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Auf Facebook gibt es immer wieder die sogenannten “Trolls”. Über dieses Wort stolpert man immer wieder. Was sind Trolls und woran erkennt man diese?

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Trolle – viele denken dann direkt immer an “böse” Profile, aber das muss nicht sein. Trollereien können anonym konstruktiv oder einfach nur aus Spaß und lustig sein. Aber eben auch nervig und aggressiv.

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Was aber sind Trolls (Deutsch auch „Trolle“) überhaupt?

Als Troll bezeichnet man im Netzjargon eine Person, welche die Kommunikation im Internet fortwährend und auf destruktive Weise dadurch behindert, dass sie Beiträge verfasst, die sich auf die Provokation anderer Gesprächsteilnehmer beschränken und keinen sachbezogenen und konstruktiven Beitrag zur Diskussion darstellen. In darauf bezogenen Bildern wird oft auf den aus der Mythologie bekannten Troll verwiesen. Ein gelegentlich gebrauchtes Synonym ist Twit (engl: Dummkopf). Die zugehörige Tätigkeit wird „trollen“ genannt.

Woran erkennt man einen Troll?

Sogenannte Trollbeiträge sind auf die Kommunikation im Internet beschränkt und finden sich vor allem in Diskussionsforen und Newsgroups, aber auch in Wikis und Chatrooms, auf Mailinglisten und in Blogs. Als Troll wird bezeichnet, wer absichtlich Gespräche innerhalb einer Online-Community stört. Die Provokationen sind in der Regel unterschwellig und ohne echte Beleidigungen. Auf diese Weise entgehen oder verzögern Trolle ihren Ausschluss aus administrierten Foren. Nach Judith Donath ist das Trollen für den Autor ein Spiel, in welchem das einzige Ziel das Erregen von möglichst erbosten und unsachlichen Antworten ist.

Die 4 Verhaltensmuster von Trolls:

  1. Trolle agieren absichtlich, wiederholt und schädlich (intentional, repetitive and harmful).
  2. Trolle ignorieren und verletzen die Grundsätze der Community.
  3. Trolle richten nicht nur inhaltlichen Schaden an, sondern versuchen auch, Konflikte innerhalb der Community zu schüren.
  4. Trolle sind innerhalb der Community isoliert und versuchen ihre virtuelle Identität zu verbergen, etwa durch die Nutzung von Sockenpuppen.


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Aus den Fallanalysen ergaben sich verschiedene Motivationen der Trolle:

  1. Langeweile, Suche nach Aufmerksamkeit, Rache
  2. Spaß und Unterhaltung
  3. Wunsch, der Community möglichst großen Schaden zuzufügen.

Ein Trollprofil, egal ob in Foren oder sozialen Netzwerken wie Facebook, ist meist NICHT das Hauptprofil eines Nutzers, sondern das sekundäre und anonyme Sprachrohr des Selbigen. Ein Troll muss nicht nur destruktiv sein, sondern kann auch einfach nur
die unterdrückte Meinung eines Nutzers wiederspiegeln, die er/sie mit dem Hauptprofil nicht sagen kann, ohne Schaden in der Community zu nehmen.
Ein Beispiel wäre die Wiedergabe einer unpopulären, aber korrekten Meinung in einer Community. Hierbei würde das Trollprofil Augen öffnend wirken, ohne der Diskussion schaden zu wollen.

Was ist die Auswirkung von Trollbeiträgen?

Trollbeiträge können Schaden verursachen, indem sie Diskussionen ausbremsen oder sogar das Vertrauen innerhalb einer Community zerstören. Ein weiterer Effekt, der besonders in oft von Trollbeiträgen gestörten Communitys auftritt, zeigt sich im Umgang mit Neulingen: Häufig werden tatsächlich auf Unwissenheit und Naivität beruhende Fragen als Trollbeiträge abgetan.

Was kann man dagegen tun?

Ein Mittel der Admins, um Foren vor derartigen Beiträgen zu schützen, ist das Informieren der Benutzer über das Phänomen und die typischen Eigenschaften von Trollbeiträgen. Speziell in Foren kann ein guter Forumsadmin, anhand von IP-Adressen der Nutzer, einen Troll seinem Hauptprofil zuordnen. Gleichzeitig können abgelegte Cookies einen Troll entlarven (vorausgesetzt, es handelt sich wirklich um ein Zweitprofil).  In der Praxis hat sich das Vergleichen von Login-Uhrzeiten, IP-Adressen und Surfverhalten durchaus als wirksames Mittel erwiesen.

Was können Nutzer machen?

Die anderen Teilnehmer der Diskussion können Troll-Diskussionen begegnen, indem sie auf Beiträge des Trolls grundsätzlich nicht eingehen. In der Netzkultur bezeichnet man dies mit der Phrase „Den Troll nicht füttern“ (engl. „Do Not Feed The Troll“, als Akronym DNFTT). Damit entzieht man den Trollen die Aufmerksamkeit, die sie erhaschen wollen. In der Regel geben die Trolle dann auf und ziehen weiter. Gelegentlich nutzen sie auch eine Sockenpuppe (also eine weiterer,eigener Fakeaccount), um sich selbst zu füttern. Daher ist eine zusätzliche strikte Moderation hilfreich, um dem Problem zu begegnen.

Trolle auf Facebook

Es gibt zwei Arten von Trollen auf Facebook:

a) Die Kommentartrolle:  Jene Trolle mischen sich in die Kommentarfunktion und versuchen mit störenden und destruktiven Kommentaren die komplette Diskussion fehlzuleiten, bzw. nach eigenen Wünschen zu formen. Speziell auf Facebook ist diese Art von Troll für Seitenbetreiber. mit ein wenig Disziplin, durchaus zu bewältigen. Facebook gibt hier Werkzeuge wie „verbergen“ oder „blockieren“ an die Hand.

b) Die Seitentrolle: Immer wieder gibt es Seiten, die sich absichtlich kritischen Themen widmen und mit plakativen Statements die Nutzer verärgern wollen. Wir haben in der Vergangenheit immer wieder Anfragen zu solchen Seiten bekommen, aber auch in der Gegenwart gibt es immer wieder Trollbeiträge, die von Nutzern ernst genommen werden:

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In diesem Beitrag werden aktuelle Zusammenhänge aufgegriffen, speziell wird auf
die Tierqualszenen der letzten Wochen eingegangen. Die Art und Weise ist recht plump und einfach nur plakativ.
Man sollte sie daher auch nicht wirklich ernst nehmen, oftmals löschen die Ersteller ihre
Beiträge auch recht schnell, wenn sie bemerken, dass diese falsch aufgenommen werden.

Andere Trollprofile, welche seinerzeit sehr viel Aufruhr stifteten, sind jene der Uschi G. und von Knick Knack

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In diesen Trollprofilen konnte man zumindest noch eine belehrbare Sinnhaftigkeit finden, auch wenn die drastischen Methoden überzogen sind. Speziell Knick Knack wies deutlich auf die Trollintention des Profils hin.
Über diese Profile haben wir im Jahre 2013 hier berichtet: http://www.mimikama.at/allgemein/das-facebook-profil-der-uschi-g-gerling/

Manche Trollprofile sind auch gewollte Sammelstellen für Trolle, die sich dort gegenseitig bespaßen. Für Außenstehende wirken diese oftmals sehr irritierend und verstörend, sind jedoch im Grunde harmloser Natur.

Trollen muss nicht zwingend negativ sein, es gibt durchaus auch kreatives Trollen. Die Anhänger dieses kreativen Trollens begreifen ihr Handwerk durchaus als Kunstform. Einer der bekanntesten kreativen Trolle ist der australische Autor David Thorne, welcher mit einem recht humorvollen E-Mailverkehr Bekanntheit erlangte ( http://www.27bslash6.com/overdue.html ) und auch nicht davor zurückschreckt, seine eigenen Fans zu vertrollen.

Troll-Trivia

Eines der wohl bekanntesten Zeichen der Trollkultur ist das sogenannte Trollface:
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Das Trollface (auch Coolface) ist ursprünglich ein sog. Meme, welches (wie so viele Memes) auf 4Chan erste Berühmtheit fand und vom Künstler Whynne erschaffen wurde. Dem Trollface wird nachgesagt, es sei Jim Carrey nachempfunden. Wenn dieses Gesicht im Umfeld eines Artikels oder einer Seite auftaucht, kann man das schon als Indiz für eine bestimmte Richtung werten.

Neben dem Trollface: der (rote ascii-)Hering

Der Hering ist bereits ein frühes Symbol gewesen, mit dem Trollbeiträge von anderen Usern markiert wurden. Auch dieser Fisch steht für „do-not-feed-the-troll“. Warum ein Fisch? Nun, das liegt daran, weil er ein Lebensmittel ist, welches sich durch Tasten darstellen lässt. Speziell in frühen Feeds und Forenzeiten des Internets war es nicht Gang und Gebe, Grafiken in Texte einbauen zu können. Daher bediente man sich der sog. ASCII-Art. Und als Trollwarnzeichen diente der Hering   ><((((*>

Der Trololo-Song

Den muss sich nun niemand anschauen (anhören), aber er ist ein selbstcharakterisierendes Element der Trollkultur.

Rickrolling

Rickrolling ist eine humorvolle Variante des Trollens: ein Nutzer wird in einem Beitrag oder einer Mail auf einen Link verwiesen, der vom Ersteller stark angepriesen wird und als Interessant dargestellt wird (Beispiel: Gewinne, Nacktfotos, etc.) Dahinter verbirgt sich jedoch lediglich das Musikvideo zu „Never Gonna Give You Up“ von Rick Astley, mit dem netten Hinweis, man sei gerickrollt worden.

Trollen in anderen Bereichen des Netzes – das Griefing

Speziell Gamer werden diese Art des Trollens hassen, den es handelt sich um eine destruktive Spielweise in Onlinespielen.
Ein Griefer nutzt verschiedene Methoden, um die Mitspieler zu verärgern: er tötet (virtuell) eigene Teammitglieder, betreibt Spawn Camping (hält also andere davon ab, überhaupt ins Spiel zu kommen), benutzt den Teamchat/Funk für störenden Spam oder benutzt illegale Cheats (Unsterblichkeit, durch Wände gehen, etc.)
Auch hier ist eine Moderation, bzw. ein guter Admin äußerst wichtig.

Am Ende bleibt uns jedoch folgendes Fazit:

DNFTT    ><((((*>

Artikel- & Vorschaubild: iunewind / Shutterstock.com

Quellen: Informationen zu „Troll“   http://de.wikipedia.org/wiki/Troll_(Netzkultur)
„Füttert die Trolle!“             http://www.zeit.de/digital/internet/2012-06/trolle-internet