentlich.

Was bedeutet dies jetzt?

Nun, zunächst einmal nur, dass das Komitee Trump wählen kann. Dies ist bei den anderen beiden Malen ja offensichtlich nicht geschehen. Es hat also quasi überhaupt keine Auswirkungen und hat nicht wirklich viel zu sagen.

Denn: Jeder kann für den Friedensnobelpreis nominiert werden. Ob er dann gewählt wird, steht auf einem völlig anderen Blatt. Es ist keinerlei Indiz für einen besonderen Verdienst, der des Friedensnobelpreises würdig wäre. Dies hat allein das Komitee zu entscheiden.

Wer darf nominieren?

Nur ein begrenzter Kreis von Personen ist berechtigt, eine Nominierung einzureichen. Dazu gehören Universitätsprofessoren, frühere Preisträger, Friedensforscher oder aber auch Mitglieder von Regierungen.

Diese Personen können ihre Vorschläge bis zum 31. Januar einreichen, endgültig steht die Auswahl allerdings einen Monat später, nämlich Ende Februar fest, da das fünfköpfige Nobelkomitee bis dahin auch noch Kandidaten nominieren kann.

Gibt es schon weitere Kandidaten, die bekannt sind?

Der Norwegischen Nachrichtenagentur „Norsk Telegrambyrå AS“ (NTB) zufolge befinden sich unter den bisher nominierten Kandidaten die regierungskritische russische Zeitung „Nowaja Gaseta“, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg, Edward Snowden, der bereits 2014 und 2017 nominiert war, sowie das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), die kurdischen Peschmerga, die im Irak gegen den Islamischen Staat kämpfen, aber auch der kongolesische Arzt Denis Mukwege, der als weltweit führender Experte für die Behandlung von Verletzungen von Mädchen und Frauen, die durch Gruppenvergewaltigungen sowie durch gezielte physische Unterleibsschändungen verursacht wurden, gilt. Mukwege ist auch für sein politisches Engagement für Opfer sexualisierter Kriegsgewalt bereits mit dem Menschenrechtspreis der Vereinten Nationen, mit dem Alternativen Nobelpreis Right Livelihood Award und mit dem Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments ausgezeichnet worden.

2017 ging der Preis an die Internationale Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen (Ican). Damals standen 215 Personen und 103 Organisationen zur Auswahl. Trump wird also auch dieses Jahr nur einer unter vielen Kandidaten sein.

Autor: Rüdiger, mimikama.at

Quellen

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