Müssen sich Frauen aller Orts Sorgen machen, dass sie von einem Fremden beim Badebesuch ungewollt im Wasser schwanger werden könnten?

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Laut Tallahassee Herald gelang es einem Teenager bei einer Pool Party gleich 16 Mädchen zu schwängern, indem er “aus Versehen” in den Pool ejakulierte. Doch was ist dran an dieser Geschichte?

Hoaxes und Fakes kommen und gehen, doch halten sich bekanntlich lange und hartnäckig. Auf Fassungslos grassiert seit Mitte November die Geschichte eines 15-Jährigen, der 16 Teenager-Mädchen gleichzeitig geschwängert haben soll, indem er “aus Versehen” in einen Swimming Pool ejakulierte.

Laut eines Arztes aus Florida, soll dieser Knabe besonders potent sein. Dieses Phänomen soll sich “Spermafortis” nennen und dadurch soll der Junge tausendfach mehr Spermien produzieren, das sehr viel stärker als normales Sperma sein soll …

Klingt kurios? Dachten wir auch und haben deswegen ein bisschen nachgeforscht und Folgendes rausgefunden:

Willkommen Zuhause lieber Hoax!

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Quelle: fassungslos.net – Dieser Junge soll eine Gruppe Mädchen geschwängert haben

Die Geschichte um Tommy Coulter, der 16 Mädchen gleichzeitig geschwängert haben soll und dem Arzt Dr. John Suzukima, der vom märchenhaften “Spermafortis” spricht, sind frei erfunden!

Dieser Hoax wurde erstmals am 26. Januar 2016 auf der Fake News Seite World News Daily Report gepostet und wurde von diversen weiteren Seiten fleißig geteilt.

Doch wer die Umstände rund um eine Schwangerschaft kennt, wird schnell durchschauen, dass es einige biologisch gut untermauerte Gründe gibt, warum “Spermafortis” so nicht funktionieren kann und schon gar nicht in den großen Weiten eines Swimming Pools.

1. Mythos: Warum man von Spermien im Wasser nicht schwanger werden kann

Spermien sind sehr empfindliche kleine Mimosen. Sieht man vom Fakt ab, dass es wohl für den Jungen sehr schwierig gewesen sein musste heimlich in den Pool zu ejakulieren, besteht das Spermium hauptsächlich aus Seminalplasma, Fruktose und anderen Substanzen, die eigentlich dazu gedacht sind, die Spermazelle gegen die unwirtliche Umgebung der weiblichen Vagina zu schützen. Wird das Sperma im Chlorwasser abgegeben, verliert es seine schützende Hülle und wird von dem Chlor oder Brom im Wasser zersetzt. Je kälter das Wasser, desto schwieriger für das Spermium zu überleben. Abgesehen davon, dass Sperma keine Torpedos sind, die durchs Wasser schießen, durch den Badeanzugstoff der Mädchen hindurch, den Vaginalkanal hinauf, um ein reifes Ei zu befruchten. Das ist der Grund, warum der Mann die Frau penetrieren muss, um eine Schwangerschaft zu provozieren.

Wenn man noch den Fakt betrachtet, dass nicht alle Frauen zur selben Zeit fruchtbar sind, ist es schon unglaublich, dass 16 Mädchen in einem einzigen Swimming Pool alle zur selben Zeit empfängnisbereit waren. Die Chance schwanger zu werden beläuft sich auf 25% … das würde bedeuten, dass statistisch gesehen mind. 64 Mädchen in dem Pool ungeschützten Sex mit potenten Männern gehabt haben müssten.

2. Das Phantom: Dr. John Suzukima

Das Tallahassee Memorial HealthCare Krankenhaus gibt es wirklich, jedoch keinen Mitarbeiter mit Namen Dr. John Suzukima. Auch Tommy Coulter’s Foto soll gefaked sein. Laut Quora soll der Junge vom Foto in Wirklichkeit zu einer anderen Geschichte gehören, bei welcher er auf dem Fahrrad ein Auto verfolgte, als ein Kind von der Straße gekiddnapt wurde. Wie viele Identitäten der Junge noch hat, ist unklar. Laut RojakPOT gibt es auf der Welt ebenfalls keinen einzigen Dr. John Suzukima im Dienst eines Krankenhauses, noch gibt es Medienberichte, die diesen Herren zitieren oder Studien über das Phänomen der “Spermafortis”.

Womit wir schon beim letzten Punkt dieses Märchens anlangen:

3. Es gibt weder wasserfestes Sperma, noch Spermafortis

Es gibt keine medizinischen Beweise für das Phänomen “Spermafortis”. Das Wort setzt sich zusammen aus “Sperma” und “fortis”, wobei fortis aus dem Latein kommt und “stark” bedeutet. Doch selbst, wenn dieses mysteriöse Sperma existiert, würde es im für Sperma toxischen Wasser des Swimming Pools zugrunde gehen.

Und selbst Säugetiere, die im Wasser bzw. Meer leben, wie Delphine, Robben, etc. pflanzen sich durch Penetration fort. Es gibt auch bei diesen Tieren keine Möglichkeit, dass sie das Sperma ans Wasser abgeben und so das Weibchen befruchten.

Fazit:

Lieber fiktiver Tommy Coulter, leider müssen wir dich enttäuschen, du bist nicht das achte Weltwunder und konntest 16 Mädchen auf einen Streich schwängern. Dieser Hoax mag zwar phänomenal klingen, doch ist lediglich ein Scherz, der um die Welt geht. Mädchen können nicht durch Sperma im Wasser schwanger werden und es gibt keine klinischen Studien zu “Spermafortis”. Fröhliches Planschen!

Quelle: Fassungslos, RojakPOT, Snopes, World News Daily Report, Mythos Sperma im Wasser, Quora

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