Teresa Figaldo - Sie ist wieder da!
Teresa Figaldo - Sie ist wieder da!
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Wer das ist, fragt ihr? Das ist ein Geistermädchen, welches auf WhatsApp dazu auffordert, einen Kettenbrief zu teilen, da sie sonst jemanden umbringt.

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Was genau steckt dahinter?

Screenshot WhatsApp
Screenshot WhatsApp

„hallo-ich bin teresa figaldo. Heute ist das 26 jahr dass ich tod bin. Wenn du dies nicht an 20 personenweiter schickst schlaf ich heute in deinem bett–FÜR IMMER!! Wenn du es niccht glaubst gib meinen namen bei google #oder youtube ein. issoo glaub mir sonst bringe ich dich umHhahahahah“

So und ähnlich, manchmal mehr oder weniger ausführlich, geht jener Kettenbrief um Teresa Figaldo auf WhatsApp rum, aktuell wieder einmal (oder immer noch). Insbesondere Kinder fühlen sich durch die teilweise abstrusen Beschreibungen in diversen Variationen des Kettenbriefs schnell eingeschüchtert. Ein kleines Beispiel:

„Ich sehe schrecklich gruselig aus, du wirst fast Herzinfarkt bekommen.Am morgen, wenn es heller wird, werde ich dich den ganzen Tag über begleiten, dich wo auch immer du bist, mit Messern bewerfen und da, genau da, könnte es tödlich enden für dich.Aber keine Sorge, falls du es überlebst, werde ich in der nächsten Nacht immer noch bei dir sein, und in einer Ecke stehen, und um 23:58 werde ich dich in einer brutalen Art und Weise umbringen. Du wirst verbluten.. ich werde dein Blut auftrinken.. deine Knochen aufessen.. und vieles mehr. Und am nächsten Tag bist du schon längst tot, und deswegen werden deine Eltern dann auf einer brutalten und harten Weise umgebracht, dannach deine Geschwister und so weiter.Also rate ich dir dringend, diesen Kettenbrief weiter zu schicken!!!“

Teresa – ein kleines Persönlichkeitsprofil

Zum Einen ist es bemerkenswert, dass sich Teresa, die schon seit Jahren „seit 26 Jahren tot ist“, recht gut mit WhatsApp auskennt. Zumindest gibt es wohl Geisterhandys, mit der sie mittels unbekannter Technik überprüfen kann, wer diesen Kettenbrief wie oft verteilt hat. Außerdem legt sie mit ihrer Zeitangabe von 23:58 Uhr eine echte deutsche Pünktlichkeit an den Tag, ihr Schreibstil hingegen lässt vermuten, dass sie höchstens 12 Jahre alt ist.

Erwachsene winken ab, aber Kinder…

…nehmen eine solche Nachricht natürlich ernst. Und da besteht die große Gefahr dieses Kettenbriefs, der Kinder stark verängstigen kann!

Screenshot Twitter
Screenshot Twitter

Teresa Figaldo – Wer oder was steckt hinter diesem Kettenbrief?

Dazu müssen wir einige Jahre in der Zeit zurückreisen, bis wir die ersten Spuren von Teresa finden. Und diese finden sich nicht etwa auf einem Friedhof, sondern auf der Webseite eines portugiesischen Autors und Regisseurs.
Dort findet sich folgendes Statement:

„Mein Name ist David Rebordão und ich bin der Autor und Regisseur des Kurzfilms A CURVA.
Nach Monaten der Spekulation, gefüllt mit fantastischen Theorien über den Film A CURVA, kommt hier der Moment der Offenbarung.

Diese Seite wurde erstellt, um Ihnen die Wahrheit über die Fakten zu zeigen, die den meistgesehenen portugiesischen Kurzfilm hervorgebracht haben.“

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Konkret geht bzw. ging es auf jener Seite um seinen Kurzfilm, der von einem Mädchen namens Teresa Figaldo handelt. Eine Gruppe junger Leute, die einen Ort für ihren nächsten Film suchen, nehmen an einer Straßenkurve („A Curva“) ein junges Mädchen mit, welches mysteriös erscheint. Der Kurzfilm von 2004 mit einer Länge von 12 Minuten bekam auf der Internet Movie Database recht gute Kritiken mit einer Durchschnittswertung von 7,3 von 10 Sternen.

Viral Marketing

2004 gab es noch kein WhatsApp, deswegen verbreitete sich die gruselige Geschichte von Teresa erstmals über Email. Der Regisseur fühlte sich anscheinend durch das Viral Marketing des Films „Blairwitch Project“ inspiriert, von dem ja auch anfangs im Internet behauptet wurde, dass alle Aufnahmen echt seien. Genauso wurde es mit der Geschichte um Teresa Figaldo gehandhabt, bis der Regisseur schließlich ausführlich auf seiner Webseite über die Geschichte und die angeblichen Videos aufklärte.

Erwähnenswert sei noch, dass 2016 eine moderne Version des Mythos geplant war, der sich aber um diesen Kettenbrief dreht und somit die fiktive Teresa Figaldo wieder ins Gespräch brachte. Den Trailer könnt ihr euch hier ansehen:

Fazit

Es existiert kein Geistermädchen namens Teresa Figaldo. Die Geschichte beruht auf dem Viral Marketing für einen portugiesischen Kurzfilm von 2004.

Besorgte Eltern, die mitbekommen, dass ihre Kinder einen solchen Kettenbrief bekommen haben, sollten natürlich mit ihrem Kind darüber reden und ihnen ausführlich erklären, warum diese WhatsApp-Nachricht nicht einfach nur albern sei (das Kind wird es trotzdem glauben), sondern ihm auch ein wenig erklären, wie diese Nachricht in Wirklichkeit entstand und was damit bezweckt werden soll.

Damit eben das Kind auch versteht, dass es dieses Geistermädchen wirklich nicht gibt und nicht in einem „Aber es könnte doch wahr sein…“-Zustand verbleibt!

 

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