Schweizer Tierschutzorganisation bringt Anzeige wegen Tierquälerei gegen deutsche Polizei vor, nachdem mindestens eine Katze nach einem zweistündigen Verhör bei einer Vermittlungsübergabe gestorben war

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Wie auf den Webseiten von LikeMag und dem Südkurier berichtet, prüft die Staatsanwaltschaft nun die Angelegenheit, nachdem in Engen (Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg) eine Katzenvermittlung im Desaster endete. Tierschützer erheben schwere Vorwürfe gegen die Polizisten im Einsatz. Eine Katze soll nach dem Stress des Vorfalls gestorben sein.

Die Schweizer Tierschutzorganisation Animals Need Us bewerkstelligt die Vermittlung und Kastration von rumänischen Straßenkatzen. Seit zwei Jahren finden Vermittlungsübergaben von Katzen auf einem Firmenparkplatz im Engener Industriegebiet statt.

Am 29. Oktober sollten auf diesem Wege 28 Katzen, die von Rumäniens Straßen gerettet wurden, an ihre neue Besitzer übergeben werden.

Eine Partnerorganisation brachte die Tiere mit Transportern zum Treffpunkt. Laut Andrea Schaller, welche ehrenamtlich bei ANU arbeitet, stieß während der Übergabe die Polizei hinzu, welche lautstarke Vorwürfe gegenüber der Tierschutzorganisation erhob, da sie meinten, es fände ein illegaler Welpen-Handel statt.

Sie kritisierte ebenfalls den Tonfall der Polizisten. Ein Teil der vier Beamten habe sich sehr schroff benommen.

Schaller betont, dass alle nötigen Papiere und Genehmigungen der Katzen vorhanden waren, diese geimpft, untersucht und offizielle Papiere haben. Die neuen Besitzer bezahlen lediglich eine Schutzgebühr, wie sie auch in jedem Tierheim bei der Vermittlung erhoben wird. Die Traces der Tiere wurden den Polizisten vorgezeigt.

Das Trade Control and Expert System, kurz Traces, kennzeichnet Tiere beim Transport in Europa mit einer Art elektronischen Ausweisnummer in ihren Papieren. So ist über das Veterinäramt nachvollziehbar, woher die Vierbeiner stammen und wohin sie gebracht werden. Nachdem diese Unterlagen an die neuen Besitzer übergeben werden, kam es zu Unstimmigkeiten mit zusätzlich transportierten Hunde, welche von einer anderen Tierschutzorganisation mit im Transporter waren.

Die Hunde wurden jedoch schon in Stuttgart an ihre neuen Besitzer übergeben, somit fehlten die Traces der Hunde, die die Polizisten einforderten. Sie hätten sogar mehrere Tausend Euro von den Tierschützern diesbezüglich verlangt.

Der Einsatz dauerte bei Temperaturen nahe des Gefrierpunkts zwei Stunden.

„Die Polizisten haben immer wieder die Wagentüren geöffnet, uns verboten die Heizung für die Katzen einzuschalten, sie sind immer wieder durchgelaufen, haben in die Käfige geleuchtet und Fotos gemacht“,

erzählt Schaller.

„Ihr Tonfall war unter aller Sau.“

Am Ende konnten alle Tiere den neuen Besitzern übergeben werden, doch in Summe war der extreme Stress für ein paar der Tiere zu viel.

Eine der Katzen starb im Laufe des Sonntags.

“Es war alles zu viel für sie”,

sagt Tierfreundin Andrea Schaller und betont, dass die Tiere alle vor Reiseantritt tierärztlich untersucht und für reisefähig erklärt worden waren.

Auf Nachfrage vom Südkurier, wurde der Einsatz laut Markus Sauter (Pressesprecher im Polizeipräsidium Konstanz) durch einen Hinweis aus der Bevölkerung veranlasst.

Jemand habe gemeldet, dass Tiere aus einem Fahrzeug heraus verkauft würden und das Lagezentrum habe zwei verfügbare Streifen, eine vom Verkehrskommissariat Mühlhausen Ehingen und eine vom Revier Ehingen, losgeschickt. Zu den Details des Einsatzes kann er keine näheren Angaben machen, da es inzwischen ein laufendes Verfahren gebe und die Staatsanwaltschaft den Vorfall untersuchen werde.

Laut Sauter solle es aber Probleme mit den Unterlagen der Fahrer gegeben haben:

„Die Fahrer konnten keine Nachweise über ihre Lenkzeiten vorlegen, sind aber rund 34 Stunden unterwegs gewesen.“

ANU wollen trotz des Vorfalls ihre Arbeit fortsetzen. An der Tiervermittlung sei nichts Illegales, betont sie. Aber um auf Nummer sicher zu gehen informierten sie das nächste Mal die Polizei, damit es nicht wieder zu einem solchen Desaster kommt.

Die Geschichte aus der Sicht der Tierschutzorganisation Animals Need Us:
Transport 29. Oktober 2016

Quelle: Südkurier, LikeMag

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