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In diversen Tiergruppen auf Facebook verbreitet sich jene private Fahndungsmeldung, die für Empörung sorgt…

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Dort heißt es:

„Das auf Youtube gesperrte Video zeigt wie der Täter Katzen und Hunde,
an eine Hauswand schleudert  es wird vermutet das es ca 10-20 tote Tiere sind.
Der Täter ist ca 50-60 Jahre Alt und aus dem raum Bayern.
(quelle südkurierer)
Liebe Leute, wen jemand hinweise hat, dann postet es hier bitte als Kommentar!
Und bitte teilt den Inhalt!  Diesem Schwein muss man das Handwerk legen!!“

Private Fahndungsaufrufe sind strafbar!

Nun wissen wir ja bereits, dass private Fahndungsaufrufe strafbar sein können, wie man aus unserem Artikel erfahren kann, weswegen von einem Teilen dieses Aufrufes abzuraten ist!

Beschäftigen wir uns nun einmal näher mit dem Wahrheitsgehalt des Aufrufes:

Sucht man nach Tierquälerei im Raum Bayern, stößt man auf diverse Zeitungsberichte der vergangenen Wochen und Monate (November 2014) , jedoch beinhaltet kein Artikel die obige Personenbeschreibung.
Netterweise wurde aber „südkurierer“ als Quelle angegeben.

Schauen wir uns also mal auf den Seiten des Südkurier um, finden wir als aktuellste Meldung über Tierquäler jenen Artikel:

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Tja… das war nun allerdings in Stuttgart, und es geht um Hühner, nicht um Hunde und Katzen. Tatsächlich schaut das Tier in der Fahndungsmeldung auch sehr nach einem Huhn aus.

Sackgasse. Also betrachten wir uns das Fahndungsbild näher, welches ja aus einem gesperrten Youtube-Video sein soll.

Und wir finden Videos. Viele Videos. Und sie enthalten alle dieses Bild.

Wir betonen: Wir finden das Bild, kein Video, und zwar nicht nur in Youtube-Videos, sondern auch auf portugiesischen, italienischen und griechischen Seiten diverser Tierschutzorganisationen, die gegen nicht artgerechte Tierhaltung in Zirkussen protestieren.

Und diese Artikel bzw. das Bild sind nicht mal sehr aktuell, sondern stammen frühestens aus dem Jahr 2007!

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Halten wir fest:

Ein Video existierte augenscheinlich nie, eine Pressemeldung über den beschriebenen Tierquäler gibt es auch nicht und das Bild ist mindestens sieben Jahre (2007) alt und erscheint immer in einem anderen Zusammenhang.

Wir können deshalb davon ausgehen, dass es sich bei diesem privaten Fahndungsaufruf um eine Falschmeldung (Hoax) handelt, der einzig und alleine nur den Zweck hat, Likes zu bekommen und Empörung auszulösen.

Autor: Ralf, mimikama.at

Quelle: Tierquäler werfen lebende Hühner in Tüten auf Müll

Weiterführende Links:

mimikama: Private Fahndungsaufrufe auf Facebook. Warum diese strafbar sein können!

GGR: Private Fahndungsaufrufe bei Facebook und im Internet – Fahndung 2.0 mit Hetzgarantie