Der Tankstellen-Boykott: Ein äußerst sinnloser Kettenbrief!
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Die Preise von Benzin und Diesel erreichen in Deutschland wieder ein sehr hohes Niveau.

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Für Pendler jeder Art natürlich sehr ärgerlich. Wohl jenen, die von Zuhause aus arbeiten oder gar nicht erst das Auto nutzen müssen: Der Benzinpreis in Deutschland bewegt sich derzeit auf einem Preisniveau, wie er seit 2012 nicht mehr war. Lediglich in den Niederlanden (1,68 Euro/Liter), Italien (1,65 Euro/Liter) und Dänemark (1,62 Euro/Liter) ist der Preis höher (Quelle ADAC, Stand 19.11.2018).

Was kann man nun machen, um zumindest nicht ganz so sehr den teuren Preisschlag abzubekommen? Da gibt es mehrere Möglichkeiten, jedoch diese EINE Möglichkeit, wie sie in dem folgenden Kettenbrief beschrieben ist, dürfte eine völlig unsinnige Methode sein:

Große Protestaktion gegen die steigenden Benzin und Dieselpreise Montag 26 November keine Tankstellen anfahren, wer tanken muss sollte das Sonntags am 25.November noch machen. Sende diese Protestaktion an alle deine Kontakte weiter um ein Zeichen gegen die hohen Benzin und Dieselpreise zu agieren

Sende diese Protestaktion an alle deine Kontakte weiter um ein Zeichen gegen die hohen Benzin und Dieselpreise zu agieren

Große Protestaktion gegen die steigenden Benzin und Dieselpreise Montag 26 November keine Tankstellen anfahren, wer tanken muss sollte das Sonntags am 25.November noch machen. Sende diese Protestaktion an alle deine Kontakte weiter um ein Zeichen gegen die hohen Benzin und Dieselpreise zu agieren
Screenshot Mimikama.at

Is scho recht … man soll also am Sonntag mit einem anderen Preis tanken, der am Montag vielleicht billiger ist und das Ganze mit diesem Kettenbrief noch öffentlich ankündigen.

Ausschlaggebend für Preisschwankungen sind übrigens weniger die Wochentage, sondern eher die Uhrzeiten. Insofern spielen die Wochentage keine Rolle.

Edit an dieser Stelle: Nach Angaben von Kartellamt und Tankstellenverband führt eine kurzfristig höhere Nachfrage nicht zu höheren Preisen.

Was ein Unsinn!

Diese Art der Protestaktion dürfte wohl eine der unüberlegtesten viralen Muskelspielaktionen sein, welche seit langem auf Social Media aufgetaucht ist. Es zeigt lediglich eine Art Stimmungsbild, dürfte jedoch keinerlei Auswirkungen haben. Politisch gesehen könnte dieser Kettenbrief durchaus eine Intention haben, da für die Benzinpreise die Regierungsparteien verantwortlich gemacht werden, speziell die SPD. Sehr interessant an dieser Stelle: da der Kettenbrief ebenso massiv in Österreich verbreitet wird, ist spätestens an dieser Stelle die Regierungskritik obsolet, da es keine Gespräche über eventuelle Steuererhöhungen auf Benzin und DIesel in diesem Umfang in Österreich gibt.

Der Kettenbrief schon allein inhaltlich unsinnig ist, kommt noch erschwerend hinzu, dass er von unzähligen Menschen auf Facebook oder WhatsApp versendet wird. Ist ja gut und schön, aber eben zum einen wirkungslos, zum anderen durch den Massenversand auch nerviger Spam!

Screenshot Mimikama.at
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Letztendlich ist diese Form des Protests eine Vermischung typischer Social Media Methoden. Zum einen liegt hier ein Aktivismus vor, denn man möchte ja aus der eigenen Hilflosigkeit heraus etwas bewirken. Zum anderen findet sich auch der sogenannte Klicktivismus in dem Kettenbrief wieder, da man das wohlige Gefühl bekommt, durch einen Klick bereits etwas bewirkt zu haben.

Zudem noch unterstützt durch den passenden Zeitpunkt, also einem hohen Spritpreis gepaart mit ein wenig indirekter Regierungskritik, findet der Kettenbrief in dieser Form eine enorme Verbreitung, die ihren Ursprung in Deutschland hat (und in ähnlicher Form bereits durch Fotos von Tankstellenpreisen bereits seit Wochen existiert), nun aber auch massiv in Österreich angekommen ist. Speziell in seiner ursprünglichen Form in Deutschland dürfte der Kettenbrief aber auch eine politische Intention mit sich tragen.

Alternativen!

Liebe Freunde der feinen geistigen Spitzen. Wenn man wirklich Geld einsparen möchte, dann sind andere Wege deutlich sinnvoller als dieser Kettenbrief. Mimikama ist jetzt keine Spritpreisberatungsseite, jedoch darf man sich gerne in den Kommentaren zu diesem Artikel auf Social Media dazu austauschen.

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