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Für sehr viel Empörung sorgt ein Bild und eine Statusmeldung, welches die Runde macht. Darauf zu sehen ist ein Jäger, der augenscheinlich ein schwarzes Kind „erlegt“ hat.

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Die Statusmeldung dazu ist nicht weniger sensationshaschend, dort heißt es auf englisch:

„Facebook versucht, dieses Foto zu löschen, weil sie nicht wollen, dass die Welt es erfährt. Dieses Bild wurde von einem Mitglied einer israelischen Gruppe geleakt. Nach seinen Aussagen jagt diese Gruppe und einige britische Geschäftsleute an Wochenenden Kinder in Afrika. Sie werden von ihren Regierungen und der USA gedeckt, da alle Teilnehmer sehr reich sind. Bitte teilen, teilen, teilen (DIESES BILD IST 100% ECHT UND WURDE VON EXPERTEN GEPRÜFT)“

Das Bild ist echt!

Nun ja. Zum Glück sind wir auch Experten und können sagen, dass das Bild tatsächlich echt ist. Kein Photoshop. Kein Renderprogramm. Keine Tricks. Nur die Beschreibung des Bildes ist zu 100% falsch.

Zur Erklärung müssen wir weit zurückreisen:

Es war im Jahre 2011, als ein Facebook-User mit dem Pseudonym „Eugene Terrorblanche“ dieses Bild als Statusmeldung veröffentlichte.

Jener Herr hatte ein sehr charakteristisches Profil, welches von rassistischen Statusmeldungen nur so strotzte. Die südafrikanische Polizei wurde auf ihn aufmerksam und ermittelte gegen den Mann auf dem Foto.

Mann wurde identifiziert!

Sehr schnell wurde der Mann identifiziert, es ist ein Farmer aus dem Westen der USA. Der Vater des Mannes erließ stattdessen eine Gegenklage, um herauszufinden, wer das Foto seines Sohnes so missbräuchlich verwenden würde.

Laut seiner Aussage sollte das Foto, welches mit dem Handy des „Jägers“ geschossen wurde, nur ein Scherz sein.

Natürlich ermittelte die Polizei auch nach dem Jungen. Der Name ist der Polizei bekannt, er ist mittlerweile 14 Jahre alt und erfreut sich bester Gesundheit.

Nach weiteren Ermittlungen kam die Polizei zu folgendem Ergebnis:

  • „Eugene Terrorblanche“ ist nicht identisch mit dem Mann auf dem Foto.
  • Jener Mann kennt sich mit Computern nicht aus und war über die missbräuchliche Nutzung des Bildes sehr überrascht, auch kennt er keinen „Eugene Terrorblanche“
  • er gehört keiner rechten Gruppierung an
  • er kooperierte voll mit der Polizei

Nachdem die britische Zeitung „Sunday Times“ nach Erlaubnis der Behörden mittels dieses Bildes nach dem User „Terrorblanche“ forschte, schloss dieser seinen Facebook-Account.

Die Worte des Vaters sollen auch diesen Artikel schließen:

„Das Bild war ein schlechter Scherz. Aber durch die Verbreitung wird nun ein sehr schlechtes Bild von uns in der Welt gezeigt. Das Leben meines Sohnes wurde dadurch ruiniert. Wie sollen wir uns jemals außerhalb Amerikas nun aufhalten, ohne dass mit dem Finger auf uns gezeigt wird?“

Denkt mal darüber nach.

Quelle: Rassistische Facebook-Fotos in Südafrika
Quelle: Terrorblanche used my son’s photograph

Autor: Ralf, mimikama.at